Plötzensee

Plötzensee
Blick vom Südufer, 2022
Geographische Lage Berlin-Wedding
Daten
Koordinaten 52° 32′ 38″ N, 13° 19′ 49″ OKoordinaten: 52° 32′ 38″ N, 13° 19′ 49″ O
Plötzensee (Berlin)
Plötzensee (Berlin)
Höhe über Meeresspiegel 31,17 m ü. NHN
Fläche 7,733 9 ha
Länge 752 m
Breite 139 m
Volumen 274.750 m³
Umfang 1,7 km
Maximale Tiefe 7,0 m
Mittlere Tiefe 3,5 m

Besonderheiten

Polytropher, dimiktischer, glazialer Rinnensee

Der Plötzensee (bis 1848: Großer Plötzensee) in Berlin-Wedding ist ein glazialer Rinnensee, ältester Badesee Berlins und mit dem benachbarten Volkspark Rehberge eines der ältesten Landschaftsschutzgebiete der Stadt. Er ist knapp acht Hektar groß und mehr als siebenhundert Meter lang, seit 1922 befindet sich an seinem Südwestufer das Strandbad Plötzensee. Benannt ist er nach dem Karpfenfisch Plötze. Seit 2026 gilt ein verschärftes amtliches Betretungsverbot der bewachsenen Uferzone.

Geographie

Karte mit Tiefenlinien

Zwei Kilometer nördlich und knapp einen halben Meter oberhalb des Niveaus der Spree liegt der See zwischen dem Westhafen und dem nördlich gelegnen Volkspark Rehberge an der Grenze der Berliner Ortsteile Wedding und Moabit. Er liegt in einer glazialen Rinne im Talsand des Berliner Urstromtals, entstanden vor etwa zwanzig Tausend Jahren während der Weichsel-Eiszeit. Die beiden Längsufer umgeben kleinere Hügel aus Dünensanden.[1] Südöstlich in Richtung Spree erstreckt sich ein längerer Flachmoortorf, darin lag der Kleine Plötzensee, der 1848 mit dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal überbaut wurde. Quer über den Kanal und direkt südlich des Plötzensees verläuft die Seestraße, seit 1973 ist sie Autobahnzubringer zur A 100. Jenseits des Schiffahrskanals liegen in südwestlicher Richtung die Justizvollzugsanstalt Plötzensee und die Gedenkstätte Plötzensee.

Rings um den See läuft eine Promenade, angelegt 1926 und später benannt nach dem Afrikaforscher Hans Schomburgk, jenseits befinden sich mehrere, teils ehemalige Friedhofsgelände, dazu gehören:

Plötzensee (18) umgeben von Friedhöfen (17) und dem Volkspark Rehberge, 1928
  • Der Friedhof St. Johannis II der Moabiter Johannisgemeinde, geweiht 1864 und gelegen östlich des Sees an der Seestraße 126.
  • Der landeseigene Friedhof am Plötzensee auf dem ehemaligen Gelände des Friedhofs der St.-Pauls-Gemeinde (1888–1970), nahe dem Nordostufer, seit 2014 Kriegsgräberstätte.
  • Der ehemalige Begräbnisplatz der Kaiser-Friedrich-Gedächtnis- und Heilandskirche (1898–1970), gelegen rings um die Nordspitze des Sees, stillgelegt und seit 1995 eine Parkanlage. Westlich davon liegt der größere St. Johannis und Heilandkirchhof, dessen 2002 stillgelegtes Areal 2030 ebenfalls zu einer Parkanlage umgewidmet werden soll.

Friedhöfe, Parkgelände und das Strandbad bilden eine zusammenhängende, große Grünfläche um den See.

