Dakien

Dakische Verbände (in Blau) vor der römischen Eroberung
Römische Provinzen unter Trajan (117 n. Chr.)
Die römischen Militäranlagen nach der Besetzung Dakiens.

Dakien, manchmal auch Dazien, (lateinisch Dacia) war seit den von Marcus Vipsanius Agrippa verfassten geographischen Werken nach römischer Auffassung eine von den Dakern bewohnte Landschaft. Von 106 bis in die frühen 270er Jahre waren auf dem Siedlungsgebiet im engeren Sinne Provinzen des Römischen Reiches im Norden der unteren Donau eingerichtet.

Geografie

Der Name der Provinz Dakien beruht auf dem dort wohnhaften Volk der Daker, das zusammen mit den Geten das Gebiet der Provinz besiedelte. Nach der Eroberung im Zuge der Dakerkriege durch Trajan im Jahr 106 wurde dem neu eroberten Gebiet die offizielle Bezeichnung Dacia verliehen. Kaiser Hadrian unterteilte sie um 118 in zwei Teile: Dacia superior und Dacia inferior. Fünf Jahre später ließ Hadrian erneut eine Teilung vornehmen und trennte von Dacia superior ein Gebiet ab, das als Dacia Porolissensis bezeichnet wurde. Von 167 bis 169 strukturierte Mark Aurel die Provinz wieder neu: Es gab nun Dacia Apulensis, Dacia Porolissensis und Dacia Malvensis. Diese Struktur blieb bis zum römischen Rückzug unter Aurelian bestehen. Hauptstadt war Colonia Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetusa.

Begrenzt wurde die Provinz an fast allen Grenzen durch das Barbaricum. Nur im Süden grenzte die Provinz an Moesia. In späterer Zeit gab es auch eine kleine gemeinsame Grenze mit Pannonia. Die Grenzziehungen wurden meist durch Flussverläufe bestimmt: Im Süden die Donau, im Westen Tisa, Mureș und Criș. Insgesamt bestand Dakien größtenteils aus dem Gebiet des heutigen Rumäniens[1] und Ungarns.

Dakien bis zur römischen Eroberung

Frühe Erwähnungen bis König Burebista

Die Daker hatten bereits vor Christi Geburt die Schwelle einer traditionellen Kultur von Ackerbauern und Viehzüchtern überschritten. Neben einem hochentwickelten Kunsthandwerk, im Speziellen bemalte Keramik, hatten sich die Menschen auch auf Eisen-, Silber- und Goldverarbeitung spezialisiert. Die Menge an Münzfunden und Münzprägungen sowie die Aneignung zunächst der griechischen und später auch lateinischen Sprache lassen auf teilweise enge Kontakte mit den damals dominanten Kulturen Europas schließen. Bereits früh hatte sich im Bergland von Siebenbürgen bei Broos ein Machtzentrum gebildet, das starken Einfluss auf das Land besessen haben muss. Inwieweit Strukturen staatlicher Ordnung jedoch wirklich bestanden, ist in der Fachwelt umstritten. Zu Caesars Zeiten hatte der dakische König Burebista eine erste wirkliche Machtdemonstration gezeigt, als er seinen Einflussbereich zeitweise über die Nachbarstämme der Geten und Thraker ausdehnen konnte. Obwohl diese Expansion nach Burebistas Tod keinen Bestand hatte, erschienen die dakischen Möglichkeiten den Verantwortlichen des in unmittelbarer Nachbarschaft, am Südufer der Donau, angrenzenden Römischen Reiches als derart bedrohlich, dass wiederholt eine präventive militärische Zerschlagung der dakischen Machtstrukturen anvisiert wurde.[2]

