Shikishi

Shikishi oder Shokushi(auch 式子内親王 Shikishi bzw. Shokushi Naishinnō, geboren um 1149/1150; gestorben am 1. März 1201) war eine gefeierte japanische klassische Dichterin, die während der späten Heian-Zeit und am Anfang der Kamakura-Periode lebte[1]. Sie war die dritte Tochter von Kaiser Go-Shirakawa[2][3]. Im Jahr 1159 trat Shikishi, die unverheiratet blieb, den Dienst als Hohepriesterin im Kamo-Schrein in Kyoto an. Nach einiger Zeit verließ sie den Schrein und wurde buddhistische Nonne, was sie bis zum Ende ihres Lebens blieb.
49 ihrer Gedichte sind im Shinkokin-wakashū überliefert, einer Sammlung von etwa 2.000 populären Werken, die zu Beginn der Kamakura-Zeit zusammengestellt wurde, während andere Werke Shikishis im Senzai-wakashū aufgenommen wurden. Diese Waka-Anthologie wurde in der späten Heian-Zeit zum Gedenken an die Thronbesteigung ihres Vaters zusammengetragen. Daneben finden sich ihre Gedichte in der Haussammlung Shikishi Naishinnō no kashū[1].
Ihr Name wird manchmal als Shokushi (nach On-Lesung) ausgesprochen. Moderne Lesarten ihres Namens sind Shikiko (eine Mischung aus On- und Kun-Lesung) und Noriko (nach Kun-Lesung). Ihr Titel Naishinnō heißt übersetzt „Imperiale Prinzessin“.
Biographie
Obwohl ihr genaues Geburtsdatum nicht bekannt ist, wird angenommen, dass Shikishi um das Jahr 1149/1150 geboren wurde und im Jahr 1201 verstarb[3]. Shikishis Eltern waren Tennō Go-Shirakawa, der im Jahr 1155 den Thron bestieg, und Takakura Sanmi Seishi, Tochter von Fujiwara no Suenari.[4][5] Sie war dadurch die Schwester von Shukaku Hōshinnō, Prinz Mochihito und Impumon-in.[6]
Zu Shikishis Lebzeiten erlebte Japan eine turbulente Periode, die unter anderem nicht nur vom Kampf rivalisierender Samurai-Clans um die politische Macht, gipfelnd im Hōgen-Aufstand (1156) und dem Heiji-Aufstand (1159) geprägt wurde, sondern auch durch zahlreiche Naturkatastrophen, eine Hungersnot und ein Erdbeben.
Während all dieser Ereignisse, lebte Shikishi die meiste Zeit zurückgezogen. Im Jahr 1159 wählte sie der Kamu-Schrein zu seiner 31. Saiin.[5][7] Als vom Kaiser ernannte Amtsträgerin vertrat sie diesen, in dem sie den Hauptgottheiten in den bedeutendsten Shinto-Schreinen diente. Diese Aufgabe war von signifikanter Bedeutung. Sie spielte eine zentrale Rolle bei dem Ritual Kamo no Matsuri oder Aoi Matsuri, das jährlich mit einem großen Fest begangen wurde. Außerdem hatte sie zahlreiche Begleiterinnen, die ihr Gesellschaft boten, und lebte in ihrem eigenen Palast. Das Amt ging allerdings auch mit Einsamkeit und einigen Einschränkungen einher, da sich Shikishi von ihrer Familie trennen und weitestgehend von der Öffentlichkeit abgeschirmt leben musste. Außerdem erschwerte es die damalige Regierungspolitik, Prinzessinnen zu heiraten.
Shikishi verblieb zehn Jahre in dieser Position, bis sie erkrankte und 1169 gezwungen war, den Schrein zu verlassen. Im weiteren Verlauf ihres Lebens litt sie an mehreren Krankheiten, darunter vermutlich an Brustkrebs.
