Kretowiny

Kretowiny
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Kretowiny (Polen)
Kretowiny (Polen)
Kretowiny
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ostróda
Gmina: Morąg
Geographische Lage: 53° 53′ N, 20° 1′ OKoordinaten: 53° 53′ 9″ N, 20° 1′ 20″ O
Einwohner: 69 (2021[1])
Postleitzahl: 14-300
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOS
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Szeląg/DW 530RuśZawroty/DW 527Żabi Róg → Kretowiny
Eisenbahn: Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo
Bahnstation: Żabi Róg
Nächster int. Flughafen: Danzig

Kretowiny (deutsch Kranthau) ist ein Ort am Jezioro Narie in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Stadt-und-Land-Gemeinde Morąg im Powiat Ostródzki.

Uferplatz in Kretowiny mit Blick auf den Jezioro Narie (Narien-See)
Bootshafenmole Kretowiny
Promenade am Seeufer
Bootsanlegestelle

Geographische Lage

Kretowiny liegt am Südufer des Jezioro Narie (deutsch Narien-See) auf einer in den See hineinragenden Halbinsel im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Bis zur Stadt Morąg sind es sieben Kilometer in nordwestlicher Richtung, und bis zur Kreisstadt Ostróda sind es 20 Kilometer in südlicher Richtung.

Geschichte

Das ursprünglich Krantau, 1448 Kranthaw und nach 1820 Kranthau genannte Dorf bestand in seinem Kern aus ein paar großen Höfen.[2] Es war zur Ordenszeit ein Hakendorf, das zum Kammeramt Mohrungen in der Komturei Elbląg gehörte.[3] Im Jahre 1448 fand sich Kranthaw als Eintrag im Zinsbuch der Komturei.

Im Jahre 1785 wurde Kranthau als königliches Dorf mit neun Feuerstellen und dem Kirchspiel Eckersdorf zugehörig genannt, im Jahre 1820 als ebensolches mit acht Feuerstellen bei 43 Einwohnern.[3]

Als 1874 der Amtsbezirk Eckersdorf im ostpreußischen Kreis Mohrungen, Regierungsbezirk Königsberg, errichtet wurde, gehörte die Landgemeinde Kranthau von Anfang an dazu.[4]

Als 1883 der Bahnverkehr auf der nahegelegenen Allenstein–Güldenboden–Elbing aufgenommen wurde, entwickelte sich Kranthau zu einem beliebten regionalen Ferienort und Touristenziel, das besonders für Wassersportler und Natururlauber attraktiv war – und bis heute noch ist.[5]

Das Dorf Kranthau zählte im Jahre 1885 124 Einwohner, im Jahre 1910 waren es 107.[3] Die Einwohnerzahlen sanken bis 1933 auf 87 und bis 1939 auf 98.[6]

Aufgrund der Abtretung des gesamten südlichen Ostpreußen 1945 in Kriegsfolge an Polen erhielt Kranthau die polnische Namensform „Kretowiny“. Heute ist das Dorf eine Ortschaft im Verbund der Stadt-und-Landgemeinde Morąg im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Kretowiny 69 Einwohner.[1] Der Zuspruch der Urlauber und Feriengäste ist ungebrochen, ist doch die Region bekannt für attraktive Wanderwege entlang des Seeufers mit Badestränden, Bootsstegen sowie Wassersportmöglichkeiten wie Wasserski.[7]

Religion

Bis 1945 war Kranthau in die evangelische Kirche Eckersdorf in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert,[8] außerdem in die römisch-katholische Pfarrei St. Joseph in der Stadt Mohrungen im damaligen Bistum Ermland.[3]

Heute gehört Kretowiny katholischerseits zur Pfarrei in Florczaki im Bistum Elbląg, evangelischerseits zur Kirchengemeinde in Morąg, einer Filialgemeinde von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr

Kretowiny ist der Endpunkt einer Nebenstraße, die bei Szeląg von der Woiwodschaftsstraße 530 abzweigt und über Ruś und Zawroty – an der Woiwodschaftsstraße 527 gelegen – sowie Żabi Róg nach Kretowiny führt.

Die nächste Bahnstation ist Żabi Róg an der Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo (– Elbląg).

Einzelnachweise

  1. a b Polska w Liczbach: Wieś Kretowiny w liczbach
  2. Dietrich Lange: Kranthau, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)
  3. a b c d Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Kranthau
  4. Rolf Jehke: Amtsbezirk Eckersdorf
  5. Tripadvisor: „Entdecken Sie Kretowiny“
  6. Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Mohrungen
  7. Komoot: „Die schönsten Wanderungen rund um den Ruś“
  8. Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 466

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