Dakien als Nachbar des Römischen Reiches

Nach Burebista konnte über einen längeren Zeitraum nicht mehr von einem zentral regierten Dakien gesprochen werden. Verselbstständigte größere dako-getische Gruppen fielen immer wieder zu Plünderungen und Zerstörungen in die Grenzräume der mösischen Provinzen ein und die römischen Truppen waren gezwungen, in stellenweise massiven Gegenstößen die Ordnung wiederherzustellen. Eine Reaktion der dakischen Herrschaftsschicht auf die römische Präsenz war der umfangreiche militärstrategische Ausbau der Residenz Sarmizegetusa Regia mit dem dazugehörigen religiösen Zentrum im Bergland zwischen den Siebenbürger Westkarpaten und den Südkarpaten. Auch die Römer waren um Sicherungsmaßnahmen bemüht, so war um 20 n. Chr. die Ansiedlung der einwandernden sarmatischen Reiterkrieger der Jazygen im östlich und nördlich der Donau liegenden Barbaricum des pannonischen Beckens gefördert worden, um die Ostflanke der Provinz Pannonien zu entlasten.[2] Die Römer hatten die Hoffnung, dass die Jazygen und später auch die im Banater Großraum siedelnden sarmatischen Roxolanen als östliche Nachbarn der Daker deren eventuelle Expansionswünsche und Übergriffe vor den Provinzgrenzen abfangen sollten. Doch die Sarmaten waren sehr unzuverlässige Bündnispartner, die zeitweilig nicht nur zu den erbittertsten Gegnern Roms zählten, sondern auch teilweise mit den Dakern paktierten. Weitere Umsiedlungen von Transdanuviern im Zuge der römischen Strategie folgten. Kaiser Vespasian (69–79) verstärkte die Truppen Mösiens und ließ eine Donauflotte aufbauen.[2] Zu den Anführern, die aus dieser Phase der dakischen Zersplitterung in den antiken Quellen bezeugt sind, gehören Cotiso und Scorylo.

König Decebalus und die Donaukriege (85–89)

Im Winter 85/86 drangen starke dakische Kriegerhorden in Mösien ein und trafen die Römer völlig unerwartet. Ihr Statthalter, Gaius Oppius Sabinus, fiel im Kampf und die Angreifer konnten fast zügellos plündern und brandschatzen. Offensichtlich war für den regierenden Kaiser Domitian (81–96) nun der Zeitpunkt gekommen, zunächst den Gegner aus dem Land zu werfen und anschließend eine Strafexpedition auszusenden. Domitian begab sich selbst mit frischen Kräften nach Mösien, doch dauerten die Kämpfe gegen den hartnäckigen Gegner das ganze Jahr 86. Da der alte regierende dakische König Diupaneus die Folgen des römischen Einmarsches fürchtete, trat er zugunsten des Decebalus zurück. Mit diesem Mann kam eine politisch und militärisch hoch qualifizierte Persönlichkeit auf den Thron, die großes Verhandlungsgeschick und charismatische Züge trug. In der Zwischenzeit hatte auf römischer Seite der Prätorianerpräfekt Cornelius Fuscus die Leitung der Operationen übernommen. Seine Armee wurde von Decebalus jedoch vernichtend geschlagen. Ein Jahr später versuchte der Legat Tettius Julianus vom Banat aus nach Sarmizegetusa vorzustoßen, musste jedoch aufgrund von zu hohen Verlusten die Offensive abbrechen. Auch die Versuche des nachfolgenden Kaisers Nerva (96–98) Decebalus in die Knie zu zwingen, blieben erfolglos.[3]

Dakien als römische Provinz

Geschichte

Die römische Provinz Dacia in der Zeit zwischen Kaiser Trajan (106) bis zur Räumung der Provinz

Erst der römische Kaiser Trajan (98–117) konnte nach einem blutigen Krieg (101–102) die dakischen Kräfte zerschlagen. Der bereits von Trajan, bedingt durch die dakischen Niederlagen von 98 zum Klientelkönig gemachte Decebalus versuchte, seine Getreuen zu einem Racheschlag zu sammeln. Trajan reagierte mit einem heftigen Angriff (105–106), an dessen Ende der auf der Flucht befindliche Decebalus Selbstmord beging und die Eroberung der dakischen Gebiete stand (siehe Dakerkriege). In einem auf den 11. August 106 datierten Militärdiplom (in Porolissum gefunden) wird Dacia als römische Provinz genannt. Die von Trajan nach Rom geschleppte Kriegsbeute soll 331 Tonnen Silber und 165 Tonnen Gold betragen haben, eine höchst willkommene Finanzspritze, die unter anderem für den Bau des Trajansforums genutzt wurde.