Sie lernte um 1180 den berühmten Poeten Fujiwara no Shunzei kennen und nahm Unterricht bei diesem, wodurch die auch in Kontakt mit dessen Sohn Fujiwara no Sadaie, auch Teika, trat.[5] Auch dieser war ein bekannter Dichter und es wird vermutet, dass Shikishi und er eine Liebesbeziehung führten, worüber sich die Forschung allerdings uneinig ist. Ein Großteil von Shikishis Gedichten ist von einem Ton trauriger Sehnsucht geprägt, was einige zu der Annahme veranlasst hat, dass sie mit unerwiderter oder unerreichbarer Liebe zu kämpfen hatte. Obwohl die Beweislage dürftig ist, existieren Indizien. Fujiwara no Sadaie führte Tagebuch und hielt seine Besuche bei Shikishi fest. Er besuchte Shikishi zwar regelmäßig, blieb allerdings unkonkret in der Beschreibung ihrer Beziehung zueinander. Einmal schreibt er, dass er die ganze Nacht bei Shikishi war, dann erzählt er, wie nur aus Sorge um ihren gesundheitlichen Zustand "in der nördlichen Ecke der Küche" verblieb.
In den 1190er Jahren legte Shikishi buddhistische Gelübde ab, um Nonne zu werden, und nahm den Namen Shōnyohō an, da sie zum Amitabha-Buddhismus konvertiert war[5]. Ebenfalls in den 1190er Jahren gab es zwei separate Fälle, in denen Gerüchte kursierten, sie habe namhafte Frauen verflucht; in einem der Fälle ging es um eine Verschwörung gegen die Regierung; manche glauben, sie habe die Gelübde teilweise abgelegt, um einer Bestrafung zu entgehen. In Bezug auf diese beiden Anschuldigungen wurden jedoch keine Maßnahmen ergriffen.
Shikishi wurde im Jahr 1200 zur Pflegemutter des späteren Kaisers Juntoku ernannt, und ebenfalls in diesem Jahr verfasste sie eine Sammlung von hundert Gedichten für die „Erste Hundert-Gedichte-Reihe der Shōji-Ära“ (正治初度百首, Shōji Ninen Shodo Hyakushu), die von ihrem Neffen, dem zurückgetretenen Kaiser Go-Toba, in Auftrag gegeben worden war. Go-Toba hatte in diesem Jahr alle namhaften Dichter angewiesen, einige ihrer Werke für diese Anthologie einzureichen. Shikishi verfasste die Gedichtesammlung in nur zwanzig Tagen, obwohl sie bereits schwer krank war. Zunächst waren es fünfundzwanzig, schließlich wurden neunundvierzig von Shikishis Gedichten für die achte kaiserliche Anthologie, das „Shin Kokin Wakashū“, ausgewählt ,die insgesamt 1.979 Gedichte umfasste[8]. Von ihrem vermeintlichen Liebhaber Teika wurden lediglich neun Gedichte ausgewählt. In den zwei Jahrzehnten zwischen Shikishis und Teikas erstem Treffen und Shikishis Tod zeugen Teikas Tagebucheinträge von den anhaltenden gesundheitlichen Problemen, mit denen Shikishi bis zu ihrem Tod im Jahr 1201 zu kämpfen hatte.
