Fregatte 128

Fregatte 128
Die ägyptische Fregatte Al Aziz vom Typ MEKO A-200. Die Fregatte 128 soll eine Variante der MEKO A-200 werden.
Die ägyptische Fregatte Al Aziz vom Typ MEKO A-200. Die Fregatte 128 soll eine Variante der MEKO A-200 werden.
Schiffsdaten
Land Deutschland Deutschland
Schiffsart Fregatte
Bauwerft TKMS
Gebaute Einheiten 4 + Option auf 4 weitere
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 121 m (Lüa)
Breite 16,3 m
Tiefgang (max.) 6,1 m
Verdrängung 4000 t
 
Besatzung 121 (+ 35)
Maschinenanlage
Maschine CODAG-WARP
Höchst­geschwindigkeit 27,5 kn (51 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
Sensoren
Sonstiges
Bordhubschrauber NH90 Sea Tiger
Drohne nicht festgelegt
Combat Management System Saab 9LV Mk4

Die Fregatte Klasse 128 (kurz F128) ist ein aktuell laufendes Beschaffungsprogramm der Deutschen Marine.[1] Die F128 beruht auf dem Typ MEKO A-200 mit dem Fokus auf U-Jagd. Schiffe dieses Typs sind bereits an Südafrika, Algerien und Ägypten geliefert worden.[2]

Hintergrund

Deutschland hat sich der NATO gegenüber verpflichtet, Schiffe für die Standing NATO Maritime Group 1 bereitzustellen. Wegen der Verzögerungen beim Bau der Fregatte 126 billigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im Januar 2026 eine alternative oder ergänzende Planung und sicherte diese finanziell ab. Am 18. Februar 2026 wurde der Finanzrahmen noch einmal erweitert.[3] Insgesamt sind 7,8 Milliarden Euro im Verteidigungshaushalt 2026 und im Sondervermögen Bundeswehr vorgesehen. Diese Mittel können in Abhängigkeit vom Verlauf des F‑126‑Programms für eine Alternativlösung wie die MEKO A‑200 genutzt werden.[2]

Projektverlauf

Anfang Februar 2026 haben das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und die Firma TKMS einen Vorvertrag über den Bau von drei bis acht Fregatten geschlossen. Der Vorvertrag ist noch kein Bauvertrag, dient jedoch dazu, bereits vorbereitende Maßnahmen einleiten zu können, wie etwa die Bestellung von Motoren.[4] Ziel ist es, so zügig mit dem Bau zu beginnen, dass das erste Schiff 2029 abgeliefert werden kann.[2] Die Schiffe sollen in Zusammenarbeit von TKMS mit Werften der Rönner-Gruppe in Bremerhaven bei der Stahlbau Nord und in Flensburg bei der FSG Shipyard GmbH gebaut werden.[1]

Durch den von Verteidigungsminister Boris Pistorius verkündeten Abbruch des F126-Projekts wurde Ende Juni 2026 aus der ursprünglichen Brückenlösung MEKO A-200 DEU eine Ersatzlösung. In diesem Zuge sollen insgesamt acht Schiffe als F128 beschafft werden. Die Kosten für die ersten vier Schiffe liegen dabei bei 6,3 Milliarden Euro. Eine Option auf vier weitere Schiffe könnte zum Preis von 5,3 Milliarden Euro ausgelöst werden.[5]

Technische Daten

Die Fregatten sollen im Stealthdesign gebaut werden. Das bedeutet, dass sie ein möglichst kleines Radarecho zurückwerfen. Eine Maßnahme dazu ist die Verwendung der „X-Form“ für den Rumpfquerschnitt, die einerseits Reflexionen zurück in Richtung eines Senders minimiert, andererseits aber genügend Bauvolumen für das Schiff zulässt. Außerdem wurden Techniken zur Reduzierung der Infrarotsignatur eingesetzt; beispielsweise befindet sich die Abgasanlage in der Wasserlinie – eine Maßnahme, die dazu dient, die Abgase noch vor ihrem Austritt auf die Umgebungstemperatur abzukühlen. Der Entwickler und Hersteller der Klasse gibt eine Halbierung der Radarrückstrahlfläche und eine 75 % kleinere Infrarotsignatur als bei vorherigen Schiffsdesigns an.