Mit Ausnahme der Markomannenkriege des Mark Aurel blieb die Provinz weitestgehend friedlich, bis ab den 230er Jahren während der sogenannten Reichskrise des 3. Jahrhunderts die außenpolitische Situation des Römischen Reiches wieder schlechter wurde und einige feindliche Angriffe auch die Provinz Dakien betrafen. Schließlich gab die römische Reichsverwaltung die dakischen Provinzen auf und zog das Verwaltungspersonal sowie die Truppen auf die Donaugrenze zurück. Diese Maßnahme wird in einigen antiken Quellen Kaiser Gallienus (regierte 260–268), in anderen Kaiser Aurelian (regierte 270–275) und in wieder anderen beiden Herrschern zugleich zugeschrieben. In der modernen Forschung ist umstritten, welcher Version der Vorzug gegeben werden sollte. Vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Neustrukturierung der römischen Armee unter Gallienus wäre es denkbar, dass dieser zumindest Teile des dakischen Limes aufgab, um eine tiefer gestaffelte Grenzverteidigung mit mobileren Heeresverbänden aufbauen zu können. Aurelian dürfte diese Politik dann konsequent fortgesetzt und die römischen Soldaten und Beamten komplett aus den Gebieten nördlich der Donau abgezogen haben. Da Aurelian und sein Vorgänger Claudius Gothicus zuvor einige Siege über die Goten, die hauptsächliche Bedrohung der römischen Donauprovinzen in dieser Zeit, errungen hatten, konnte der Kaiser die Räumung aus einer Position der relativen Stärke anordnen. Vermutlich erfolgte sie vor dem Hintergrund, dass die lange Landgrenze Dakiens die in dieser Zeit stärker beanspruchten militärischen Ressourcen Roms unnötig band, während die Donaugrenze eine leicht zu handhabende starke natürliche Grenze bildete. Um den Verzicht auf die dakischen Provinzen weniger offensichtlich zu machen, entstanden stattdessen zwei neue Provinzen südlich der Donau, die den Namen Dacia trugen.[4] Als frühester Beleg für die beiden Provinzen wird oft eine Inschrift aus dem Jahr 283 genannt, deren Lesung jedoch unsicher ist.[5]

Mit dem Rückzug auf die Donaugrenze wurde von den Römern auch die Trajansbrücke zerstört, die zuvor die längste Brücke der antiken Welt gewesen war. Stark umstritten ist, ob die römisch geprägte und Latein sprechende Zivilbevölkerung der Provinz ebenfalls mehrheitlich das Provinzgebiet verließ. Während der Wortlaut der antiken Quellen für diese Annahme spricht, ist insbesondere die rumänische Forschung der Ansicht, dass die „Romanen“ auch nach den 270er Jahren in Dakien verblieben und die direkten Vorfahren der später dort siedelnden Rumänen darstellen (sogenannte Dako-romanische Kontinuitätstheorie).

Unter Konstantin I. (regierte 306–337) wurden Teile Dakiens zeitweilig wieder zurückerobert; diese gingen jedoch bald wieder verloren bzw. man kehrte zu Aurelians Strategie zurück, das militärisch unhaltbare Gebiet lieber als Pufferzone zu belassen. Dennoch gab es auch später noch Provinzen mit Namen Dakien (beispielsweise Dacia Mediterranea und Dacia Ripensis), die aber allesamt südlich der Donau lagen. Auch die Dioecesis Daciae, eine mittlere Verwaltungseinheit Ostroms, umfasste nur noch geringe Teile der ursprünglichen Provinz.

Verwaltung und Militär

Nach der Beendigung des ersten trajanischen Dakerkrieges 102 wurden die eroberten Gebiete zunächst militärisch verwaltet; ab 106 wurde Dakien als kaiserliche Provinz anerkannt. Dies bedeutete, dass der Kaiser selbst die Statthalter aus den Reihen des Senats rekrutierte. Die in Dakien stationierten Truppen unterstanden sowohl dem Befehl des Kaisers als auch dem des Statthalters.

