Manfred Medler

Manfred Medler (Mitte) im Regionalligaspiel Holstein Kiel gegen VfB Lübeck 22. September 1968 (5:2)

Manfred Medler (* 30. Dezember 1944 in Swinemünde[1]; † 21. Juli 2026) war ein deutscher Fußballspieler und -trainer.

Fußballkarriere

Medler wuchs in Eckernförde auf. Als Kind wurde er Mitglied im „Eckernförder Männerturnverein“ (EMTV), wechselte innerhalb des Vereins im Alter von 13 Jahren vom Turnsport zum Fußball und durchlief dort von 1957 bis 1963 die Jugendmannschaften. Anschließend lief der Stürmer bis 1966 für die 1. Herrenmannschaft des EMTV auf und verhalf dem Verein mitentscheidend in der Saison 1964/65 zum Aufstieg in die seinerzeit viertklassige „Bezirksliga“.

Medler wechselte 1966[2] zu Holstein Kiel, wo er zunächst dem Kader der zweiten Mannschaft („Holstein Kiel Amateure“) angehörte. Die Zweite Holsteins spielte in der damals drittklassigen „1. Amateurliga“, der heutigen Oberliga Schleswig-Holstein. Als Spieler der Zweiten wurde Medler Auswahlspieler des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes.

Personelle Engpässe der damals zweitklassigen Regionalliga-Nord-Mannschaft Holsteins in der Saison 1967/68 veranlassten Trainer Rudi Faßnacht, Manfred Medler in das Team der ersten Mannschaft zu berufen, wo er sofort einschlug und auf Anhieb Stammspieler wurde. Er bestritt zwischen 1967[3] und 1973 insgesamt 155 Pflichtspiele für Holsteins Erste und erzielte dabei 53 Tore,[4] darunter 141 Zweitligaspiele mit 48 Toren[5] und zwei DFB-Pokal-Hauptrundenspiele mit einem Tor.[6] In der Saison 1968/69 war er mit 14 Treffern der erfolgreichste Torschütze der Störche, allein deren vier waren es im September 1968 beim 5:2-Sieg gegen den VfB Lübeck. Bestplatzierungen der Regionalligamannschaft Holsteins waren unter Medlers Beteiligung der dritte Platz in der Saison 1969/70 und der vierte Platz in der Folgesaison. Im DFB-Pokal 1970/71 schlugen überraschend die Störche den Bundesligisten VfB Stuttgart (2:1) und unterlagen im Achtelfinale Rot-Weiß Oberhausen, damals ebenfalls Bundesligist, mit 2:5 nach Verlängerung, Medler schoss den Treffer zum 1:0.

Eine schwere Kreuzband- und Sprunggelenksverletzung setzte 1973 seiner Spielerkarriere im hochklassigen Fußball ein jähes Ende. Der frühere Mannschaftsarzt der deutschen Nationalmannschaft Hanns Schoberth[7] operierte Manfred Medler in Damp so erfolgreich, dass er seine Fußballerkarriere zumindest im Amateurbereich fortsetzen konnte, zunächst für eine Saison als Trainer der 1. Herrenmannschaft seines Jugendvereins, dem Eckernförder MTV.

Es folgte 1974 der Wechsel zum Eckernförder SV (ESV). Den ESV trainierte er von 1974 bis 1992, davon von 1974 bis 1989 als Spielertrainer – und danach dreimal, zuletzt im Jahr 2002, als Interimstrainer. Mit dem Verein gelang Medler 1978 der Aufstieg in die damals viertklassige „Verbandsliga Schleswig-Holstein“, der heutigen Oberliga Schleswig-Holstein. Dies gelang ihm 1990 erneut, nachdem das Team zwischenzeitlich wieder abgerutscht war. Beim Eckernförder SV fungierte Medler unter anderem auch von 2013 bis 2016 als Vereinsvorsitzender, nachdem er zuvor schon langjähriger 2. Vorsitzender war, als Schiedsrichter, Sportlicher Leiter, Stadionsprecher. Medler wurde vom Verein mit dem Titel „Ehrenvorsitzender“ ausgezeichnet.

Sein letztes Spiel im Holstein-Trikot bestritt Manfred Medler für die Holstein-Altherren 67-jährig im Sommer 2012 gegen eine Nord-Ostsee-Auswahl, sein letztes Spiel für den Eckernförder SV 78-jährig im Juli 2023 bei einem Jubiläumsspiel ESV-Altherren gegen die Alten Herren des Hamburger SV in der Startelf (zusammen mit seinen beiden Söhnen Andreas und Marc, die zeitweise auch in der Ligamannschaft des ESV spielten).

Beruf

Manfred Medler absolvierte an der Bauschule Eckernförde ein Bauingenieur-Studium und war seit 1971 bis 2009 bei der Stadtverwaltung Eckernförde im Bauamt tätig und leitete dort die Tiefbauabteilung.

Quellen

Fußnoten

  1. Geburtsortangabe nach Gernot Kühl
  2. nach Angabe von Holstein Kiel: 1965
  3. nach Holstein-Angabe und Angabe des Eckernförder SV; Gernot Kühl gibt 1968 an
  4. nach Holstein-Angabe
  5. nach Angabe von Gernot Kühl; der Eckernförder SV gibt ein Spiel und ein Tor weniger an
  6. Die restlichen Pflichtspiele waren Pokalspiele unterhalb der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde, wie der NFV-Pokal des Norddeutschen Fußball-Verbandes.
  7. später war er sowohl Mannschaftsarzt des Eckernförder SV als auch Holstein Kiels – in Kiel zeitweise auch Vereinsvorsitzender

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