Gesperrter See

Zaun am Nordostufer und Lageplan der gesperrten Abschnitte, 2026

Der Plötzensee gehört seit 1953 zum Landschaftsschutzgebiet Nr. 6: Volkspark Rehberge einschließlich des Plötzensees mit Ufergelände.[2] Seit 2008 ist das Baden im See verboten, ausgenommen ist ein mit Bojenketten abgesteckter Bereich um das Strandbad.[3] Zum Schutz des limnischen Ökosystems ließ das Bezirksamt 2010 rings um den See einen Zaun anlegen. Nach anhaltender Missachtung des Badeverbots und starker Bodenerosion durch Trittbelastung erließ das Amt 2021 zusätzlich ein Betretungsverbot der Uferböschungen[4] und verschärfte die Regelungen 2026.[5]

Badeanstalten

Strandbad Plötzensee, 2005

Der Plötzensee ist der älteste bewirtschaftete Badesee Berlins, seit den 1820er Jahren gab es eine Militär-Schwimm-Anstalt gefolgt von je zwei öffentlichen und zwei privaten Badeanstalten. Bis ins frühe 20. Jahrhundert hatte der See wegen zahlreicher Badeunfälle den Beinamen „Totes Meer“.[6]
Eine erste Badestelle richtete das 2. Garde-Regiment zu Fuß am Südostufer nahe der Seestraße ein und baute diese 1860 zu einer größeren Anstalt aus,[7][8] gegenüberliegend am Südweststrand ließ die Stadt Berlin um 1839 einen kleineren Badestrand aufschütten, an dem sie bis 1851 einen Bademeister unterhielt, 1877 bis 1921 folgten am gleichen Ort zwei private, auf den See hinaus gebaute Wellenbäder. Nordwestlich davon legte die Stadt schließlich ab 1922 das große, heute denkmalgeschützte Freibad Plötzensee an. Zur Geschichte des Sees als Badesee siehe:

Geschichte

Im Mittelalter lag der See inmitten eines ausgedehnten Waldgebietes, das über mehrere Jahrhunderte in Besitz des 1239 gegründeten Benediktinerinnenklosters Spandau war, der Wald war seitdem bekannt als Jungfernheide. Die Nonnen des Klosters betrieben eine größere Fischwirtschaft, ihnen gehörten zahlreiche Gewässer im heutigen Stadtgebiet, so auch der Plotczensehe und der Lietzensee. 1436 verpachteten die Nonnen die Fangrechte in sämtlichen Seen für jährlich zehn Böhmische Schock an die Berliner Fischer,[9] 1443 traten sie die Rechte am Plottzensee an die Stadt Berlin ab.[10]

Nachdem das Kloster infolge der Reformation aufgelöst worden war, gehörte der See zum kurfürstlichen Vorwerk Wedding und ab Mitte des 17. Jahrhunderts zum Vorwerk vor dem Spandauer Tor (dem späteren Monbijou). 1817 erwarb der Berliner Magistrat meistbietend das alte Vorwerk – für den Großen und den Kleinen Plötzensee zahlte er damals 100 Thaler – und verwandelte das Land im Jahr darauf in Freies Eigentum.[11]

Mit dem Bau des Schiffahrtskanals ab 1848 ging das Eigentum am Plötzensee nach jahrelangen Verhandlungen 1864 auf den preußischen Staat über, der im See einen Überwinterungshafen für Kähne plante, aber nicht realisierte. Besitzrechtlich gehörte der See anschließend zum Gutsbezirk Tegel-Forstrevier (später Gutsbezirk Plötzensee), administrativ zum Kreis Niederbarnim der Preußischen Provinz Brandenburg.[12] 1915 wurde der See nach Berlin eingemeindet und war 1920 bei der Gründung von Groß-Berlin wieder Eigentum der Stadt.[13] Das nordöstlich angrenzende Gelände erwarb der Magistrat vom preußischen Fiskus im Januar 1926, um dort den Volkspark Rehberge anzulegen.[14]

Erschließung und Bebauung

Steilufer am heutigen Badestrand, 1906 – Entgegengesetzte Blickrichtung vom Südufer, 1925. Badeanstalt mit drei Türmchen, gegenüber Stege des Militärbads.