Während des Barbarenansturms der Jahre 117 und 118 wurde in Rom erwogen, Dakien aufzugeben und sich wieder hinter die besser zu verteidigende Donau zurückzuziehen. Hadrian entschied sich allerdings dagegen, da er die dakischen Bodenschätze sowie die strategische Bedeutung der Provinz für zu wichtig erachtete. Als Reaktion auf die Kämpfe leitete er jedoch eine Neuorganisierung der Provinzverwaltung ein, da die bisherige Strukturierung den heftigen Kämpfen nicht gewachsen war: Die im Süden an der Donau gelegenen Länder wurden in der Provinz Dacia inferior (Niederdakien) zusammengefasst, wohingegen die nördlichen dakischen Gebiete zu Dacia superior (Oberdakien) wurden. Als später auch noch Dacia Porolissensis entstand, existierten nun drei voneinander unabhängige Provinzen mit Oberdakien als der höchstrangigen, die jedoch militärisch eng kooperierten.

Als Dakien 168 erneut unter einem heftigen Ansturm germanischer Stämme zu leiden hatte, erkannte Kaiser Mark Aurel, dass ein einheitliches Kommando dringend benötigt wurde. Also ließ er die Grenzen neu ziehen (in Dacia Apulensis, Dacia Porolissensis und Dacia Malvensis). Die neuen Gebiete wurden einheitlich wieder in der Provinz tres Daciae unter einem einzigen Statthalter zusammengefasst; die einzelnen Provinzteile spielten hauptsächlich steuertechnisch eine Rolle.

Militärisch wurde Dakien durch zwei Legionen, der V Macedonica (Sitz: Potaissa, das heutige Turda), sowie der XIII Gemina (Sitz: Apulum, das heutige Alba Iulia) abgesichert. Zusätzlich standen zahlreiche Hilfstruppen an den Grenzen zu den barbarischen Gebieten. Insgesamt wird die Anzahl der in Dakien stationierten Soldaten auf etwa 30.000 geschätzt.

Wirtschaft

Während seiner Besatzung war Dakien für die Römer stets ein wichtiger wirtschaftlicher Standort. Dies begründete sich vor allem auf zahlreiche Bodenschätze sowie eine florierende Landwirtschaft. Aus unzähligen Bergwerken bezogen die Römer neben großen Mengen an Gold und Silber – die später äußerst wichtig für die römische Münzprägung wurden – Blei, Kupfer, Eisen, Marmor und Salz. Ein weiterer wichtiger Posten war die florierende dakische Land- und Forstwirtschaft; so wurde viel Holz, Wolle, Vieh, Häute etc. exportiert. Importe dürften hauptsächlich Olivenöl, Wein, Luxuswaren und ähnliches gewesen sein. Der florierende Handel, der meist über die Donau abgewickelt wurde, lag vermutlich größtenteils in der Hand von Kaufleuten aus dem Orient. Doch vor allem die Produktion an Edelmetallen machte die Provinz sehr wichtig auch für die Politik. So ist zu vermuten, dass beim römischen Rückzug in den 270er Jahren der Großteil der Ressourcen bereits erschöpft war, da anderenfalls Aurelian diese niemals aufgegeben hätte.

