Schiefervireo

Schiefervireo

Schiefervireo

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Vireos (Vireonidae)
Gattung: Eigentliche Vireos (Vireo)
Art: Schiefervireo
Wissenschaftlicher Name
Vireo brevipennis
(P.L. Sclater, 1858)
Verbreitungsgebiet des Schiefervireos

Der Schiefervireo (Vireo brevipennis) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]

Der Vogel ist endemisch in Mexiko.

Der Lebensraum umfasst trockene und halbtrockene Büsche, Unterholz in Kiefern- und Eichenwald, dichtes Gestrüpp und Waldränder von 1200 bis 3000 m. ü. M.[3]

Der Artzusatz kommt von lateinisch brevis ‚kurz‘ und lateinisch penna ‚Feder‘.[4]

Die Art war ursprünglich als Neochloe brevipennis beschrieben worden.[5] Die Gattung Neochloe wurde später der Gattung Vireos zugerechnet.[3]

Merkmale

Die Art ist 11–12 cm groß und wiegt zwischen 11 und 12 g. Dieser kleine Vireo fällt durch das helle Auge und den gestuften, rundlichen Schwanz auf. Das Gefieder ist überwiegend grau, die Kopfkappe ist hell gelbgrün bis olivgrün, auch die Flügel und der Schwanz. Die Zügel sind schwärzlich. Die Flügeldecken sind olivgrün, Flug- und Steuerfedern sind schwärzlich bis schieferfarben mit breiten olivgrünen Rändern. Der Mantel ist schiefergrau. Kinn und obere Kehle sind weiß, Kehle, Brust und Flanken sind schiefergrau, die Unterseite und die Unterschwanzdecken sind weiß. Die Iris ist auffallend weiß, bei Jungvögeln matter. Der Schnabel ist schwarz, die Beine sind dunkelgrau. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind an Kopf und Oberseite olivfarben mit hellgelblichen Augenringen, haben zwei gelbliche Flügelbinden, die Brustseiten sind grau.

Die Kombination von Grau und Grün im Gefieder zusammen mit der weißen Iris ist charakteristisch.[3]

Geografische Variation

Die Art wird von einigen Autoren als monotypisch angesehen, so von "Birds of the World"[3], der "Clements Checklist of Birds of the World".[6]

Von anderen werden folgende Unterarten anerkannt:[1][7][8]

  • V. b. browni (A. H. Miller und Millen S. Ray, 1944),[9] – Südwestmexiko Guerrero, gestreckter und schlanker mit wesentlich längerem Schnabel, Schnabelfirst weniger gekrümmt, gesamter Rücken olivgrün, Brust blasser grau, Unterseite ausgedehnter weiß gefärbt
  • V. b. brevipennis (Slater, 1858), Nominatform – Mexiko (Jalisco and Colima bis Morelos, Veracruz und Oaxaca)

Stimme

Die Lautäußerungen werden von Singwarten vorgetragen mit horizontaler Haltung. Sie werden als abwechslungsreiche Phrasen beschrieben, häufig mit einem betonten Laut beginnend wie „chik wi-di-weuw“ oder „wheer chi-i-wik“ und kann an den Gesang des Weißaugenvireo (Vireo griseus) erinnern. Die Rufe klingen wie „chichichi“ oder „shehshehsheh“ ähnlich denen des Hauszaunkönigs (Troglodytes aedon).[3]

Lebensweise

Die Art ist ein Standvogel, zurückhaltend, versteckt im Gebüsch und Unterwuchs, wird daher leicht übersehen, sucht die Nahrung aber auch bis 6 m Höhe über dem Boden. Die Nahrung besteht vermutlich hauptsächlich aus Insekten wie Gliederfüßern.

Die Brutzeit liegt wohl zwischen Juni und Anfang Juli. Das schalenförmige Nest besteht aus pflanzlichem Material und wird mit dem Rand aufgehängt in 1,8 bis 4 m Höhe über dem Boden. Das Gelege besteht aus 2–3 weißen, sparsam bräunlich gefleckten Eiern. Brutparasitismus durch Braunkopf-Kuhstärling (Molothrus ater) und Rotaugenkuhstärling (Molothrus aeneus) scheint vorzukommen.[3]

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[10]

Literatur

  • P. L. Sclater: Neochloe brevipennis. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Band 25, Heft 340, S. 213, 1858, Biodiversity Library
  • R. Carlos Almazán-Núñez: Información Adicional Sobre Laavifauna De La Sierra Norte De Guerrero, México. In: Acta Zoológica Mexicana, Band 25, Heft 3, S. 537–550, 2009, Gobierno de Mexco
  • Larry L. Wolf: Notes on the Taxonomy and Plumages of the Slaty Vireo. In: The Condor: Ornithological Applications, Band 69, Heft 1, 1. Januar 1967, S. 82–84, Digitalcommons
Commons: Schiefervireo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Schiefervireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 23. Januar 2026.
  2. P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  3. a b c d e f C. I. Rodríguez-Flores, C. A. Soberanes-González, M. d. C. Arizmendi und T. S. Schulenberg: Slaty Vireo (Vireo brevipennis), version 1.0. In: T. S. Schulenberg (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Vireo brevipennis
  4. J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  5. P. L. Sclater: On a Collection of Birds made by Signor Matteo Botteri in the Vicinity of Orizaba in Southern Mexico. In: Proceedings of the Zoological Society of London, Band 25, Heft 1, S. 210–215, 1857, Biodiversity Library
  6. J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements checklist of Birds of the World v2025, 2025, erhältlich von Download. Abgerufen am 13. Januar 2026.
  7. IOC World Bird List 15.1 Shrikes, vireos, shrike-babblers
  8. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  9. A. H. Miller und Millen S. Ray: Discovery of a New Vireo of the Genus Neochloe in Southwestern Mexico. In: Condor, Band 46, Heft 2, S. 1, 1944, Digitalcommons. Abgerufen am 23. Januar 2026.
  10. Vireo brevipennis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021. Eingestellt von: BirdLife International, 2021. Abgerufen am 23. Januar 2026.

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