Wenige Meter vor der Südspitze und einst gelegen zwischen dem Großen und Kleinen Plötzensee verläuft die Seestraße, sie war bereits 1766 kartiert als Verbindung der damaligen Stadt Charlottenburg mit dem Dorf Schönhausen.[15] Nahe der Straße am Nordostufer legte das 2. Garde-Regiment zu Fuß 1824 eine erste Badestelle an, etwas vom See entfernt, am Ort des heutigen Goetheparks, befanden sich damals mehrere Schießplätze. Spätestens ab den 1850er Jahren gab es auch zwei Schießstände direkt am Nordostufer in Höhe der heutigen Terrassen am Plötzensee.[16]

Im Revolutionsjahr 1848 befahl König Friedrich Wilhelm IV. den Bau des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals und mehr als Eintausend Arbeiter legten die Wasserstraße samt Schleuse Plötzensee an, ihr erster Standort war gegenüber dem Eingang des heutigen Strandbads. Der Kanal passiert den See kaum fünfzig Meter von der Südspitze entfernt, er liegt auf einem niedrigeren Niveau, seit der Regulierung der Unterspree 1884 beträgt der Unterschied zum höhergelegenen See gut vierzig Zentimeter.[17]

Der Bau des Kanals führte im Sommer 1849 zu einer Verkleinerung des Plötzensees, als die damalige Badestelle an der Südspitze zugeschüttet und eine neue Straße angelegt wurde,[18] seit 1870 trägt sie den Namen Nordufer (heutige Grundstücke Nr. 23–26, umnummeriert 1925). Der Name Nordufer bezieht sich nicht auf das Seeufer, sondern auf das Nordufer des Kanals.

1873–1913: Moabiter Eiswerk / Norddeutsche Eiswerke

Paternosterwerk“, 1896 – Großbrand, gesehen vom heutigen Badestrand, 1913

Über vier Jahrzehnte diente der Plötzensee der Gewinnung von Natureis zur Herstellung von Stangeneis. Auf einem etwa drei Hektar großen Gelände im Süden des heutigen Strandbades errichteten Moritz und Robert Ahrens 1873 ein erstes Eiswerk unter dem Namen Moabiter Eiswerk, 1890 wurde es übernommen von den Norddeutschen Eiswerken des Berliner Unternehmers Carl Bolle. Regelmäßig war der See damals im Winter zehn bis dreißig Zentimeter dick zugefroren, Arbeiter zerteilten mithilfe von Eispflügen und Sägen die Eisdecke in gleichförmige Quader und zogen diese ans Ufer.[19]

„Der […] Plötzensee im Norden von Berlin, der vollständig für die Zwecke der Eisaufspeicherung bestimmt ist, wird auf diese Weise seiner Eisdecke in wenigen Tagen entkleidet, und zugleich wird die Ernte in den beiden großen, an seinem Ufer stehenden Speichern untergebracht. […] Ungeheure „Paternosterwerke“, die aus dem Wasser bis unter das Dach reichen und deren jeder Speicher mehrere besitzt, heben die Eistafeln […] empor.“

Wilhelm Berdrow, 1896[20]

Die zwölf bis vierzehn Meter hohen Eishäuser konnten rund zwanzigtausend Kubikmeter Eis aufnehmen und waren mit Holzwolle gedämmt. Im Sommer 1913 brannten sie bei einem Großfeuer ab.[21]

Das Gelände der Eiswerke war das einzige Privatgrundstück am See,[22] am südlichen Betriebsgelände baute Wilhelm Auerbach die vorhandene Badestelle 1877 zu einem Wellenbad aus, ein weiterer großer Umbau erfolgte 1906 durch Marie Pantzier, die ein großes, zweigeschossig auf den See hinaus umbautes Schwimmbecken sowie ein größeres Gartenrestaurant am Ufer errichtete. Es war bis etwa 1921 in Betrieb.