Commons: Dakien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

  1. Vgl. auch Johannes Tröster: Das Alt- und Neu-Teutsche Dacia, das ist: Neue Beschreibung des Landes Siebenbürgen. Nürnberg 1666, unveränderter Nachdruck: Böhlau Verlag, Köln/Wien 1981, ISBN 3-412-06280-4.
  2. a b c Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit. C. H. Beck Verlag, München 1995. ISBN 3-406-36316-4. S. 271.
  3. Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit. C.H. Beck Verlag, München 1995. ISBN 3-406-36316-4. S. 272.
  4. Zu den antiken Quellen und den modernen Forschungsmeinungen bezüglich der Aufgabe Dakiens siehe Nicolai Futás: Provinzräumungen als Bausteine spätantiker Heeresorganisation? Das Beispiel der Dacia amissa. In: Roland Prien, Christian Witschel (Hrsg.): Lopodunum VII: Ladenburg und der Lobdengau zwischen ‚Limesfall‘ und den Karolingern (= Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg. Band 17). Dr. Ludwig Reichert, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-95490-481-5, S. 49–66.
  5. Fritz Mitthof, Florian Matei-Popescu: Gab es im Jahr 283 n. Chr. zwei dakische Provinzen südlich der Donau? Zur Lesung und Deutung der Inschrift AE 1912, 200 = ILBulg 188. In: Lucreţiu Mihailescu-Bîrliba, Ioan Piso (Hrsg.): Romans and Natives in the Danubian Provinces (1st–6th C. AD) (= Philippika. Band 173). Harrassowitz, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-447-39440-6, S. 553–565.

Koordinaten: 46° N, 27° O

Read other articles:

Walsall Football ClubNama lengkapWalsall Football ClubJulukanThe SaddlersStadionStadion Bescot, Walsall(Kapasitas: 11,300)KetuaJeff BonserManajerDean SmithLigaLiga Satu Inggris2012–13ke-9, Liga Satu Inggris Kostum kandang Kostum tandang Musim ini Walsall Football Club adalah sebuah klub sepak bola asal Inggris yang berbasis di Walsall, Midlands bagian barat. Mereka saat ini bermain di Football League One. Klub ini didirikan pada tahun 1888 dengan nama Walsall Town Swifts sebagai penggabunga...

 

Hairul AzreenHairul di studio MeleTOP pada Januari 2015.LahirHairul Azreen bin Idris23 April 1988 (umur 35)Serdang, Selangor, MalaysiaPekerjaanAktor, pemeran pengganti, model, sutradara, produserTahun aktif2008–2023Tinggi178 m (584 ft 0 in)Suami/istriHanis Zalikha ​(m. 2015)​Anak Yusuf Iskandar Alisa Aisyah Hairul Azreen Idris (lahir 23 April 1988) adalah aktor, pemeran pengganti, model dan sutradara pria Malaysia. Memulai karir di duni...

 

Aldrichia ehrmanii Aldrichia ehrmanii Klasifikasi ilmiah Kerajaan: Animalia Filum: Arthropoda Kelas: Insecta Ordo: Diptera Famili: Bombyliidae Genus: Aldrichia Spesies: Aldrichia ehrmanii Aldrichia ehrmanii adalah spesies lalat yang berasal dari genus Aldrichia dan famili Bombyliidae. Lalat ini juga merupakan bagian dari ordo Diptera, kelas Insecta, filum Arthropoda, dan kingdom Animalia. Lalat ini biasanya memakan nektar dan polen yang ada dalam bunga. Referensi Bisby F.A., Roskov Y.R., Orr...

Untuk orang lain dengan nama yang sama, lihat Lukman Hakim. Lukman HakimLukman Hakim pada 1948 Duta Besar Indonesia untuk Jerman Barat ke-4Masa jabatan1961–1966PresidenSoekarno PendahuluZairin ZainPenggantiAlfian Yusuf HelmiGubernur Bank Indonesia ke-2Masa jabatan1958–1959PresidenSoekarno PendahuluSyafruddin PrawiranegaraPenggantiSoetikno SlametMenteri Keuangan Indonesia ke-6Masa jabatan20 Desember 1949 – 6 September 1950[a]PresidenAssaatPerdana MenteriSoesa...

 

Kring-Kring in the Kost SahurGenreKomedi KuisPemeranMelaney RicardoRina NoseMpok AlpaSurya InsomniaGilang DirgaRizky Inggar NarvastuDanang Pranada DievaCak LontongRigen RakelnaNegara asalIndonesiaBahasa asliBahasa IndonesiaProduksiLokasi produksiSoundstage A, Graha Mitra The East BuildingDurasi60 menitRumah produksiNET. EntertainmentDistributorNet Visi MediaRilis asliJaringanNET.Format gambarHDTV (1080i 16:9)Format audioDolby Digital 5.1Rilis21 April (2021-04-21) –12 Mei 2021...

