Gilbert Blount

Gilbert Blount um 1870

Gilbert Robert Blount (* 1819 in Mapledurham bei Reading; † 13. November 1876 in Montagu Place) war ein britischer Architekt.

Leben

Gilbert Blount war der zweite Sohn von Michael Joseph Blount; die Familie war römisch-katholisch. Er begann seine Ausbildung in Downside, war dann bei Isambard Kingdom Brunel beschäftigt und stellte bald fest, dass ihm die Arbeit als Zivilingenieur – er war am Bau des Tunnels unter der Themse von Wapping nach Rotherhithe beteiligt – nicht zusagte. Ab 1842 arbeitete er bei dem Architekten Anthony Salvin; wenige Jahre danach machte er sich selbstständig. Zu seinen Spezialitäten gehörten alsbald Kirchenbauten. Bischof Nicholas Wiseman wusste Blount zu schätzen.

Die erste Kirche, die Blount entwarf, war die 1851/52 errichtete neogotische Kirche St Mary Magdalen in Mortlake. Ein anonymer Spender, möglicherweise Lady Constantia Mostyn, hatte den Bau dieses Gotteshauses möglich gemacht. Auf dem Friedhof von St Mary Magdalen befinden sich die Gräber von Richard Francis Burton und dessen Ehefrau Isabel, geb. Arundell.

Es folgten 1855 die Kirche St Anne's in der Underwood Road in Tower Hamlets, 1856/58 St Ambrose in Kidderminster und 1858/60 St Peter's in Bromsgrove. Eine weitere St-Peter-Kirche nach Blounts Plänen wurde 1859 bis 1860 in Gloucester errichtet. 1861 folgte in Brentwood die Kirche St Mary and St Helen, von Nikolaus Pevsner der Hässlichkeit bezichtigt und zu einem großen Teil 1974 bei der Umgestaltung durch Quinlan Terry abgerissen. Aus rotem Backstein wurde in den Jahren 1861 und 1862 St Mary Magdalen in der Upper North Street in Brighton errichtet. Eher konventionell fielen St Filumena in Cavershall in Staffordshire und St Mary and St John in Newton-le-Willows aus, die er in der ersten Hälfte der 1860er Jahre plante.

Ab 1864 arbeitete Alfred Edward Purdie in Blounts Büro mit. 1868/69 wurde St Anthony and St George in Duncton errichtet. Um dieselbe Zeit wurde auch Our Lady of the Assumption in Swynnerton in Staffordshire gebaut. Auftraggeber waren die Fitzherberts, bekannt als Barone Stafford in Swynnerton Hall. Wenig später baute er für die Dominikanerinnen von Walthamstow eine Kirche und 1873 erhielt er von Sir Francis Fortescue-Turville den Auftrag für die Kirche St Mary's in Husbands Bosworth. Sein vorletzter Kirchenbau war St Mary on the Hill in Wednesbury, die Stuart Bathurst in Auftrag gab. Es folgte 1874 noch The Holy Child and St Joseph in Bedford. Über seiner Arbeit an der Kapelle in Rudding Park in der Nähe von Harrogate starb Blount.[1] Ein Artikel über den Architekten, publiziert im Catholic Herald, geht nicht auf die Kirche Our Lady of the Rosary and St Dominic im London Borough of Camden ein, die von Blount begonnen, aber von Charles Alban Buckler vollendet wurde.[2] Einen umfassenden Überblick über seine Werke bietet eine Liste der Architectural Archives der University of Pennsylvania.[3]

Familie

Blount heiratete erst im Alter von 51 Jahren. Mit seiner Frau Sophia Margaret, geb. Brown, bekam er vier Töchter, von denen die letzte, Gilberta, allerdings erst nach seinem Tod geboren wurde. Er wurde in der Familiengruft in St James's in Reading beigesetzt. Sein Architekturbüro wurde von Purdie übernommen, der an einigen von Blounts Kirchen weiterarbeitete. Über Blounts Leben geben unter anderem seine Tagebücher Auskunft, die von Philippa Hunter und Richard Barton für eine Publikation über das Leben dieses viktorianischen Architekten genutzt wurden.[1] Die Materialien befinden sich im Gilbert Blount archive der Brunel University London.[4]

Einzelnachweise

  1. a b Michael Hodges: Gilbert Blount: an undeservedly overshadowed recusant architect, 8. September 2024 auf thecatholicherald.com, abgerufen am 30. März 2026
  2. Our history auf rosaryshrine.co.uk, abgerufen am 30. März 2026
  3. (Collection 061) Gilbert R. Blount, 1819-1876. A Finding Aid for Architectural Drawings, 1844-1874 in The Architectural Archives, University of Pennsylvania (Collection 061), digitalisiert auf www.design.upenn.edu, abgerufen am 30. März 2026
  4. Gilbert Blount archive auf archiveshub.jisc.ac.uk, abgerufen am 30. März 2026

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