Nach 1920: Lackfabrik und Bootsverleih

Am Bootsverleih, 2017

1922 erwarben die Standard Lack-Werke aus Charlottenburg das Gelände der alten Eiswerke, errichteten Labor- und Fabrikgebäude und ließen diese 1934 durch die Architekten Böhmer & Petrich ausbauen.[23] Aus dem benachbarten Freibad gab es Beschwerden wegen der „durch die Produktion der Lacke ausströmenden Gase und Gerüche“,[24] dennoch blieb die Fabrik bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg vor Ort. 1955 ließ das Bezirksamt Wedding auf dem Gelände das Kinderwohnheim Frohsinn Plötzensee errichten, einem größeren Komplex aus fünf zweigeschossigen Wohnhäusern. Seit 2002 unterhält dort das Unionhilfswerk ein Wohnheim, es bietet Platz für dreißig Menschen mit Hilfebedarf.

Das gegenüber liegende Grundstück an der Südostspitze des Sees wurde erstmals um 1926 bebaut,[25] dort entstand ein Anleger mit Bootshaus und Bootsverleih, der über achtzig Jahre (1946–2026) in Betrieb war. Östlich angrenzend auf dem Grundstück des heutigen Park am Plötzensee an der Seestraße befand sich in den 1930er Jahren die Gaststätte Schweizer Häuschen, unter den Nationalsozialisten waren dort dreißig Menschen der Zwangsarbeit für den Konzern Siemens & Halske unterworfen.[26]

1926: Seepromenade und Terrassen

Terrassen am Nordostufer, 1934 – ebenda, Blick zum Strandbad, 2026

1925/26 ließ Bezirksgartendirektor Rudolf Germer rings um den See eine „gärtnerisch sehr schöne Uferpromenade“ anlegen und mit einer größeren Seeterrasse am Nordostufer gegenüber dem Strandbad ausstatten.[27] Das Ensemble wurde in der Presse damals durchweg positiv aufgenommen:

„Es ist das Ideal eines kleineren, begrenzten Strandbades, verschönt durch reizvolle gärtnerische Umrahmung, die sich mit Promenaden und schönen Ausblicken auf See und Strandbad zwischen dem Wasser und den alten Friedhöfen um den ganzen Plötzensee hinzieht.“

Berliner Börsen-Zeitung, 1928[28]

Zweiter Weltkrieg

Luftbild, 31. Mai 1944

Obwohl relativ wenig bebaut, gab es um den Plötzensee zahlreiche schwere Gebäudeschäden. Bei den Luftangriffen auf Berlin trafen im Oktober 1940 Fliegerbomben ein Bürohaus der Lackwerke am Nordufer 27 und setzen auch das dortige Lager in Brand.[29] Nach einem erneuten Luftangriff im September 1943 mit Treffern von Spreng- und Phosphorbomben galt das Gebäude als „total“ zerstört. Gleichzeitig getroffen wurde auch das Fabrikgelände der Lackwerke am Seeufer (Nordufer 24–25) – nach Einschlägen von vier Spreng- und mehreren Brandbomben musste die Produktion vollständig eingestellt werden.[30] Zwei Monate darauf, nach dem Großangriff auf Berlin vom 22. November 1943, galt das Fabrikgelände als „Totalschaden“.[31]

Im August 1944 zerstörte eine Sprengbombe das Restaurant Waldhütte Jungfernheide (Nordufer 29) am Freibad,[32] am Sylvesterabend 1944 schließlich schlug eine große blockbuster Minenbombe auf dem Gelände des Freibads ein und richtete schwere Gebäudeschäden an.[33]

2026 kam es bei den Arbeiten zur Renaturierung des Nordwestufers zu mehreren Funden von Weltkriegsmunition.[34]

Ökologie

Botanische Erstbeschreibungen

Bart-Glanzleuchteralge

Im frühen 19. Jahrhundert entdeckten Biologen im See mehrere der Wissenschaft bisher unbekannte Armleuchteralgen, darunter die seltene Spezies der Bart-Glanzleuchteralge (Lychnothamnus barbatus), erstmals gefunden im Plötzensee und beschrieben 1827 von Franz Julius Ferdinand Meyen.[35][36]

