Das nach 1579 Niden und nach 1785 Nidden genannte Dorf[1][2] wurde im Jahre 1563 gegründet. Die im Ort angesiedelte Försterei war Teil des Forstbezirks Johannisburger Heide. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden bei Nieden Flößkanäe gegraben, und bei Gusianken entstand eine hölzerne Schiffsschleuse.[3]
618 Einwohner waren im Jahr 1910 in Nieden registriert[5]. Ihre Zahl verringerte sich bis 1933 auf 548 und belief sich 1939 noch auf 542[6].
Vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region Ermland-Masuren im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde das gesamte südliche Ostpreußen und mit ihm auch Nieden von der Sowjetunion gemäß dem Potsdamer Abkommen dem kommunistischen Regime der Volksrepublik Polen zur Verwaltung unterstellt. Das Dorf erhielt die polnische Namensform „Nida“. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit vertrieben. Es wurde ihnen später nicht gestattet, in ihren Besitz zurückzukehren.
Der Ort wurde 1945 in die Gromada und GminaUkta(Alt Ukta) eingegliedert, die zum Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg) gehörte. 1954 kam Nida zur Gromada Ruciane(Rudczanny, 1938 bis 1945 Niedersee), die am 1. Januar 1955 in den Powiat Piski (Kreis Johannisburg) umverlegt wurde. Am 1. Januar 1958 wurde Nida mit Ruciane vereinigt, woraus am 1. Januar 1966 die Erhebung zur Stadt Ruciane-Nida erfolgte.
am 1. Dezember, davon 141 mit deutscher Muttersprache (136 Evangelische, zwei Katholiken, drei Sonstige) und 477 mit masurischer Muttersprache (473 Evangelische, eine katholische Person und drei Sonstige)[9][10][11]
Durch den Stadtteil Nida verläuft eine Nebenstraße, die als Uferstraße entlang des Jezioro Nidzkie über Krzyże(Kreuzofen) bis nach Karwica(Kurwien) verläuft.
Nieden wurde im Jahre 1884 Bahnstation an der Bahnstrecke Allenstein–Lyck. Sie trägt heute die Bezeichnung "Ruciane-Nida Zachód" (-"West").
Literatur
Nieden, Kreis Johannisburg, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, und alter Landkarte der Umgebung von Nieden mit dem Niedersee, dem Großen Guschiensee, dem Kleinen Guschiensee und dem Beldansee sowie den Ortschaften Guszianka, Kowallik und Rudczanny).
Heinrich Hoffheinz: Geschichtliche Uebersicht der Besitzverhältnisse der Mühlen zu Guszianka und Nieden und des Flössereibetriebes in den anliegenden Gewässern. In: Altpreußische Monatsschrift, Band 15, Königsberg in Pr. 1878, S. 396–411 (Digitalisat).
↑ abJohann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen, Königsberg/Leipzig 1785, Anhang: Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 106.
↑Max Toeppen: Geschichte Masurens. Ein Beitrag zur preußischen Landes- und Kulturgeschichte. Nach gedruckten und ungedruckten Quellen dargestellt. Theodor Bertling, Danzig 1870, S. 390.
↑Michael Rademacher: Landkreis Johannisburg (poln. Pisz). Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 1. Januar 1900
↑Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 285, Ziffer 1373.
↑ abKönigliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 330–331, Ziffer 93.
↑Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft I: Regierungsbezirk Allenstein, S. 12–13, Ziffer 99: Nieden.
↑Nieden, Kreis Johannisburg, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, und alter Landkarte der Umgebung von Nieden einschließlich der Seen).