Uncialamycin
| Strukturformel | ||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||
| Name | Uncialamycin | |||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C26H17NO6 | |||||||||
| Kurzbeschreibung |
violetter kristalliner Feststoff[1] | |||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||
| Molare Masse | 439,42 g·mol−1 | |||||||||
| Aggregatzustand |
fest[1] | |||||||||
| Löslichkeit |
löslich in DMSO, Methanol, Essigsäureethylester, Acetonitril[1] | |||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||
Uncialamicin ist ein Naturstoff und gehört zur Gruppe der Angucycline und Endiine.[1]
Vorkommen
Uncialamycin wurde aus einem nicht näher spezifizierten Bakterium der Gattung Streptomyces isoliert.[3]
Biologische Bedeutung
Uncialamycin ist in der Lage, hochreaktive Diradikale zu bilden, die gezielt die DNA angreifen. Der Mechanismus beruht auf einer Bergman-Cyclisierung, die zur Bildung von Benzenoid-Diradikalen führt. Diese Diradikale sind in der Lage, sowohl Einzel- als auch Doppelstrangbrüche in der DNA zu verursachen, wodurch Uncialamycin selbst in Abwesenheit von Thiolaktivatoren bereits bei niedrigen Konzentrationen eine effiziente DNA-Schädigung bewirkt. Die DNA-Spaltung erfolgt effizient bei physiologischen pH-Werten, wobei Thiolgruppen wie in Glutathion die Geschwindigkeit der DNA-Spaltung weiter erhöhen.[4]
Neben der ausgeprägten DNA-schädigenden Wirkung zeigt Uncialamycin eine außergewöhnlich starke antibakterielle Aktivität. Die Verbindung wirkt gegen multiresistente Stämme wie Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus und Vancomycin-resistenter Enterococcus faecalis. Bemerkenswert sind die niedrigen minimalen Hemmkonzentrationen, die teilweise im Nanogrammbereich pro Milliliter liegen, was auf eine hohe Potenz hinweist. Besonders relevant ist die Aktivität gegen Burkholderia cepacia, einen Erreger, der chronische Lungeninfektionen bei Mukoviszidose-Patienten verursacht.[4]
Auch im onkologischen Bereich zeigt Uncialamycin ein hohes Potenzial. Es weist eine ausgeprägte Zytotoxizität gegenüber verschiedenen Tumorzelllinien auf, darunter Taxol- und Epothilon-resistente Ovarialkarzinomzellen sowie Melanom-, Brust-, Lungen- und ZNS-Tumorzellen. Im Vergleich zu etablierten Zytostatika wie Taxol oder Epothilon B weist Uncialamycin eine bis zu mehrere Tausendfach höhere Wirksamkeit auf. Gleichzeitig weist Uncialamycin eine geringe Toxizität gegenüber Leukämiezellen auf, was auf eine gewisse Selektivität der Wirkung hindeutet.[4]
Potenzielle Anwendungen von Uncialamycin ergeben sich sowohl in der Krebstherapie als auch in der Behandlung von Infektionskrankheiten. Aufgrund seiner DNA-schädigenden Wirkung ist Uncialamycin insbesondere für die Therapie von chemoresistenten soliden Tumoren interessant. Ebenso könnte es als Wirkstoff gegen multiresistente bakterielle Infektionen eingesetzt werden. In der aktuellen Forschung wird zudem die Nutzung von Uncialamycin als toxische Komponente in Antikörper-Wirkstoffkonjugaten (ADCs) untersucht, um eine gezielte und effiziente Tumorzellzerstörung zu ermöglichen.[3]
Sicherheitshinweise
Uncialamycin ist stark zytotoxisch.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e K. C. Nicolaou, Yanping Wang, Min Lu, Debashis Mandal, Manas R. Pattanayak, Ruocheng Yu, Akshay A. Shah, Jason S. Chen, Hongjun Zhang, James J. Crawford, Laxman Pasunoori, Yam B. Poudel, Naidu S. Chowdari, Chin Pan, Ayesha Nazeer, Sanjeev Gangwar, Gregory Vite, Emmanuel N. Pitsinos: Streamlined Total Synthesis of Uncialamycin and Its Application to the Synthesis of Designed Analogues for Biological Investigations. In: Journal of the American Chemical Society. Band 138, Nr. 26, 6. Juli 2016, S. 8235–8246, doi:10.1021/jacs.6b04339.
- ↑ Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
- ↑ a b Julian Davies, Hao Wang, Terry Taylor, Kaoru Warabi, Xin-Hui Huang, Raymond J. Andersen: Uncialamycin, A New Enediyne Antibiotic. In: Organic Letters. Band 7, Nr. 23, 1. November 2005, S. 5233–5236, doi:10.1021/ol052081f.
- ↑ a b c K. C. Nicolaou, Jason S. Chen, Hongjun Zhang, Ana Montero: Asymmetric Synthesis and Biological Properties of Uncialamycin and 26‐ epi ‐Uncialamycin. In: Angewandte Chemie International Edition. Band 47, Nr. 1, Januar 2008, S. 185–189, doi:10.1002/anie.200704577.
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