Gorath machte eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Im Alter von 26 Jahren wurde er von einem „eifersüchtigen Liebhaber“ als Homosexueller denunziert und unter § 175 des Strafgesetzbuchs, der Homosexualität als „unnatürlichen Akt“ definierte und unter Strafe stellte, festgenommen.[2]
Gorath war zunächst im KZ Neuengamme inhaftiert und gezwungen, den rosa Winkel zu tragen, der ihn als schwul und als Transvestiten identifizierte.
Wegen seiner medizinischen Ausbildung wurde er versetzt und musste im Gefangenenkrankenhaus in einem Außenlager von Neuengamme arbeiten. Als er sich weigerte, die Brotrationen für polnische Patienten zu verringern, wurde er nach Auschwitz deportiert. Dort trug er den roten Winkel der politischen Gefangenen, was ihn seiner Ansicht nach vor der Brutalität schützte, denen als schwul identifizierte Gefangene ausgesetzt waren. Nach der kriegsbedingten Räumung des Lagerkomplexes Auschwitz im Januar 1945 wurde er ins KZ Mauthausen verbracht, wo er im Mai 1945 befreit wurde.
Nach dem Krieg wurde er 1947 wieder verurteilt: „Von demselben Richter. Rabien hieß der Kerl. Er empfing mich im Gerichtssaal mit den Worten: ‚Sie sind ja schon wieder hier!‘ Er hat mich dann zur Höchststrafe verurteilt – nach dem selben Gesetz wie 1939.“[3]
↑Karl Gorath ist tot. In: Die Tageszeitung: taz. 24. März 2003, ISSN0931-9085, S.24 (taz.de [abgerufen am 2. Oktober 2020]).
↑Hidden from history. 5. Juni 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juni 2009; abgerufen am 2. Oktober 2020.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.petertatchell.net