Benannt nach dem Plötzensee ist außerdem eine Brombeerenart mit der deutschen Bezeichnung: Plötzensee-Haselblattbrombeere (Rubus leuciscanus), erstmals gefunden unweit des Plötzensees und beschrieben 1882 vom Botaniker Ernst Krause.[37][38]

Flora und Fischfauna

Der Plötzensee ist ein natürlich eutropher (nährstoffreicher), durch menschlichen Einfluss auch polytropher (nährstoffbelasteter) See mit typischer Schwimmblattvegetation nebst Schwebepflanzen. Er ist EU-klassifiziert als geschützter Lebensraumtyp mit Vegetation des Magnopotamions und Hydrocharitions.

2025 attestierte das Naturschutzamt eine vermehrte Algenentwicklung, die Ausbreitung von Hornblatt, den Verlust der letzten Röhricht-Relikte sowie erodierte Böschungen entlang fast des gesamten Ufers. Als Auslöser galten „Klimaerwärmung, Nährstoffeintrag durch übermäßige Badenutzung und damit verbundene Ufererosion“. Um den See vor dem Umkippen zu bewahren, wurde seit 1997 mehrfach Faulschlamm aus dem See gepumpt, 2026 ließ das Bezirksamt zusätzlich das nördliche Ufer renaturieren.[39]

Nordspitze nach der Renaturierung, 2026

Rund um den See wuchsen 2026 zahlreiche Erlen (Alnus glutinosa), sie waren Teil eines alten, mehrschichtigen Gehölzbestands überwiegend heimischer Arten, darunter auch einige Silber-Weiden (Salix alba) und Ulmen (Ulmus glabra). Ein am Militärbad 1843 gepflanzter Kastanienbaum (Aesculus hippocastanum) sowie ein gut dreißig Meter hoher Ahorn (Acer platanoides) von 1857 waren als Naturdenkmale geschützt.[40]

Fischereirechtlich bewirtschaftet war der See zuletzt vom Land Berlin,[41] er galt als gutes Angelgewässer für Karpfen (Cyprinus carpio), mit gefangenen Exemplaren von bis zu 16 Kilogramm. Zusätzlich wurden 2000–2023 folgende Fischarten im Plötzensee nachgewiesen: Aal (Anguilla anguilla), Barsch (Perca fluviatilis), Gründling (Gobio gobio), Güster (Abramis bjoerkna), Hecht (Esox lucius), Kaulbarsch (Gymnocephalus cernuus), Rapfen (Aspius aspius), Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus), Schleie (Tinca tinca), Ukelei (Alburnus alburnus), Zander (Sander lucioperca), als Neozoon die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) und nicht zuletzt die Plötze (Rutilus rutilus), der am weitesten verbreitete Fisch in Berlin.[42]

Der Plötzensee ist dimiktisch, seine Wasserschichten durchmischen sich zwei Mal jährlich im Frühling und Herbst mit den jahreszeitlichen Temperaturschwankungen. Er ist Grundwasser gespeist und hat keinen oberirdischen Zufluss oder Abfluss, unterirdische, kühle Quellen wurden seit dem 19. Jahrhundert vermutet. Die 2012–2026 gemessenen Sichttiefen unter Wasser variierten stark, sie betrugen zwischen zwei bis drei Metern im Frühling und einem halben Meter mit wachsender Hypertrophie im Spätsommer.[43]

Persönlichkeiten

  • Tomasz Kuklicz (* 1975), Musiker, bekannt als DJ Tomekk, lebte Anfang der 1990er Jahre im Kinderwohnheim Frohsinn Plötzensee, Nordufer 24–25.[44]

Wissenswertes

  • 1906 begann am Militärbad die als Köpenickiade bekannte Hochstapelei des verkleideten Hauptmanns von Köpenick. Dieser stellte dort rund ein Dutzend Soldaten unter sein Kommando und zog mit ihnen durch die Stadt nach Köpenick, um dort spektakulär das Rathaus zu besetzen.
  • Bei einem der schwersten Gewitterunglücke der Geschichte Berlins wurden im Juni 1910 auf dem Gelände des späteren Freibades am Zaun zum damaligen Heilands-Friedhof sieben Menschen vom Blitz erschlagen.[45]