Dichtkunst
Heute sind 399 Gedichte von Shikishi bekannt[9], von denen viele Teil der drei Zyklen A, B und C sind. Die von Shikishi verwendete Gedichtform hieß Tanka und besteht aus einer Silbenanordnung im Muster 5-7-5-7-7. Da diese Form recht begrenzt war, bestand die gängigste Form des Experimentierens darin, mehrere dieser 5-7-5-7-7-Zeilen-Gruppen aneinanderzureihen, um längere Gedichte zu schaffen. Die Sequenzen A, B und C wurden in Sequenzen aus hundert Tanka, sogenannten „Hyakushu-uta“, verfasst, während der Rest ihrer Gedichte aus kleineren Tanka-Gruppen besteht. Obwohl es nicht mit Sicherheit belegt werden kann, wird angenommen, dass die Sequenz A irgendwann zwischen 1169 (möglicherweise früher) und 1194 verfasst wurde. Es wird vermutet, dass die Sequenz B zwischen 1187 und 1194 entstand, und es ist sicher, dass die Sequenz C, die sie für Go-Tobas Gedichtsammlung schrieb, im Jahr 1200 kurz vor ihrem Tod verfasst wurde. Die Reihen A und B folgen beide denselben Themen und Zahlen: Frühling, 20 Gedichte; Sommer, 15 Gedichte; Herbst, 20 Gedichte; Winter, 15 Gedichte; gefolgt von Liebe, 15 Gedichte; und Verschiedenes, 15 Gedichte. Reihe C enthält die typische Auswahl an Jahreszeiten-Gedichten: 20 für Frühling und Herbst sowie 15 für Sommer und Winter; gefolgt von Liebe, 10 Gedichte; Reisen, 5 Gedichte; Leben in den Bergen, 5 Gedichte; Vögel, 5 Gedichte; und Glückwünsche, 5 Gedichte. Die vielen Tanka in einem "Hyakushu-Uta" konzentrieren sich jeweils auf einen einzelnen Bestandteil des übergeordneten Gedichtkonzepts und fügen sich zu einem zusammenhängenden Ganzen zusammen. In Tanka wurde häufig die literarische Technik des „Kakekotoba“ verwendet, bei der Homonyme und Homophone zum Einsatz kamen. So lautet beispielsweise eines von Shikishis Tanka:
春くれば心もとけて泡雪の
あはれふりゆく身をしらぬかな
haru kureba kokoro mo tokete awayuki no
aware furiyuku mi o shiranu ka na
Wenn der Frühling kommt, schmilzt mein Herz, und ich vergesse, wie ich – ganz wie der weiche Schnee – immer weiter verblasse
In diesem Gedicht bedeutet der Wortteil „furu“ des Wortes „furiyuku“ sowohl „fallen (wie Schnee)“ als auch „alt werden“. Die Verwendung von „Kakekotoba“ in dem Gedicht verbindet die Vorstellung, dass das Herz der Erzählerin beim Wechsel der Jahreszeiten weicher wird, mit der Vorstellung, dass sie altert. Shikishi bediente sich zudem eines Stilmittels namens „Engo“ (縁語), also „verwandte Wörter“. Bei „Engo“ werden Bildwelten in einem Gedicht durch Wörter miteinander verknüpft, die ähnliche Vorstellungen hervorrufen. In einem Gedicht schreibt sie:
風さむみ木の葉はれゆく夜な夜なに
残るくまなき庭の月影
kaze samumi konoha hareyuku yo na yo na ni
nokoru kuma naki niwa no tsukikage
Der Wind ist kalt, Nacht für Nacht werden die Blätter von den Bäumen geweht, sodass der Garten dem Mondlicht ausgesetzt ist
(Shin Kokin Wakashū 6:605)
Hier steht das Wort „hare“, das „gereinigt“ bedeutet, auch in Verbindung mit dem Bild des klaren Mondlichts ("tsukikage"). Eine weitere, eher inhaltlich geprägte Technik, die in Shikishis Werken auftaucht, ist „honka-dori“, also das Übernehmen einer Passage eines anderen Dichters und deren Einbindung in das eigene Werk, ohne dies anzugeben. Zunächst hört sich dies wie ein Plagiat an. Angesichts der restriktiven Struktur des Tanka, der begrenzten Themen, über die Dichter schreiben durften, und der Abgeschiedenheit Kyotos zu dieser Zeit ist es jedoch nicht verwunderlich, dass sich die Werke verschiedener Dichter allmählich ähnlich anhörten. Zudem galt in den chinesischen Methoden des Dichtens, die japanische Dichter beeinflussten, die Einbeziehung fremder Werke in das eigene als Hommage an einen anderen Autor und nicht als Diebstahl. Es gibt Unterschiede in der Art und Weise, wie Shikishis Gedichte übersetzt wurden.