 

Diagram ini menggambarkan satelit ireguler terbesar di Jupiter. Lokasi kelompok Carme diilustrasikan oleh kehadiran Carme di bagian bawah tengah. Posisi objek pada sumbu horizontal menunjukkan jaraknya dari Jupiter. Sumbu vertikal menunjukkan inklinasinya . Eksentrisitas ditunjukkan oleh garis-garis kuning yang menggambarkan jarak maksimum dan minimum objek dari Jupiter. Lingkaran menggambarkan ukuran objek dibandingkan dengan yang lain. Kelompok Carme adalah kelompok satelit ireguler retrogr...

1993 single by Haddaway I Miss YouSingle by Haddawayfrom the album The Album Released28 November 1993 (1993-11-28)GenrePop[1]Length4:12LabelCoconutSongwriter(s)Dee Dee HalliganJunior TorelloClyde LiebermanProducer(s)Dee Dee HalliganJunior TorelloHaddaway singles chronology Life (1993) I Miss You (1993) Rock My Heart (1994) Music videoI Miss You on YouTube I Miss You is a song by Trinidadian-German musician Haddaway, released in November 1993 by Coconut Records as the th...

 

† Человек прямоходящий Научная классификация Домен:ЭукариотыЦарство:ЖивотныеПодцарство:ЭуметазоиБез ранга:Двусторонне-симметричныеБез ранга:ВторичноротыеТип:ХордовыеПодтип:ПозвоночныеИнфратип:ЧелюстноротыеНадкласс:ЧетвероногиеКлада:АмниотыКлада:Синапсиды�...

 

Swedish ice hockey player (born 1992) Ice hockey player John Klingberg Klingberg with the Dallas Stars in 2022Born (1992-08-14) 14 August 1992 (age 31)Gothenburg, SwedenHeight 6 ft 3 in (191 cm)Weight 190 lb (86 kg; 13 st 8 lb)Position DefenceShoots RightNHL teamFormer teams Toronto Maple LeafsFrölunda HCJokeritSkellefteå AIKDallas StarsAnaheim DucksMinnesota WildNational team  SwedenNHL Draft 131st overall, 2010Dallas StarsPlaying career 2010...

Gempa bumi dan tsunami Jawa 2006Pantai Pangandaran wilayah yang paling terdampak tsunami 2006JakartaPangandaranPameungpeukWaktu UTC2006-07-17 08:19:26ISC10699442USGS-ANSSComCatTanggal setempat17 Juli 2006 (2006-07-17)Waktu setempat15:19:26 WIBKekuatan7.7 Mw[1]Kedalaman16 km (9,9 mi)SesarSunda MegathrustJenisThurstWilayah bencanaIndonesia Jawa Barat Jawa Tengah Daerah Istimewa YogyakartaIntensitas maks.V (Sedang)TsunamiYa, setinggi 8–10 m (26–33&#...

 

Alessandro Albani. Alessandro Albani (Urbino, 15 Oktober 1692 – Roma, 11 Desember 1779) merupakan seorang kardinal Gereja Katolik Roma berkebangsaan Italia. Ia terkenal karena dedikasinya pada seni, melindungi dan mendukung kebangkitan neoklasik. Bacaan selanjutnya Debenedetti, ed., Alessandro Albani, patrono delle arti ... = Studi sul Settecento Romano; 9 (1993) Catatan Pranala luar Cardinals of the Holy Roman Church: Alessandro Albani Casino of the Villa Albani Cardinal Albani and the Vil...

 

Saint-Martin-l'HortiercomuneSaint-Martin-l'Hortier – Veduta LocalizzazioneStato Francia Regione Normandia Dipartimento Senna Marittima ArrondissementDieppe CantoneNeufchâtel-en-Bray TerritorioCoordinate49°45′N 1°24′E / 49.75°N 1.4°E49.75; 1.4 (Saint-Martin-l'Hortier)Coordinate: 49°45′N 1°24′E / 49.75°N 1.4°E49.75; 1.4 (Saint-Martin-l'Hortier) Superficie5,79 km² Abitanti257[1] (2009) Densità44,39 ab./km² Altre...