Literatur

  • Otto Monke: Plötzensee. In: ders.: Berliner Sagen und Erinnerungen. Quelle & Meyer, Leipzig 1913, S. 68.[47]
  • Wilhelm Oehlert: Plötzensee. In: ders.: Moabiter Badeanstalten ehedem und jetzt. Bibliothek des Magistrats, Berlin 1893, S. 69–91. Digitalisat der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
Commons: Plötzensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz: Geologische Karte von Berlin 1:10.000. Berlin 1990.
  2. Stadt Berlin: Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Volkspark Rehberge einschließlich des Plötzensees mit Ufergelände im Verwaltungsbezirk Wedding von Berlin. Vom 25. März 1953, GVBl. 1953, 213.
  3. Stadt Berlin: Verordnung über die Qualität und die Bewirtschaftung der Badegewässer. (Badegewässerverordnung § 3, Beschränkung des Gemeingebrauchs) vom 7. Juli 2008, GVBl. S. 182.
  4. Bezirksamt Mitte von Berlin: Allgemeinverfügung über das Betretungsverbot für bestimmte Uferbereiche des Plötzensees. Bekanntmachung vom 17. September 2021. Amtsblatt Nr. 41, 17. September 2021, S. 3757.
  5. Bezirksamt Mitte von Berlin: Allgemeinverfügung über das Betretungsverbot für bestimmte Uferbereiche des Plötzensees. Bekanntmachung vom 26. März 2026. Amtsblatt Nr. 15, 10. April 2026, S. 891. Digitalisat (PDF, 1 MB)
  6. Das „Tote Meer“ bei Berlin. In: Vorwärts, 44. Jg., Nr. 268, 1. Beilage, 09. Juni 1927, S. 5. (Mit Illustration und Nacherzählung der „Sage vom Plötzensee“)
  7. Otto von Lüdinghausen-Wolff: Geschichte des Königlich Preussischen 2. Garde-Regiments zu Fuss. Berlin: Mittler und Sohn, Berlin 1882, S. 93.
  8. Badeanstalt kartiert von der Königlich Preussischen Landesaufnahme: Urmesstischblatt 3446 Berlin (Nord), 1825/1832 Berlin.
  9. Stadt Berlin: Urkunde LXVI vom 28. Februar 1436. In: Ferdinand Voigt: Urkunden-Buch Zur Berlinischen Chronik. Verlag Mittler und Sohn, Berlin 1880, S. 363, Digitalisat der Zentral und Landesbibliothek Berlin.
  10. Ernst Fidicin: Historisch-diplomatische Beiträge zur Geschichte der Stadt Berlin. 2, Berlinische Urkunden von 1261 bis 1550. Verlag von Duncker und Humblot, Berlin 1837, S. 190, Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek.
  11. Wilhelm Oehlert: Plötzensee. In: ders.: Moabiter Badeanstalten ehedem und jetzt. Bibliothek des Magistrats, Berlin 1893, S. 69, 71.
  12. Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung - Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Band II. Berlin 1873, S. 38–39.
  13. Markus Reitzig: Berlin-Wedding in der Zeit der Hochindustrialisierung (1885-1914). Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin 2005, S. 13.
  14. Gustav Böß: Dringlichkeitsvorlage zur Beschlußfassung — über den Ankauf eines etwa 160 ha großen Teiles der Jungfernheide und Inangriffnahme von Notstandsarbeiten auf diesem Gelände. In: Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin, No. 5 (76–98), 29. Januar 1926. S. 43f.
  15. Johann David Schleuen: Grundriss der Königlich-Preussischen Residenz-Stadt Berlin, nebst der umliegenden Gegend. Berlin 1766. Digitalisat der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