Hier sind Sakishis Frühlingsgedichte aus der Sequenz A, übersetzt von Sato:
春もまづしるくみゆるは音羽山
峰の雪より出づる日の色
haru mo mazu shiruku miyuru wa Otowa-yama
mine no yuki yori izuru hi no iro
Auch im Frühling fällt als Erstes der Berg Otowa ins Auge: Aus dem Schnee auf seinem Gipfel brechen Sonnenstrahlen hervor.
鶯はまだ声せねど岩そそぐ
垂水の音に春ぞ聞こゆる
uguisu wa mada koe senedo iwa sosogu
tarumi no oto ni haru zo kikoyuru
Auch wenn die Grasmücken noch nicht gesungen haben, ist im Rauschen der Wasserfälle, die über die Felsen hinabstürzen, der Frühling zu hören
色つぼむ梅の木の間の夕月夜
春の光をみせそむるかな
iro tsubomu ume no konoma no yūzukuyo
haru no hikari o misesomuru ka na
Durch einen mit Knospen übersäten Pflaumenbaum lässt der Abendmond das Licht des Frühlings erahnen
見渡せばこのもかのもにかけてけり
まだ緯うすき春の衣を
miwataseba kono mo kano mo ni kaketekeri
mada nuki usuki haru no koromo o
Wenn ich mich umschaue, mal hier, mal dort, ist alles mit Frühlingsgewändern bedeckt, deren Gewebe noch zart ist
あと絶えていくへも霞め深く我が
世をうぢ山の奧の麓に
ato taete ikue mo kasume fukaku waga
yo o Ujiyama no oku no fumoto ni
Isoliere mein Leben, hülle es in Schichten von Dunst, tief unten am Fuße des Hügels der Finsternis
春ぞかし思ふばかりにうち霞
めぐむ梢ぞながめられける
haru zo kashi omou bakari ni uchi kasumi
megumu kozue zo nagamerarekeru
Es ist Frühling: Nach Herzenslust schaue ich auf die in Dunst gehüllten und knospenden Baumkronen
消えやらぬ雪に果つるる梅が枝の
初花染めの置くそゆかしき
kieyaranu yuki ni hatsururu umegae no
hatsuhana-zome no oku zo yukashiki
Die ersten Blüten zum Färben, die sich an Pflaumenzweigen im noch ungeschmolzenen Schnee öffnen, lassen die Vergangenheit wieder aufleben
誰が里の梅の辺りに触れつらむ
移り香知るき人の袖かな
ta ga sato no ume no atari ni furetsuran
utsuri ka shiruki hito no sode ka na
In wessen Wohnung haben sie die Pflaumenblüten berührt? Der Duft hat sich so deutlich auf deine Ärmel übertragen
梅の花恋しきことの色ぞ添ふ
うたてにほひの消えぬ衣に
(m)ume no hana koishiki koto no iro zo sou
utate nioi no kienu koromo ni
Pflaumenblüten, umhüllt von einem Hauch von Liebe: ihr Duft auf deinem Mantel, unverwechselbar, unverblassen
花はいさそこはかとなく見わたせば
霞ぞかをる春のあけぼの
hana wa isa soko wa katonaku miwataseba
kasumi zo kaoru haru no akebono
Von Blüten weiß ich nichts; da, nicht da, schaue ich mich um: duftender Dunst in einer Frühlingsmorgendämmerung
花ならでまたなぐさむる方もがな
つれなく散るをつれなくぞ見む
hana narade mata nagusa samuru kata mogana
tsurenaku chiru o tsurenaku zo min
Gäbe es doch andere Mittel des Trostes als Blumen: Kalt fallen sie, kalt schaue ich zu
(Gyokuyō Wakashū 2:239)
儚くて過ぎにし方を数ふれば
花に物思ふ春ぞ経にける
hakanakute suginishi kata o kazoureba
hana ni mono-omou haru zo henikeru
Wenn ich die vergangenen, flüchtigen Jahreszeiten zähle, so viele Frühlinge voller Sehnsucht nach Blumen, die ich durchlebt habe
(Shin Kokin Wakashū 2:101)
誰も見よ吉野の山の峰続き
雲ぞ桜よ花ぞ白雪
tare mo miyo Yoshino-no-yama no mine tsuzuki
kumo zo sakura yo hana zo shirayuki
Leute, schaut euch doch mal die Berggipfel von Yoshino an! Sind die Wolken Kirschblüten und die Blüten weißer Schnee?
