Olšany

Olšany
Wappen von Olšany
Olšany (Tschechien)
Olšany (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Vyškov
Fläche: 1870 ha
Geographische Lage: 49° 14′ N, 16° 53′ OKoordinaten: 49° 14′ 27″ N, 16° 53′ 13″ O
Höhe: 418 m n.m.
Einwohner: 649 (1. Jan. 2023)[1]
Postleitzahl: 683 02
Kfz-Kennzeichen: B
Verkehr
Straße: Habrovany – Olšany
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Jan Ivanšík (Stand: 2026)
Adresse: Olšany 66
683 01 Rousínov u Vyškova
Gemeindenummer: 550132
Website: www.olsany.org
Lage von Olšany im Bezirk Vyškov

Olšany (deutsch Olschan, früher Ollschan) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt elf Kilometer südwestlich von Vyškov und gehört zum Okres Vyškov. Die Gemeinde ist Teil der Mikroregion Drahanská vrchovina.

Geographie

Ortsansicht

Olšany befindet sich am südwestlichen Fuße des Drahaner Berglandes am Übergang zur Vyškovská brázda (Wischauer Tor). Das Dorf erstreckt sich im Tal des Baches Olšanský potok bzw. Habrovanský potok. Nordöstlich erhebt sich die Ostatečná hora (410 m n.m.) und im Westen die Červená hora sowie der Červený vrch (Roter Berg, 535 m n.m.). Südlich von Olšany liegen drei große, aufgelassene Steinbrüche.

Nachbarorte sind Račice-Pístovice im Nordosten, Nemojany im Osten, Habrovany, Královopolské Vážany und Vítovice im Süden, Pozořice im Südwesten sowie Hostěnice im Westen.

Geschichte

Olšany wurde Ende des 17. Jahrhunderts durch die Fürsten von Liechtenstein gegründet. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes datiert auf den 6. Mai 1691 und findet sich in den Matriken der Pfarre Luleč. Das älteste Ortssiegel stammt aus dem Jahr 1713. Die ersten Siedler waren 28 Familien aus Studnice, die in den fürstlichen Wäldern als Holzfäller und Köhler arbeiteten. Damals bestanden ein herrschaftliches Jägerhaus und eine Schänke. 1754 zählte das Dorf 28 Chaluppen. 1791 wurden 253 Einwohner verzeichnet. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Olšany der Herrschaft Pozořice untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Olšany ab 1850 eine politische Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft Vyškov. Neben der Forstarbeit entwickelte sich die Heimweberei zu einer wichtigen Erwerbsquelle. In vielen Haushalten wurden Webstühle betrieben. Der 1865 begonnene Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Brünn und Přerov durch die Mährisch-Schlesische Nordbahn führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung des Ortes. 1867 entstand südlich des Dorfes im Grund Žleb der erste Steinbruch, der bis 1869 stark erweitert wurde. Der Bahntransport der Steine erfolgte über die Bahnstation Komořany u Vyškova. 1876 wurde auf dem Červený vrch der Aussichtsturm Pyramida errichtet. 1877 entstand eine Dorfschule. Die Heimweberei wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingestellt. 1905 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr. 1914 wurden in Olšany sechs Steinbrüche mit bis zu 200 Beschäftigten betrieben. Der nach Militärübungen beschädigte Aussichtsturm auf dem Červený vrch wurde 1918 wiederhergestellt. 1924 wurde ein Waldfriedhof angelegt. Auf dem Červený vrch entstand 1926 ein neuer, 36 Meter hoher Turm. In der Mitte des 20. Jahrhunderts begann die touristische Erschließung der Gemeinde. Ferdinand Myslín legte 1931 auf seinem Gut ein 700 m² großes Naturbad an, neben dem die Gaststätte U koupaliště entstand. Bad und Gaststätte wurden 1950 verstaatlicht. Das Bad wurde später abgerissen. 1961 wurde Olšany mit Habrovany zur Gemeinde Habrovany-Olšany zusammengeschlossen. Diese wurde 1990 wieder aufgelöst. 1993 erwarb das dem Schauspieler Bolek Polívka gehörende Unternehmen Poulain s.r.o. die ehemalige genossenschaftliche Kuhstallung und richtete darin eine Pferdefarm mit Gastwirtschaft ein. 2020 wurde ein neues Kulturzentrum eröffnet. Die Gemeinde ist nach Královopolské Vážany gepfarrt.

Gemeindegliederung

Für die Gemeinde Olšany sind keine Ortsteile ausgewiesen. Grundsiedlungseinheiten sind Olšany (Olschan) und U Habrovan.

Bevölkerungsentwicklung

Viničné Šumice: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2021
Jahr  Einwohner
1869
  
410
1880
  
424
1890
  
485
1900
  
508
1910
  
538
1921
  
553
1930
  
540
1950
  
467
1961
  
497
1970
  
476
1980
  
442
1991
  
438
2001
  
437
2011
  
544
2021
  
635
Quelle(n): Historický lexikon obcí České republiky 1869–2005, Sčítání 2011, Sčítání 2021

Sehenswürdigkeiten

Kapelle des hl. Johannes des Täufers und Kreuz am Dorfanger
  • Kapelle des hl. Johannes des Täufers, errichtet 1886
  • Kreuz an der Kapelle
  • Wegkreuze
  • Denkmal für die Opfer beider Weltkriege
  • Jubiläumsgedenkstein für Fürst Johann II. von Liechtenstein, errichtet 1898, östlich des Dorfes
  • Gedenkstein für Georgij S. Žukov, nordwestlich des Dorfes
  • Farm von Bolek Polívka, südöstlich des Dorfes an der Straße nach Habrovany

Persönlichkeiten

  • Johann Babor (1762–1846), Benediktiner und Hochschullehrer
  • Der Schauspieler Bolek Polívka unterhält in Olšany eine Pferdefarm, die durch Veranstaltungen wie die Weltmeisterschaft im Flinte-ins-Korn-Werfen überregionale Bekanntheit erlangte.

Einzelnachweise

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)
Commons: Olšany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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