Sundlsee

Sundlsee
Der Sundlsee mit Zuläufen und zwei höhergelenen Tümpeln. Blick vom Abschluss des Kars unter dem Pletzen-Gipfel nach Südosten, am rechten Bildrand steigt die Karwand zum Großen Ringkogel an.
Geographische Lage Seckauer Alpen, Steiermark, Österreich
Abfluss Sundlalmbach → Ingeringbach
Daten
Koordinaten 47° 19′ 34,7″ N, 14° 37′ 40,1″ OKoordinaten: 47° 19′ 34,7″ N, 14° 37′ 40,1″ O
Sundlsee (Steiermark)
Sundlsee (Steiermark)
Höhe über Meeresspiegel 1989 m ü. A.
Länge 140 m
Breite 100 m

Der Sundlsee ist ein Bergsee in den Seckauer Tauern (konkreter im Pletzenkamm) in der Steiermark. Aus ihm entspringt der Sundlalmbach (auch kurz „Sundlbach“).

Beschreibung

Der Sundlsee ist ein typischer Karsee in einem Kar südöstlich unter dem Gipfel des Pletzen. Nördlich oberhalb des Sees verläuft ein vom Pletzen-Gipfel ostwärts abfallender Höhenrücken mit dem Flurnamen Hirschfeld[1], südwestlich oberhalb des Sees liegen der Große Ringkogel bzw. der Sattel zwischen diesem und dem Pletzen.[2] Nach Südosten fällt das Kar in mehreren Höhenstufen zum Tal des Ingeringbachs ab.

Der See bezieht sein Wasser aus mehreren kleinen Quellen, die aus dem groben Blockwerk nahe der Rückwand des Kars austreten. Auch auf einer etwa 40 Höhenmeter über dem See gelegenen Geländestufe befinden sich zwei flache Tümpel. Die Quellen vereinigen sich zu zwei Bächen, die von Norden bzw. Nordwesten in den See münden. Der See erreicht eine Tiefe von ein bis maximal zwei Metern, sein östliches Drittel ist stark mit Blockwerk verfüllt und sehr flach. Hier verlässt der Sundlalmbach als kleiner Wasserfall den knapp an einer Geländekante gelegenen See. Ein aus Blockwerk geschlichteter Damm staut den See dort ein wenig auf und ermöglicht Wanderern eine Überquerung des Bachs. Dieser folgt dem Verlauf des Kares und mündet schließlich in den Ingeringbach.

Naturraum

Rund um den Sundlsee herrscht eine hohe Biodiversität vor. 2002 konnte an den Hängen des Ringkogels südlich über dem See die in der Steiermark sonst nur durch einen Fund 1931 bekannte und bundesweit gefährdete Flechte Arctoparmelia incurva nachgewiesen werden.[3]

Insbesondere die um den See vorkommenden Schmetterlingsarten waren immer wieder Ziel wissenschaftlicher Forschung. Nachgewiesen sind unter anderem der Fahlfleckige Alpen-Würfeldickkopf, der Graumelierte Alpen-Würfel-Dickkopffalter[4] und der Bergweißling.[5] Außerdem der Alpenapollo in der Unterart styriacus, deren Raupen sich vom um den See wachsenden Rosenwurz ernähren, der Veilchen-Scheckenfalter, der Alpenmatten-Perlmuttfalter, der Kleine Mohrenfalter (Erebia melampus), Knochs Mohrenfalter (in der alpinen Unterart aetheria), der Seidenglanz-Mohrenfalter, der Unpunktierte Mohrenfalter (Erebia pharte eupompa) und der im Sommer teilweise ins Hochgebirge aufsteigende Zitronenfalter.[6]

Commons: Sundlsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Alle nicht einzeln belegten Flurnamen, Höhen- und Distanzangaben stammen aus GIS-Steiermark
  2. Sundlsee. In: Josef Andreas Janisch (Hrsg.): Topographisch-statistisches Lexikon von Steiermark. Band 3. Graz 1878, S. 1045 (Faksimile des Verlags für Sammler, Graz 1978).
  3. Josef Hafellner: Zur Diversität lichenisierter Pilze und ihrer Parasiten in den Seckauer Tauern (Ostalpen, Niedere Tauern, Steiermark). In: Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark. Band 132. Graz 2002, S. 112 (zobodat.at [PDF; 581 kB; abgerufen am 1. Juli 2026]).
  4. Josef Hafellner: Beitrag zur Lepidopterenfauna des Oberen Murtales von Steiermark und Lungau (Salzburg). Tagfalter. In: Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark. Band 93. Graz 1963, S. 268 (zobodat.at [PDF; 3,0 MB; abgerufen am 1. Juli 2026]).
  5. Hermann Kühnert: Die Verbreitung von Pieris bryoniae O. im Bezirk Knittelfeld (Lep. Pieridae). In: Atalanta. Band 8. Würzburg 1977, S. 115 (zobodat.at [PDF; 494 kB; abgerufen am 1. Juli 2026]).
  6. Hermann Kühnert: Die Macrolepidopterenfauna des Bezirks Knittelfeld in der Steiermark 1. Teil Allgemeines und Tagfalter (Lepidoptera, Diurna). In: Atalanta. Band 17. Würzburg 1986, S. 227, 232, 238, 239, 245 (zobodat.at [PDF; 2,6 MB; abgerufen am 1. Juli 2026]).

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