花咲きし尾上は知らず春霞
千種の色の消ゆる頃かな
hana sakishi onoe wa shirazu harugasumi
chigusa no iro no kiyuru koro ka na
Von blühenden Kirschbäumen auf den Hügeln weiß ich nichts; nun verblassen im Frühlingsdunst tausend Farbtöne
春風やまやの軒端を過ぎぬらむ
ふりつむ雪のかをる手枕
harukaze ya maya no nokiba o suginuran
furitsumu yuki no kaoru tamakura
Eine Frühlingsbrise muss wohl über die Giebeltraufe gestrichen sein: Der angesammelte Schnee duftet dort, wo ich liege
残り行く有明の月の漏る影に
ほのぼの落つる葉隠れの花
nokori yuku ariake no tsuki no moru kage ni
honobono otsuru hagakure no hana
Im Mondlicht, das nach Tagesanbruch noch übrig ist, liegen zwischen den Blättern versteckt zart herabfallende Blüten
鶯も物憂く春は呉竹の
夜離れにけりな宿も寂しく
uguisu mo monouku haru wa kuretake no
yogarenikeri na yado mo sabishiku
Auch die Grasmücken sind müde geworden, nun da der Frühling zu Ende geht; nachts kommen sie nicht mehr vorbei, und mein Haus wirkt verlassen
故郷へ今はと向かふ雁が音も
別るる雲の曙の色
furusato e ima wa to mukau karigane mo
wakaruru kumo no akebono no iro
Die Gänse, die nun auf dem Heimweg sind, können nicht umhin, sich von den im Morgengrauen leuchtenden Wolken zu verabschieden
けふのみと霞の色も立ち別れ
春は入り日の山の端の影
kyō nomi to kasumi no iro mo tachiwakare
haru wa irihi no yama no ha no kage
Heute ist der letzte Tag; der Dunst mit seinen Farbtönen steigt auf und lichtet sich, Frühling bei Sonnenuntergang am Himmel über den Hügeln
Einige ihrer anderen Gedichte, die nicht in den Sequenzen A, B oder C enthalten sind:
Nachdem sie ihr Amt als Vestalin in Kamo niedergelegt hatte, brachte ihr jemand am Tag des Heiligen Baumes während des Festes ein Geschenk in Form von Aoi dar. Darauf schrieb sie:
神山の麓になれし葵草
引き別れても年ぞへにける
kamiyama no fumoto ni nareshi aoigusa
hikiwakarete mo toshi zo henikeru
Am Fuße der Hügel des Gottes habe ich mich an Aoi gewöhnt; seit ich mich davon getrennt habe, sind Jahre vergangen
(Senzai Wakashū 3:147)
Aus der Gedichtsammlung „Liebe“:
しるらめや心は人に月草の
そめのみまさるおもひありとは
shirurame ya kokoro wa hito ni tsukigusa no
some no mimaseru omoi ari to wa
Weiß er: Manche Gedanken klammern sich wie Tagesblumen an einen Menschen und gewinnen an Intensität?
