Windkanone

Die Windkanone (auch Wirbelwindkanone) war eine erfolglose Flugabwehrkanone, die während des Zweiten Weltkriegs von der Wehrmacht entwickelt wurde.[1] Sie zählte zu Adolf Hitlers sogenannten Wunderwaffen und sollte mittels starker Luftstöße feindliche Flugzeuge abwehren. Die Waffe wurde von Mario Zippermayr entwickelt, unterschied sich jedoch von der ebenfalls von ihm 1943 konstruierten Wirbelkanone.[2]

Geschichte

Während des Zweiten Weltkriegs befasste sich Hitler mit der Idee neuartiger Flugabwehrsysteme, da die alliierten Bombenangriffe auf die Infrastruktur immer häufiger wurden. Der Militärhistoriker Ian Hogg beschrieb Zippermayrs Idee als etwas, das „wie aus einem Comic“ klinge; zudem merkte er an, dass angesichts der verzweifelten Lage Deutschlands auch Ideen in Betracht gezogen wurden, die normalerweise „schon im Keim erstickt worden wären“.

Ein Prototyp wurde in Stuttgart gefertigt und in der Heeresversuchsanstalt Hillersleben erprobt, dort kamen Ingenieure zu dem Schluss, dass das Zielen und Steuern der Geschosse schwierig war, weshalb weitere Tests mit Stickstoffdioxid durchgeführt wurden, um die Flugbahn der Schüsse zu untersuchen. Eine der Kanonen wurde 1945 an einer Brücke an der Elbe stationiert, konnte jedoch keine feindlichen Flugzeuge erfolgreich bekämpfen.

Entwicklung

Die Windkanone erzeugte „Pakete“ aus Druckluft durch die Verbrennung eines 2:1 Gemischs aus Wasserstoff und Sauerstoff, gewonnen aus der Wasserelektrolyse in einem langen, an einem Ende gebogenen Rohr. Diese Druckstöße sollten die Flugzeugzelle feindlicher Maschinen so stark erschüttern und beanspruchen, dass sie zerbrach, oder den Piloten zumindest die Kontrolle über ihr Flugzeug so sehr erschweren, dass es zum Absturz kam. Laut Hogg war Zippermayrs Idee zwar theoretisch fundiert, eignete sich jedoch eher für ein Labormodell als für eine einsatzfähige Waffe.[1]

Die Kanone wurde in der Heeresversuchsanstalt in Hillersleben erprobt, dabei durchschlug sie ein 25 mm starkes Holzbrett auf eine Entfernung von fast 200 m. Laut Hogg konnte die Wirbelwindkanone auf eine Distanz von 180 m sogar 100 mm dicke Bretter durchschlagen. Letztlich erzielte die Waffe jedoch nicht die gewünschte Wirkung gegen feindliche Flugzeuge, sodass das Projekt eingestellt wurde.

Einzelnachweise

  1. a b Second World War Weapons That Failed. In: Imperial War Museums. Abgerufen am 26. Februar 2025.
  2. The Tornado Bomb - War History. In: warhistory.org. 26. Oktober 2016, abgerufen am 11. September 2025 (en-hk).

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