  16. Carl Birk: Situationsplan der Haupt- und Residenzstadt Berlin. Verlag von Simon Schropp & Comp., Berlin 1856. Digitalisat der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
  17. Wasserportal Berlin: Mittelwasser Schleuse Berlin-Ploetzensee Unterpegel: MW 30,74m +NHN, Mittelwasser Plötzensee: MW 31,17n +NHN (Abgerufen 1. Juni 2026)
  18. Karl Ludwig Friedrich von Hinckeldey: Bekanntmachung. In: Königlich privilegirte Berlinische Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen. Berlin 13. Juni 1849, S. 22.
  19. Wilhelm Berdrow: Die Gewinnung des Natureises. Mit Illustrationen von William Pape. In: Die Gartenlaube, Jahrgang 1896, Heft 47, Leipzig 1896, S. 798–799, 801. (Mit mehreren Illustrationen) Transkription bei Wikisource.
  20. Wilhelm Berdrow: Die Gewinnung des Natureises. In: Die Gartenlaube, Jahrgang 1896, Heft 47, Leipzig 1896, S. 797.
  21. Großfeuer in Plötzensee. In: Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung, Morgen-Ausgabe, 30. Juli 1913, S. 3.
  22. Königliches Katasteramt, Auszug mit Situationsplan, 1910. In: Umgemeindung der Jungfernheide mit Plötzensee, Bd. 1, Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam, Signatur: 2A I Kom 1424. Archivalie, S. 362f.
  23. Böhmer & Petrich: Belegschaftsgebäude der Standard-Lack-Werke, Berlin-Plötzensee. Lagepläne. Architekturmuseum der TU Berlin, Inv. Nr. FB 015,0001.
  24. Die Weltstadt im Grünen. In: Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung, Morgen-Ausgabe, 31. Juli 1927, S. 23.
  25. Landesarchiv Berlin: Bauakte Nordufer 23, B Rep. 203 Nr. 5930.
  26. Lagerdatenbank des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit, Stiftung Topographie des Terrors. (Abgerufen 2. Juni 2026)
  27. Wassersportplatz Plötzensee. In: Deutsche allgemeine Zeitung, 25. Juli 1928, S. 6.
  28. Berlins neue Strandbäder. In: Berliner Börsen-Zeitung, Abendausgabe, 27. Juli 1928, S. 5.
  29. Laurenz Demps (Hrsg.): Luftangriffe auf Berlin : die Berichte der Hauptluftschutzstelle 1940 - 1945. Ch. Links, Berlin 2012. Spezialinventar von Kerstin Bötticher. S. 85. (=LAB, A Rep. 001-02, Nr. 700, Bl. 56. Dokument 024: Berichte über den 31. Fliegeralarm am Montag, dem 7. Oktober 1940)
  30. Laurenz Demps (Hrsg.): Luftangriffe auf Berlin : die Berichte der Hauptluftschutzstelle 1940 - 1945. Ch. Links, Berlin 2012. Spezialinventar von Kerstin Bötticher. S. 577, 585–586. (=LAB, A Rep. 001-02, Nr. 701, Bl. 127f, 130.: Berichte über den 130. Fliegeralarm am Freitag, dem 3. September 1943, und Sonnabend, dem 4. September 1943.)
  31. Laurenz Demps (Hrsg.): Luftangriffe auf Berlin : die Berichte der Hauptluftschutzstelle 1940 - 1945. Ch. Links, Berlin 2012. Spezialinventar von Kerstin Bötticher, S. 637. (=LAB, A Rep. 001-02, Nr. 174: Einzelangaben über Schäden an öffentlichen Gebäuden, Industrie- oder Versorgungsbetrieben und Kulturstätten, ausgefertigt am 9. Dezember 1943.)
  32. Laurenz Demps (Hrsg.): Luftangriffe auf Berlin : die Berichte der Hauptluftschutzstelle 1940 - 1945. Ch. Links, Berlin 2012. Spezialinventar von Kerstin Bötticher, S. 880. (=LAB, A Rep. 001-02, Nr. 702, Bl. 123 f.: Berichte über den 228. Fliegeralarm am Sonnabend, dem 12. August 1944.)
