Cruz war von Louis Pasteur beeinflusst und gilt als Pionier der Erforschung von Tropenkrankheiten in Brasilien. 1900 gründete er das Instituto Seroterápico Nacional im Quartier Manguinhos von Rio de Janeiro; das Institut wurde später in Fundação Oswaldo Cruz umbenannt und ist international bekannt. Cruz führte erfolgreiche Kampagnen gegen Bubonenpest, Gelbfieber, Pocken und Malaria durch. Er unternahm auch riskante Reisen ins Amazonasgebiet. Sein Schüler Carlos Chagas entdeckte den Erreger der Chagas-Krankheit und benannte diesen nach seinem Lehrer Cruz (Trypanosoma cruzi).[1]
Cruz war Mitglied der Academia Brasileira de Letras und besetzte deren fünfte cadeira von 1912 bis zu seinem Tod 1917.
Die Krankenschwester Josephina de Mello (1920–1995) erhielt im Jahr 1978 auf Anregung des brasilianischen Gesundheitsministers Almeido Machado für ihre Verdienste um die Krankenpflege im Amazonasgebiet die Auszeichnung „Merito Oswaldo Cruz.“ De Mello hatte zuvor etliche pflegerische Anliegen von Oswaldo Cruz im Amazonasgebiet in die Tat umgesetzt.[3][4] Dazu gehörten die Gesundheitsbildung der indigenen Bevölkerung, die Versorgung schwangerer Frauen und Neugeborener, die Kontrolle übertragbarer Tropenkrankheiten sowie das Führen von Biostatistiken.[5]
Henrique Cukierman: Yes, nós temos Pasteur: Manguinhos, Oswaldo Cruz e a história da ciência no Brasil. Relume Dumará/FAPESP, Rio de Janeiro 2007, ISBN 978-85-7316-536-4.
↑Wolfgang U. Eckart: Oswaldo Goncalves Cruz, in: Wolfgang U. Eckart und Christoph Gradmann: Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart, 1. Aufl. 1995 C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung München, 2. Aufl. 2001, 3. Aufl. 2006, Springer Verlag Heidelberg, Berlin, New York. Ärztelexikon 2006
↑Souza Campos, Paulo Fernando de, Taka Oguisso: Exclusión de mujeres negras. Su Representación en la Enfermeria Profesional, in: Revista Index de Enfermeria, Vol. 55, Granada 2006, S. 27–31.
↑Lopes, N.D., Silva, M.S.: Os Diretores da Escola de Enfermagem de Manaus 1949–2007, História da Enfermagem Revista Electrônica HERE, Vol. 1, 2010, S. 138–149.
↑Taka Oguisso, Lily Löw und Genival Fernandes de Freitas: Josephina de Mello (1920–1995), in: Hubert Kolling (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte „Who was who in nursing history“, Band 8; hpsmedia Nidda 2018, S. 184–187.