Hydromantie

Als Hydromantie (griechisch für „Wahrsagekunst aus dem Wasser“[1]) bezeichnet man eine vermutlich aus dem Orient stammende mantische Kunst. Sie beruht auf Beobachtungen von Erscheinungen in und über dem Wasser, in Quellen, Seen, Strudeln, Becken, Gläsern und Flaschen.
Bedeutung

Die Wasserweissagung gehört mit Aero-, Geo- und Pyromantie zu den Divinationen, die sich auf die vier Grundelemente Luft, Erde, Feuer und Wasser beziehen. Die Voraussagen von Ereignissen und Geschehen liegen in der Zukunft und erfuhren von den Mantikern der antiken und mittelalterlichen Bewegung bestimmte Regeln.
Frühzeitliche Hydromantie
Der heilige Augustin berichtete, dass Numa einer der ersten Hydromanten gewesen sei.[2] Pausanias erzählt von mehreren Tempeln mit Quellen, an denen regelmäßig hydromantische Beobachtungen angestellt wurden.
Antike bis Mittelalter
Marcus Terentius Varro (116-27 v. Chr.) erwähnte in seinen Schriften, dass nach seiner Meinung die Hydromantie aus Persien stamme. Über die praktische Anwendung der Wasserweissagungen berichtete er jedoch nichts, dennoch besaß die Hydromantie weitreichende Bedeutung in den Kulturkreisen des vorderasiatischen Raumes. Für die Germanen kann angenommen werden, dass auch sie einen ausgeprägten Glauben an Wasser entwickelt hatten, der sich in der Verehrung von Quellen darstellte und auf dem Glauben an Wassergeister beruhte. Ihre gemeinsame Basis liegt in der wahrsagerischen Kraft des Wassers. Im Altertum wurde die Hydromantie bekämpft - dies fand seinen Höhepunkt durch die mittelalterliche Kirche.
16. – 19. Jahrhundert
Im 16. Jahrhundert entwickelte sich über die Divinationen eine Vielzahl an Schriftgut, schließlich führte dieses Wissen über die alten Vorstellungen zu einer Zusammenfassung und entwickelte ein eigenes Wissensgebiet. In Europa war das sogenannte Wasserschauen nicht stark verbreitet, man weiß aber zu berichten, dass es im Orient noch bis in das Ende des 19. Jahrhunderts praktiziert worden sei, „wobei oft junge Knaben eingesetzt wurden die durch das Beobachten von klaren Wasseroberflächen hypnotisch wurden und in Trance verfielen um zukünftige Ereignisse wahrnehmen zu können“[3].
Methoden
Mit den Regeln aus der Antike und den Erkenntnissen auf dem Wissensgebiet der Wasserweissagungen wurden Methoden, Zeiträume und Termine entwickelt. Durch Figuren, die in Wasser gegossenes Öl, heißes Blei oder Wachs bildeten wurden Aussagen für die Zukunft getroffen. Darüber hinaus entstanden zwei Bewegungen: Die erste Gruppe legte ihren Schwerpunkt in die Vorzeichen, die im Wasser selbst zu finden seien, das heißt in der Wasserbewegung, seinem Anstieg, seinem Schwinden und sonstigen Veränderungen. Die andere Gruppierung leitete, durch strenge Rituale begleitet, ihre Antworten, die wiederum von magischen und dämonischen Kräften begleitet werden, ab. In der heutigen Zeit findet die Hydromantie ihre Liebhaber in der Esoterik und bei weinigen Wahrsagern.
Psychoanalyse
In der modernen „Psychoanalyse wird das Element Wasser als ein Symbol beschrieben, es steht für das Unbewusste und führt in den Ähnlichkeiten auf die mittelalterliche Vorstellung zurück“[4].
Siehe auch
Literatur
- Christa Agnes Tuczay: Kulturgeschichte der mittelalterlichen Wahrsagerei. Verlag Walter de Gruyter, 2012, ISBN 3110240416 (Hydromantie) [4]
- Ulrike Müller-Kaspar (Hrsg.): Das große Handbuch des Aberglaubens, Von A bis , Tosa im Verlag Ueberreuter, Wien 2007
- Fritz Böhm: Hydromanteia. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IX,1, Stuttgart 1914, Sp. 79–86.
Weblinks
- Wasserschauen - Zukunftsdeutung mittels Hydromantie
- Hydromantie, aus: Nostradamus (aufgerufen am 14. Oktober 2015)
Einzelnachweise
- ↑ Der Duden bezeichnet sie als eine „Zukunftsdeutung aus Erscheinungen in und auf glänzendem Wasser (besonders im Vorderen Orient)“ [1].
- ↑ Augustinus (354–430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat, 7. Buch: „35. Numa wurde durch die Hydromantie, die ihm eine Art Bilder von Göttern zeigte, zum besten gehalten“ [2]
- ↑ Vergleiche: Wasserschauen, in: VIVERIAS-Lexikon [3]
- ↑ Ludwig Knoll, Lexikon der praktischen Psychologie, Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.