(Shokugosen Wakashū 11:648)
いかにせむ岸うつ浪のかけてだに
しられぬ恋に身をくだきつつ
ika ni sen kishi utsu nami no kakete dani
shirarenu koi ni mi o kudakitsutsu
Was soll ich tun? Wie die Wellen, die an den Strand branden, zerbreche ich mich selbst in unbekannter Liebe
(Shokugosen Wakashū 11:649)
Aus der Sammlung „Verschiedene Gedichte“:
筆の跡に過ぎにしことをとどめずは
知らぬ昔にいかであはまし
fude no ato ni suginishi koto o todomezu wa
shiranu mukashi ni ika de awamashi
Wenn niemand das bewahren würde, was sich in den Spuren eines Pinsels widerspiegelt, wie könnten wir dann der unbekannten Vergangenheit begegnen?
(Shokugosen Wakashū 17:1142)
Relevanz
Shikishi wurde in fünfzehn von einundzwanzig kaiserlichen Gedichtsammlungen gewürdigt. Ihr Lehrmeister Fujiwara no Shunzei nahm neun Werke von Shikishi in das „Senzai Wakashū“, die siebte kaiserliche Gedichtsammlung, auf, die 1.288 Gedichte enthält. Die achte kaiserliche Anthologie, das „Shin Kokin Wakashū“, das kurz nach ihrem Tod zusammengestellt wurde, enthielt neunundvierzig ihrer Gedichte. 155 ihrer Gedichte sind in der siebten bis zur einundzwanzigsten kaiserlichen Anthologie enthalten.
Literatur
- Hiroaki Sato: Poems of Princess Shikishi. Granite Publication, Hanover, New Hampshire 1973, ISBN 0-914102-01-X, S. 20 (englisch).
- Horst Hammitzsch, Lydia Brüll (Hrsg.): Shinkokinwakashū. Reclam, Stuttgart 1964, ISBN 3-15-008931-X, S. 34–35.
- Sen'ichi Hisamatsu: Biographical Dictionary of Japanese Literature. 3. Auflage. Kodansha International, Tokio 1982, ISBN 0-87011-253-8, S. 89–90.
- S. Noma (Hrsg.): Shikishi, Princess. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Translated and Commented on by Hiroaki Sato: String of Complete Poems of Princess Shikishi. University of Hawaii Press, Honolulu 1993, ISBN 978-0-8248-1483-0.
- ↑ Sachiko Kawai: Uncertain powers: Sen'yōmon-in and landownership by royal women in early medieval Japan (= Harvard East Asian monographs. Nr. 445). Harvard University Asia Center, Cambridge (Mass.) 2021, ISBN 978-0-674-26016-0.
- ↑ a b Hiroaki Sato: Japanese Woman Poets: An Anthology. Routledge, London/New York 2008, ISBN 978-1-317-46697-0.
- ↑ Princess Shikishi. In: Lapham’s Quarterly. Abgerufen am 27. März 2024 (englisch).
- ↑ a b c d Gereon Kopf: The Dao Companion to Japanese Buddhist Philosophy. Springer Netherlands, ISBN 978-90-481-2924-9, The Second Strand: The Grace of Amida Buddha, S. 749, 107–114 (englisch).
- ↑ Sen'ichi Hisamatsu: Biographical Dictionary of Japanese Literature. S. 89.
- ↑ Princess Shokushi. In: Wakapoetry.net. Abgerufen am 27. März 2024 (englisch).
- ↑ Steven D. Carter: Traditional Japanese Poetry: An Anthology. Stanford University Press, 1991, ISBN 0-8047-2212-9, S. 514, 126 (englisch).
- ↑ Hiroaki Sato: Japanese Women Poets: An Anthology. Taylor & Francis, 2014, ISBN 978-1-317-46696-3, S. 592 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Shikishi |
| ALTERNATIVNAMEN | 式子内親王 (japanisch); Shikishi Naishinnō; Shokushi Naishinnō |
| KURZBESCHREIBUNG | japanische Dichterin und Bhikkhuni |
| GEBURTSDATUM | 12. Jahrhundert |
| STERBEDATUM | 1. März 1201 |
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