Otto Koehler wurde als drittes Kind des deutschen Auswandererehepaars Bertha und Otto Koehler am Rio Raffael in der Nähe der brasilianischen Stadt Blumenau geboren. Nach dem Unfalltod des Vaters im Jahr 1905 kehrte die Mutter mit ihren Kindern 1906 nach Deutschland zurück und zog nach Berlin. Ab 1910 besuchte Otto die Volksschule und erhielt wegen seines zeichnerischen Talents 1917 gesonderten Zeichenunterricht.
In Prag war Balden Mitbegründer und Erster Vorsitzender des nach Oskar Kokoschka benannten Oskar-Kokoschka-Bundes deutscher und österreichischer Künstler. Die Besetzung der Tschechoslowakei durch die deutsche Wehrmacht im Jahr 1939 zwang Balden zur Flucht nach Großbritannien. In London wirkte er weiter als Künstler und arbeitete daneben als Gärtner. Hier heiratete er Annemarie Romahn (Annemarie Balden-Wolff). Nach dem deutschen Angriff auf Frankreich wurde Balden wie andere deutsche Emigranten als feindlicher Ausländerinterniert und mit deutschen Kriegsgefangenen nach Kanada gebracht. Nach mehreren Monaten im Internierungslager kam Balden 1941 nach Fürsprache der britischen Royal Academy of Arts frei und kehrte nach London zurück. Er beschäftigte sich in einer Gießerei mit Metallguss und arbeitete für das Museum der Stadt Derby. Seine Werke wurden in verschiedenen Ausstellungen in Großbritannien gezeigt.
Zwei Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs, 1947, kehrte Theo Balden nach Deutschland zurück und ließ sich in Ost-Berlin nieder. Von 1948 bis 1950 war er Mitarbeiter der Satirezeitschrift Ulenspiegel. Von 1950 bis 1958 unterrichtete an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee der DDR. Nach vorzeitiger Pensionierung infolge eines Herzinfarkts lebte Balden danach als freischaffender Künstler. Beobachter interpretieren seine frühe Pensionierung auch als Entlassung aus dem Hochschuldienst, weil er sich im Formalismusstreit, der den sozialistischen Realismus als verbindliche Stilform zum Inhalt hatte, ablehnend äußerte.[1]
Nach der Scheidung von Annemarie Romahn im Jahr 1952 heiratete Balden 1955 Edith Egerland, mit der er einen Sohn hatte. 1970 wurde er Mitglied der Deutschen Akademie der Künste und 1974 Ehrenmitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR. In der Nähe seiner letzten Wohnstätte, auf dem Friedhof Pankow III, wurde er beigesetzt.
Ehrungen
Balden erhielt folgende staatlichen Anerkennungen:
Die Akademie der Künste der DDR ehrte Baldens Werk 1984 in einer Ausstellung (Retrospektive). Im gleichen Jahr verlieh ihm die Universität Greifswald die Ehrendoktorwürde.
Im Jahr 1990 wurde er Ehren-Professor der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.[2]
Plastiken (Auswahl)
1945: Mahnung,
1955: Ernst Busch (Büste, Bronze; ausgestellt 1958/1959 auf der Vierten Deutschen Kunstausstellung)[3]
Kunst, die zum Denken anregt. Redaktionsgespräch mit Theo Balden über dessen Liebknecht-Denkmal für Luckau. In: Bildende Kunst, Berlin, 4/1966, S. 191–193
R. Hoffmann: Theo Balden. Biographie. Berlin 1986.
↑Nicolas Offenstadt: Le pays disparu : Sur les traces de la RDA (= François Azouvi [Hrsg.]: Collection Les Essais). Éditions Stock, Paris 2018, ISBN 978-2-234-07789-8, S.181.
↑Lebenslauf Theo Baldens (Memento vom 19. Januar 2019 im Internet Archive) mit einer biografischen Übersicht und der Abbildung eines Kunstwerks bei der Galerie Ohnesorge, vorm. Ohse, Bremen.