Jostystraße

Die Jostystraße war eine Straße in Berlin-Prenzlauer Berg von 1890 bis 1969.
Lage
Die Jostystraße war die östliche Verlängerung der Lothringer Straße (heutige Torstraße). Sie verlief von der Prenzlauer Straße in östlicher Richtung bis zur Mendelssohnstraße, ab etwa 1925 weiter bis zur Neuen Königstraße. Nördlich lag der Friedhof der St. Marien und St. Nikolai-Gemeinde, südlich parallel verlief die Linienstraße. Die Jostystraße gehörte zur Königsstadt, ab 1920 der größte Teil zu Prenzlauer Berg, nur die Nr. 9 zu Berlin-Friedrichshain.[1] In der Gegenwart verläuft dort der nördliche Straßenabschnitt der Mollstraße.[2]
Geschichte

Sie war zunächst eine kurze Straße ohne Namen auf dem Gebiet der 1869 abgerissenen Stadtmauer.[3] 1890 erhielt sie ihre Bezeichnung, nachdem die Stadt Berlin das unmittelbar südlich angrenzende Grundstück der ehemaligen Josty-Brauerei gekauft hatte.[4] In der Jostystraße gab es nur wenige Häuser. Ab 1. März 1925 verkehrten dort Straßenbahnen zwischen der Prenzlauer Straße und der Neuen Königstraße.[5] Hintergrund war die Aufnahme des Einrichtungsbetriebs auf der Neuen Königstraße (stadtauswärts) und Prenzlauer Straße (stadteinwärts). Die über die Jostystraße fahrenden Linien durchfuhren die Straße immer nur von Ost nach West.[6]
Von 1943 bis 1945 wurden alle Gebäude beschädigt oder zerstört und in den 1950er und 1960er Jahren wurden die Überreste abgerissen. An deren Stelle wurde die breite Mollstraße als neue Verbindung zwischen Prenzlauer Straße (Karl-Liebknecht-Straße) und Neuer Königstraße (Hans-Beimler-Straße) angelegt. Um 1969 wurde der Straßenname aufgehoben.[7]
Gebäude
In der Jostystraße gab es 11 Grundstücksnummern. Diese verliefen von der Prenzlauer Straße auf der südlichen Straßensteite bis zur Mendelsohnstraße (Nr. 9) und auf der anderen Straßenseite wieder zurück.
- Nr. 8 Rauchwaren und Pelzabfälle Karl Kut, um 1920, jüdischer Unternehmer
- Nr. 9 zuerst in jüdischem Besitz, ab etwa 1930 Stadt Berlin, ab 1939 Wohnheim, wahrscheinlich für ausländische Zwangsarbeiter[8]
- Nr. 10 Gastwirtschaft Kopnack, mit kleinem Sportraum für Gewichtheben, um 1900[9]
- (neben Nr. 11) Friedhof der St. Nikolai-Gemeinde, Haupteingang Prenzlauer Straße
Literatur
- Horst Fritsche et al.: Die Namen der historischen Straßen und Plätze in Berlin-Mitte. Edition Luisenstadt, Berlin 2002. S. 173–174, mit Ungenauigkeiten
Weblinks
- Jostystraße Luisenstädtischer Bildungsverein
- Jostystraße Berlin Mitte Archiv, mit historischem Foto
- Suche nach Jostystraße. In: Deutsche Digitale Bibliothek
Einzelnachweise
- ↑ Jostystraße. In: Berliner Adreßbuch, 1933, IV, S. 382.
- ↑ Jostystraße Berliner Bahnen, mit Blick in der Mollstraße entlang des ehemaligen Straßenverlaufs der Jostystraße (mit der Friedhofsmauer)
- ↑ Letts's popular atlas 1883, Karte von Berlin, mit der Straße noch ohne Namen
- ↑ Verwaltungs-Bericht des Magistrats zu Berlin für die Zeit vom 1. April 1890 bis 31. März 1891, S. 1, 3, 6, über den Ankauf des Grundstücks Prenzlauer Straße 59/60 von Josty; auch Fritsche, 2002, S. 173
- ↑ Jan Gympel: Straßenbahnausbau in Berlin. Eine Frage des Geldes? Oder des politischen Willens? In: Signal. Nr. 4, Oktober 2011, S. 6–7 (signalarchiv.de).
- ↑ Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin (Hrsg.): Tram Geschichte(n). Rund Um den „Alex“. GVE, Berlin 1998, ISBN 3-89218-065-2, S. 34–35.
- ↑ Horst Fritsche, Die Namen der aktuellen und historischen Straßen und Plätze in Berlin-Mitte, 2002, S. 174
- ↑ Rainer Kubatzki, Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiterlager. Standorte und Topographie in Berlin, 2001, S. 73, 128; erwähnt auch in Wohnlager der Reichshauptstadt Berlin Green Spirit, Abschnitt Städtische Ausländerlager; die örtliche Zuordnung ist unsicher; offiziell Städtisches Jugendheim in Jostystraße 9. In: Berliner Adreßbuch, 1943, IV, S. 394.
- ↑ Illustrirte Deutsche Athletenzeitung vom 28. Oktober 1899, S. 9; Anzeige in der rechten Spalte oben; vgl. Jostystraße 10. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1901, III, S. 286., er war ein Nutzer neben anderen
Koordinaten: 52° 31′ 36,3″ N, 13° 25′ 1,8″ O
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