Wong Kar-Wai wurde in Shanghai geboren. Die Familie zog nach Hongkong, als er fünf Jahre alt war. Er studierte bis 1980 Grafikdesign am Hong Kong Polytechnic, danach arbeitete er zwei Jahre lang als Produktionsassistent beim Fernsehen. Zwischen 1982 und 1987 verfasste er als Drehbuchautor über zehn Skripte verschiedener Genres, von der romantischen Komödie bis zum Action-Drama. Final Victory (最後勝利; 1986, Produzent: Patrick Tam)[2] hält Wong selbst für seine beste Arbeit.
Seit 1988 hat Wong bei zehn Spielfilmen Regie geführt und zahlreiche Preise gewonnen. Mit dem Spielfilm Days of Being Wild begann 1991 seine Zusammenarbeit mit dem Kameramann Christopher Doyle. Im Jahr 2001 drehte Wong Kar-Wai den KurzfilmThe Follow als Teil der Werbekurzfilmreihe The Hire von BMW. Auch für Lacoste stellte er einen Werbefilm her, wiederum mit dem taiwanischen Schauspieler Chang Chen, der auch in den Spielfilmen „Happy Together“ und „2046“ mitwirkte.
Vier Jahre nach „In the Mood for Love“ stellte Wong Kar-Wai im Jahr 2004 mit erheblicher Verspätung dessen Fortsetzung „2046“ fertig. Die Produktion war immer wieder verschoben worden, was in Bezug auf den Titel für entsprechende Scherze über den avisierten Premierentermin sorgte. Der Film feierte schließlich auf dem Filmfestival von Cannes Weltpremiere, nicht ohne auch dort noch einmal für Aufregung zu sorgen. Aufgrund von „Transportschwierigkeiten“ war die Pressevorführung abgesagt worden; erstmals in der Geschichte des Festivals fand diese dann zeitgleich mit der Galavorführung statt. Gerüchten zufolge war der Film jedoch bis zuletzt noch zur Untertitelung in Arbeit gewesen. Die Kritik zeigte sich jedenfalls begeistert von dem außergewöhnlich inszenierten Werk, konstatierte aber auch einige Verständnisprobleme, wie so oft bei bildpoetischen Filmen.[3]
Jean-Marc Lalanne u. a. (Hrsg.): Wong Kar-Wai. Dis voir, Paris 1997, ISBN 2-906571-67-9.
Roman Mauer: Wong Kar-wai * 1958. In: Thomas Koebner (Hrsg.): Filmregisseure. Biographien, Werkbeschreibungen, Filmographien. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-010662-4, S. 838–841.
Tony Rayns (Hrsg.): Wong Kar-Wai on Wong Kar-Wai. Faber, London 2002, ISBN 0-571-19397-8.
Jeremy Tambling: Wong Kar Wai's Happy Together. Hong Kong University Press, Hong Kong 2003, ISBN 962-209-588-7.
Stephen Teo: Wong Kar-Wai. Auteur of Time.BFI, London 2005, Serie: World directors, ISBN 1-84457-029-0.
Dokumentarfilm
The Grandmaster – oder wie der Filmemacher Wong Kar Wai den Kung-Fu nach Berlin bringt. Gespräch mit Video-Einspielungen, Frankreich, Deutschland, 2013, 43 Min., Moderation: Vincent Josse, Produktion: arte France, Redaktion: Square, Erstsendung: 10. Februar 2013 bei arte, Interview. (Memento vom 8. April 2015 im Internet Archive) anlässlich Wongs Präsidentschaft der Jury während der Berlinale 2013.
Elizabeth Wright: Wong Kar-Wai – Senses of Cinema (englisch)
Einzelnachweise
↑王家衛 | WONG Kar Wai – Biography. The Ultimate Guide to Hong Kong Film Directors 1979–2013. In: hkfilmdirectors.com. Hong Kong Film Directors’ Guild Limited, 2014, abgerufen am 23. Februar 2023 (chinesisch, englisch, Kurzbiografie und Werke).
Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Das ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Wong ist hier somit der Familienname, Kar-Wai ist der Vorname.