Bewaffnung und Sensorik

Jedes Schiff der Klasse wird auf dem Bug mit einem Geschütz ausgestattet, das sowohl gegen See- als auch gegen Luft- und Landziele eingesetzt werden kann.

Medienberichten zufolge soll unter anderem ein Mk 41 Vertical Launching System mit „Strike“-Zellenlänge zum Einsatz kommen. Als Seezielflugkörper wird die Naval Strike Missile genutzt werden, für die Nahbereichsabwehr das RAM-System.[6]

Als Fregatten mit U-Jagd-Schwerpunkt werden die Fregatten ein Schleppsonar von Atlas Elektronik erhalten[6], auch ein Bugsonar ist vorgesehen. Zur Bekämpfung von Unterwasserzielen werden Ausstoßrohre MU-90-U-Jagdtorpedos vorhanden sein. Zur Ortung und Bekämpfung von U-Booten wird außerdem ein Hubschrauber vom Typ NH90 Sea Tiger mitgeführt werden.[7]

Antrieb

Die Schiffe sollen über zwei Dieselmotoren mit jeweils 5.920 kW Leistung sowie eine Gasturbine mit 20.000 kW Leistung verfügen. Die beiden Dieselmotoren treiben dabei über zwei Wellen die beiden Schiffsschrauben an, die Gasturbine kann über zwei Getriebe an beide Wellen zugeschaltet werden, um die Höchstgeschwindigkeit von bis zu 29 Knoten erreichen zu können. Zusätzlich besitzen die Schiffe einen Wasserstrahlantrieb, was für eine solche Schiffsklasse eher ungewöhnlich ist. Dieser wird von der Gasturbine allein angetrieben. Prinzipiell können folgende Modi verwendet werden:

  • I – Ökonomisch (kraftstoffsparend): Ein Diesel auf beiden Wellen, max. Propellerdrehzahl: 150 min−1
  • II – Manöver: Beide Diesel auf beiden Wellen, max. Propellerdrehzahl: 200 min−1
  • IIICODAG-WARP: Beide Diesel und Gasturbine, max. Propellerdrehzahl: 215 min−1
  • IV – Nur Gasturbine: Wasserstrahlantrieb

Die Seeausdauer wird mit 28 Tagen angegeben.[7]

Einheiten

Kennung Name Rufzeichen Werft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Status
TBA Stahlbau Nord GmbH, Bremerhaven Mai 2026[7] Dezember 2029 im Bau
TBA Stahlbau Nord GmbH, Bremerhaven September 2030 bestellt
TBA Stahlbau Nord GmbH, Bremerhaven Juni 2031 bestellt
TBA Stahlbau Nord GmbH, Bremerhaven März 2032 bestellt
  • geplant
  • Einzelnachweise

    1. a b Frank Behling: Bundestag gibt grünes Licht: Kieler Werft TKMS legt mit dem Bau neuer Fregatten los. In: kn-online.de. Kieler Nachrichten, abgerufen am 23. März 2026.
    2. a b c Hans-Uwe Mergener: MEKO A-200 DEU: Vorvertrag unterzeichnet – Projektstart mit technischem Fokus auf U-Boot-Jagd. In: esut.de. Europäische Sicherheit und Technik, abgerufen am 23. März 2026.
    3. Navid Linnemann: MEKO A-200 DEU – Deutschland will vier neue Kriegsschiffe von TKMS. In: defence-network.com. 19. März 2026, abgerufen am 23. März 2026.
    4. Susanne Preuß: Neues Kapitel im Fregattendrama. In: faz.net. Frankfurter Zeitung, 19. März 2026, abgerufen am 23. März 2026.
    5. Projekt Fregatte F126 wird beendet. In: bmvg.de. Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), 24. Juni 2026, abgerufen am 24. Juni 2026.
    6. a b Lars Hofmann: F128 – BMVg will Auftrag zum Bau von vier neuen MEKO-Fregatten vergeben. In: hartpunkt.de. Hartpunkt, 1. Juli 2026, abgerufen am 1. Juli 2026.
    7. a b c Ole Henckel: Neue Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU für die Marine. In: bundeswehr.de. 8. Juli 2026, abgerufen am 8. Juli 2026.

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