内華達州 美國联邦州State of Nevada 州旗州徽綽號:產銀之州、起戰之州地图中高亮部分为内華達州坐标:35°N-42°N, 114°W-120°W国家 美國建州前內華達领地加入聯邦1864年10月31日(第36个加入联邦)首府卡森城最大城市拉斯维加斯政府 • 州长(英语:List of Governors of {{{Name}}}]]) • 副州长(英语:List of lieutenant governors of {{{Name}}}]])喬·隆巴爾多(R斯塔...

 

Men's 50 metre freestyle at the 2018 FINA World Swimming Championships (25 m)VenueHangzhou Sports Park StadiumDates13 December (heats and semifinals)14 December (final)Competitors128 from 117 nationsWinning time20.33Medalists  Vladimir Morozov   Russia Caeleb Dressel   United States Brad Tandy   South Africa← 20162021 → 2018 FINA World Swimming ChampionshipsFreestyle50 mmenwomen100 mmenwomen200 mmenwo...

 

Ej att förväxla med Storbritannien. För andra betydelser, se England (olika betydelser). England Flagga Statsvapen Valspråk: Dieu et mon droit  (Franska)Gud och min rätt Nationalsång: Ingen (de jure)God Save the King (de facto) läge Huvudstad(även största stad) London Officiella språk Engelska (de facto), korniska (erkänt regionalt språk) Statsskick Icke-decentraliserad riksdel i en konstitutionell monarki  -  Regent Charles III  -  Pre...

Financial product This article is about the type of security used on financial markets. For the term as used in the Uniform Commercial Code and in other legal contexts, see Negotiable instrument. This article's factual accuracy may be compromised due to out-of-date information. Please help update this article to reflect recent events or newly available information. (May 2015) Part of a series onFinancial markets Public market Exchange · Securities Bond market Bond valuation Corporate bo...

 

This is a list of compositions by Niels Viggo Bentzon.[1] Pieces with opus number Op. 1 – Fantasy (Klaviermusik No. 1); for piano Op. 2 – Klaviermusik No. 2 Op. 3 – Small Pieces (7); for piano Op. 4 – Violin Sonata No. 1 Op. 5 – Variations (8) on a Folk Dance; for flute solo Op. 6 – Trio No. 1; for violin, viola, and cello Op. 7a – Klavermusik No. 4; for piano Op. 7b – Klavermusik No. 5; for piano Op. 8 – Klavermusik No. 6; for piano (Op. 9) – Duo; for violin and ...

 

Archaeological site in North Dakota, United States United States historic placeBig Hidatsa Village SiteU.S. National Register of Historic PlacesU.S. National Historic Landmark Big Hidatsa VillageShow map of North DakotaShow map of the United StatesNearest cityStanton, North DakotaCoordinates47°20′22″N 101°22′56″W / 47.33946°N 101.38214°W / 47.33946; -101.38214Area15 acres (6.1 ha)NRHP reference No.66000600[1]Added to NRHPOctober 15, 1...

العلاقات البوليفية الموريتانية بوليفيا موريتانيا   بوليفيا   موريتانيا تعديل مصدري - تعديل   العلاقات البوليفية الموريتانية هي العلاقات الثنائية التي تجمع بين بوليفيا وموريتانيا.[1][2][3][4][5] مقارنة بين البلدين هذه مقارنة عامة ومرجعية للدو�...

 

Miss World 1993 adalah kontes kecantikan Miss World ke-43 yang dilaksanakan pada 27 November 1993 di Sun City Entertainment Centre Sun City, Afrika Selatan. Kontes ini diikuti oleh 81 kontestan seluruh dunia. Ini merupakan tahun kedua berturut-turut penyelenggaraan kontes di Sun City. Pemenangnya adalah Lisa Hanna dari Jamaika. Dia menerima sematan mahkota dari Miss World 1992, Julia Kourotchkina dari Russia. Hasil Pencapaian Final Kontestan Miss World 1993  Jamaica – Lisa Hanna[1&...