  33. Laurenz Demps (Hrsg.): Luftangriffe auf Berlin : die Berichte der Hauptluftschutzstelle 1940 - 1945. Ch. Links, Berlin 2012. Spezialinventar von Kerstin Bötticher, S. 984. (=LAB, A Rep. 001-02, Nr. 702, Bl. 183 f.: Bericht über den 269. Fliegeralarm am Sonntag, dem 31. Dezember 1944.)
  34. Bezirksamt Mitte von Berlin: Pressemitteilung Nr. 114/2026 vom 07. Mai 2026
  35. Uwe Raabe: Die Sternleuchteralge (Nitellopsis obtusa) in Berlin wieder aufgefunden. In: Verhandlungen des Botanischen Vereins von Berlin und Brandenburg, Band 139, Berlin 2006, S. 181.
  36. Lychnothamnus barbatus (Meyen) Leonhardi 1863 In: M.D. Guiry in Guiry, M.D. & Guiry, G.M.: AlgaeBase. World-wide electronic publication. 20. Januar 2025, National University of Ireland, Galway. (Abgerufen am 30. Mai 2026)
  37. Ernst Krause: Rosaceae. In: Peter Prahl (Hrsg.): Kritische Flora der Provinz Schleswig-Holstein, des angrenzenden Gebiets der Hansestädte Hamburg und Lübeck und des Fürstenthums Lübeck. Unter Mitwirkung von R. von Fischer-Benzon und E.H.L. Krause. II. Teil, Kiel 1890. S. 82. Krause schreibt: „Schößling kriechend, rundlich, dickbereift, nadelstachlig. Endblättchen fast dreieckig. Blütenstand mit wenigblütigen, blattwinkelständigen Asten. Blumen weiß. Griffel grün. Vorkommen: Bei Berlin unweit des Plötzensees!!“.
  38. Rubus leuciscanus E. H. L. Krause (Plötzensee-Haselblattbrombeere) Bundesamt für Naturschutz: Pflanzensteckbrief (floraweb.de, abgerufen am 3. Juni 2026).
  39. Ufersanierung Plötzensee, Projektnummer: 2027-B5-G, Umwelt- und Naturschutzamt, Bezirksamt Mitte (berlin.de abgerufen am 4. Juni 2026)
  40. Baumnummer 896-ND und 889-ND. Geoportal Berlin, Karte: Baumbestand Berlin. (Abgerufen 6. Juni 2026)
  41. Information zum Angeln am Plötzensee. (Memento des Originals vom 24. März 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berlin.de Berliner Senat.
  42. Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.): Fische in Berlin - Bilanz der Artenvielfalt 2023. Spezieller Teil - Ergebnisse zu den einzelnen Arten. Berlin 2024, S. 38–104.
  43. Wasserportal Berlin: Messstelle Plötzensee, Freibad, Sichttiefe. (berlin.de, abgerufen am 4. Juni 2026)
  44. Cornelius Tittel: Leben dank HipHop. In: Die Tageszeitung, Berlin 16. Oktober 2000.
  45. Blitzkatastrophe in der Jungfernheide. In: Berliner Börsen-Zeitung, Berlin 13. Juni 1910, S. 5–6.
    Der vom Blitz erschlagene Garde-Füsilier. In: Norddeutsche allgemeine Zeitung, Berlin 16. Juni 1910, S. 2
  46. Rückblick auf die Sommerschwimmzeit. In: Kölnische Zeitung, 4. September 1924, S. 12.
  47. Monke fasst sich kurz: „Wo der große Plötzensee liegt, soll früher ein Dorf gestanden haben; das ist einst in die Erde versunken, und der See hat sich darüber gebildet. In der Johannisnacht kann man zuweilen die Kirchenglocken auf dem Grunde läuten hören. Auch sonst ist’s dort nicht recht geheuer, und in jedem Jahr fordert der See ein Opfer.“

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