Sarah Maria Sander

Sarah Maria Sander (* 1995) ist eine deutsche Schauspielerin und Aktivistin.[1][2][3][4][5]

Werdegang

Sarah Maria Sander wurde 1995 als Tochter jüdischer Auswanderer aus der Sowjetunion geboren[6][7]. Den Nachnamen Sander nahm sie nach eigenem Bekunden 2006 an: „das konnten die Lehrer aussprechen und die nervigen Witze hörten auf“[8]. Sie studierte von 2015 bis 2019 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, wo sie nach ihrem Abschluss zum Ensemble der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gehörte.[9][10] Im Rahmen ihrer Ausbildung an der Axel Springer Academy of Journalism & Technology, die sie am 1. Juli 2026 begann, ist Sander als BILD-Reporterin tätig[11].

Ende 2025 war Sander als Hauptdarstellerin und Co-Autorin unter der Regie von Silvana Santamaria an einem Filmprojekt beteiligt, das auf autobiografischen Inhalten basieren sollte. Nach eigenen Angaben geriet ihr Engagement wegen öffentlicher politischer Äußerungen zu Israel in Konflikt mit der Produktionsfirma, wodurch ihre Rolle umgeschrieben und neu besetzt wurde, wogegen ihr Anwalt eine einstweilige Verfügung erwirkte.[12][13] Sander, die zum Krieg in Israel und Gaza seit 2023 berichtete, kritisierte 2025 einen offenen Appell 400 überwiegend deutscher Prominenter an den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, worin diese einen Stopp deutscher Waffenexporte nach Israel forderten, als „heuchlerisch“,[10] da diese sich zum Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 nicht geäußert hätten.[9]

Theater (Auswahl)

  • 2020: Eine Odyssee, als Kassandra, Regie: Thorleifur Örn Arnarrsson (Volksbühne Berlin)[14]
  • 2021: Anthropos, Tyrann (Ödipus), als Iokaste, Regie: Alexander Eisenach (Volksbühne Berlin)[15]
  • 2021: Orestie, als Elektra, Regie: Thorleifur Örn Arnarrsson (Volksbühne Berlin)[16]
  • 2021: HOWL, als Naomi Ginsburg, Regie: David Marton (Volksbühne Berlin)[17]
  • 2023–2024: Stimmen des Krieges, Soloabend (Vagantenbühne Berlin)[18]
  • 2025: Auch wenn es Dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober, szenische Lesung, Regie: Sharon On (Volksbühne Berlin)[19][20]

Filme, Serien, Dokumentationen

  • 2020: Unorthodox, Netflix-Serie, 1 Folge, als EMT/Medic
  • 2023–2024: Queen of Tears, TvN-Serie, als Tania
  • 2025: Operation Apollo – Die Pager-Attacke des Mossad, ZDF-Dokumentation, als sie selbst
  • 2026: Block 10, als Liese Lotte Samuel

Hörspiele (Auswahl)

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Oliver Mayer-Rüth: Berlinale-Skandal – „Wenn es um Juden geht, keine Empathie“, sagt Sarah Maria Sander. In: br.de. Bayerischer Rundfunk, 27. Februar 2026, abgerufen am 15. April 2026.
  2. Kathrin Rosendorff: Michel Friedman im Gespräch mit Olaf Scholz: „80 Jahre nach Auschwitz gibt es jeden Tag Platz für Judenhass in Deutschland“. In: fr.de. Frankfurter Rundschau, 27. Januar 2026, abgerufen am 15. April 2026.
  3. „Sie hat einen wichtigen Sieg errungen“ – Schauspielerin gewinnt vor Gericht. In: welt.de. Die Welt, abgerufen am 15. April 2026.
  4. Gerrit Bartels: „Herr Merz, haben Sie den Mut?“: Weitere 160 Prominente aus der Kultur unterzeichnen Offenen Brief zu Israel. In: tagesspiegel.de. Der Tagesspiegel, 6. August 2025, abgerufen am 15. April 2026.
  5. Judith Midinet-Horst: „Es wird nicht gelogen, aber mit Halbwahrheiten gearbeitet“. In: bnn.de. Badische Neueste Nachrichten, 25. Mai 2025, abgerufen am 15. April 2026.
  6. Kathrin Rosendorff: Michel Friedman im Gespräch mit Olaf Scholz: „80 Jahre nach Auschwitz gibt es jeden Tag Platz für Judenhass in Deutschland“. In: fr.de. Frankfurter Rundschau, 27. Januar 2026, abgerufen am 5. Februar 2026.
  7. Über mich. In: sarahmariasander.com. Abgerufen am 11. Februar 2026.
  8. Sarah Maria Sander: „Ich änderte 2006 meinen Nachnamen und hieß nun Sander“. 16. September 2024, abgerufen am 30. Juli 2026.
  9. a b Peter Hell: Gaza-Brief an Kanzler Merz: Diese Frau rechnet mit der Kulturszene ab. In: bild.de. 4. August 2025, abgerufen am 5. Februar 2026.
  10. a b Gerrit Bartels: Herr Merz, haben Sie den Mut dazu? Weitere 160 Prominente aus der Kultur unterzeichnen offenen Brief. In: tagesspiegel.de. Der Tagesspiegel, 7. Juli 2025, abgerufen am 5. Februar 2026.
  11. Premiere in München: BILD-Reporterin spielt in Auschwitz-Film mit. 4. Juli 2026, abgerufen am 20. Juli 2026.
  12. Peter Hell: Prozess: Schauspielerin verliert Hauptrolle wegen Pro-Israel-Video In: Bild, 31. Januar 2026. Abgerufen am 5. Februar 2026 
  13. Sarah Maria Sander: Schauspielerin veröffentlicht Pro-Israel-Video und verliert Hauptrolle In: Welt, 31. Januar 2026. Abgerufen am 5. Februar 2026 
  14. Sarah Elsing: Kreativ bleiben im Umbruch: „Corona war wie ein Sprung von 100“. In: Deutschlandfunk Kultur. 13. Juni 2021, abgerufen am 11. Februar 2026.
  15. Michael Laages: Selber Schuld. In: Die Deutsche Bühne. 20. Februar 2021, abgerufen am 11. Februar 2026.
  16. Detlev Baur: Im falschen Film. In: Die Deutsche Bühn. 2. Oktober 2020, abgerufen am 11. Februar 2026.
  17. Patrick Wildermann: Am Rosa-Luxemburg-Platz gibt es wieder ein Ensemble. In: Der Tagesspiegel. 12. April 2019, abgerufen am 11. Februar 2026.
  18. Sarah Maria Sander – Profil. In: Crew United. Abgerufen am 11. Februar 2026.
  19. Parole Textbuch – Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober. In: Volksbühne Berlin. Abgerufen am 11. Februar 2026.
  20. Sarah Maria Sander – Profil. In: Crew United. Abgerufen am 11. Februar 2026.
  21. Mord im Tiergarten. In: Hörspiel Archiv des Deutschlandfunks. Abgerufen am 5. Februar 2026.
  22. Auch wenn es Dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober. In: ARD-Hörspieldatenbank. Abgerufen am 5. Februar 2026.
  23. Hörspiel des Jahres – Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober. In: Deutsche Akademie der Darstellenden Künste. Abgerufen am 11. Februar 2026.
  24. RBB‑Produktion „Auch wenn es dunkel ist“ ist Hörspiel des Jahres 2025. In: Radio3, rbb24. 22. Januar 2026, abgerufen am 11. Februar 2026.

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