Die Anfänge von Groß Borken[3] – bis nach 1871 Borken (ohne Zusatz) genannt – bis in die Zeit vor 1374 zurück. Es gehörte zu den Gütern, die dem Ritter Menzel von Wildenau verschrieben waren.[4] Als Eigentümer wurde die Familie Wildenau noch bis in das 16. Jahrhundert hinein genannt. 1560 war Andreas Jonas der Besitzer, ihm folgte die Familie von Eylenburg, der Rittmeister Friedrich Ernmst von Goldberg, die Adelsfamilie von Gröben (1748) sowie Johann Ernst von Kurowski (1778). Anfang des 19. Jahrhunderts erwarb Wilhelm von Berg (später Landrat des Kreises Ortelsburg) das Gut. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Groß Borken teilweise aufgesiedelt, und das Restgut gab sein Besitzer Konrad Daum dann auch für Siedlungszwecke ab.[4]
Im Jahre 1874 wurde Groß Borken in den neu errichteten AmtsbezirkKobulten (polnisch Kobułty) eingegliedert.[5] Er gehörte zum ostpreußischenKreis Ortelsburg. 133 Einwohner zählte 1910 der damalige Gutsbezirk Groß Borken.[6] Ihre Zahl stieg bis 1933 in dem inzwischen zur Landgemeinde avancierten Dorf auf 411 und belief sich 1939 auf 511.[7] Im Jahre 1939 gab es in Groß Borken 61 landwirtschaftliche Betriebe.[4]
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung in den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreussen am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Groß Borken stimmten 139 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[8]
In Kriegsfolge kam 1945 das gesamte südliche Ostpreußen und somit auch Groß Borken zu Polen. Das Dorf erhielt die polnische Namensform „Borki Wielkie“ und ist heute mit Sitz eines Schulzenamts (polnisch Sołectwo) eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Biskupiec(Bischofsburg) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2011 waren in Borki Wielkie 321 Einwohner registriert.[1]
Bis 2010 war Borki Wielkie über die in seiner Gemarkung gelegene Bahnstation Dąbrówka Kobułcka (deutsch Dombrowken) an das Bahnnetz – hier an die Bahnstrecke Czerwonka–Ełk (deutsch Rothfließ–Lyck) angeschlossen. Die Strecke wird seit 2010 nicht mehr befahren.
Persönlichkeiten
Hermann von Berg-Perscheln (* 1814 in Groß Borken; † 1880 in Perscheln), preußischer Offizier und Landrat im Kreis Mohrungen
↑Michael Rademacher: Ortsbuch, Landkreis Ortelsburg. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 10. Mai 2023.
↑Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 94
↑Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 497