Peter Tauscher
Peter Tauscher (* 8. Februar 1944 in Waldenburg/Schlesien[1]) ist ein deutscher Keramiker.
Leben und Werk
Der Vater Tauschers hatte ein Malergeschäft. Er riet seinem Sohn aber, Töpfer zu werden, und dieser absolvierte bis 1961 eine Lehre als Töpfer und arbeitete in seinem Beruf. 1967 erlangte er den Meistertitel. In der Folge bildete er fast 150 Lehrlinge aus, von denen nicht wenige dann Fach- oder Hochschulen besuchten.
Ab 1969 bis 1972 arbeitete Tauscher in der Steinzeugtöpferei Matthias in Crinitz. Dort heiratete er 1969 die Keramikerin Irene Matthias (* 1949). Beide zogen sie 1972 in die Töpferstadt Waldenburg in Sachsen. Ab 1972 war Tauscher Direktor des VEB Keramik Waldenburg, der aus der Verstaatlichung von Waldenburger Töpferbetrieben entstanden war. Als diese Verstaatlichung zu einer Verschlechterung des Angebots führte, äußerte er gegenüber führenden Wirtschaftspolitikern der DDR deutliche Kritik und Ideen, die letztlich 1974 zur Bildung des VEH Bildende Kunst und Antiquitäten (Staatlicher Kunsthandel der DDR) beitrugen. Ab 1976 war Tauscher in Waldenburg Leiter der aus dem VEB Keramik gebildeten Werkstatt des Staatlichen Kunsthandels. Er unternahm für den Kunsthandel Auslandsreisen, u. a. nach Kuba und in die Bundesrepublik.
Die Werkstatt des Kunsthandels wurde im Zuge der deutschen Wiedervereinigung liquidiert, und Tauscher gründete am 6. Dezember 1991 die Keramikwerkstatt Peter Tauscher Waldenburg, die Steinzeug als Gebrauchs- und Zierkeramik produziert.
Tauscher gründete 1991 auch die Galerie Tauscher, 2006 den Geschichtsverein Waldenburg e.V. und 2019 das Institut Forum Waldenburg gGmbH mit dem Museum für Keramik und angewandte Kunst.[2]
Als Töpfer und Keramiker schuf Tauscher vor allem Gefäßkeramik.
Er war von 1976 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und hatte in der DDR eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1977 bis 1988 an der VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden.
Fotografische Darstellung Tauschers
- Christian Borchert: Irene und Peter Tauscher in ihrer Keramikwerkstatt in Waldenburg (1978)[3]
Literatur
- Fritz Kämpfer, Klaus G. Beyer: Kunsthandwerk im Wandel. Aus dem Schaffen dreier Jahrzehnte in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1984
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 943/944
Weblinks
- about
- Interview mit Museumsleiter Peter Tauscher | SCHÖNBURGER LAND
- Geschichte der Keramikwerkstatt Waldenburg und internationale Begegnungen | Art in Networks — The GDR and its Global Relations
Einzelnachweise
- ↑ Entgegen anderen Quellen handelt es sich nach Hans Jürgen Ende, Matthias Tullner: Zwischen Zahn und Rand. Marken und Münzen als Spiegel deutscher Geschichte. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale, 2002, S. 207, nicht um das sächsische Waldenburg.
- ↑ Das Museum für Keramik und angewandte Kunst Waldenburg
- ↑ Christian Borchert: Irene und Peter Tauscher in ihrer Keramikwerkstatt in Waldenburg. 1978, abgerufen am 1. August 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tauscher, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Keramiker |
| GEBURTSDATUM | 8. Februar 1942 |
| GEBURTSORT | Waldenburg/Schlesien |
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