Finn Blytt

Finn Blytt
Persönliche Informationen
Nationalität: Norwegen Norwegen
Disziplin(en): Wasserspringen
Verein: Bergens Svømme Club
Geburtstag: 2. März 1904
Geburtsort: Bergen
Sterbedatum: 1. Februar 1944
Sterbeort: Bergen
Medaillenspiegel
Norwegische Schwimmmeisterschaften 2 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Medaillen
Norwegische Schwimmmeisterschaften
Silber 1927 Oslo Varierende stup
Silber 1929 Halden Varierende stup
Bronze 1931 Oslo Varierende stup
Gold 1932 Oslo Sviktstup
Gold 1933 Oslo Sviktstup

Finn Blytt (geb. 2. März 1904 in Bergen; gest. 1. Februar 1944 im Gestapohaus in Bergen) war ein norwegischer Wasserspringer, Schwimmer, Wasserballer, Skispringer und Widerstandskämpfer der Milorg während der deutschen Besatzung Norwegens.

Leben und sportliche Laufbahn

Finn Blytt wuchs in Bergen mit drei Brüdern und zwei Schwestern auf und war seit seiner Kindheit ein vielseitiger Sportler. Er war im Turnverein aktiv und schloss sich auch dem Bergens Svømme Club (BSC) an. 1916 trat er dem Buekorps Nygards Bataljon bei. 1923 beendete er erfolgreich die Ausbildung am Handelsgymnasium Bergen. Anschließend studierte er ein Jahr an der Handelshochschule Mannheim, arbeitete danach in Marseille und London und kehrte 1925 nach Bergen zurück, wo er Leiter der Sportabteilung des Kaufhaus Wallendahl wurde.[1]

Schwimmsport

Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre nahm er für den BSC an mehreren Norwegischen Schwimmmeisterschaften teil und war dabei insbesondere im Wasserspringen mit zwei nationalen Titeln erfolgreich. Als Schwimmer stellte er mit der Staffel Vestlands-Rekorde auf und war Teil der Wasserball-Teams.

Skisport

Finn Blytts Vater Johan Nicolay Lieske Blytt war die treibende Kraft hinter der Errichtung der ersten Skisprungschanze Bergens (Bergensbakken) und Finn galt eine Zeit lang als bester Skispringer der Umgebung. Er trat später unter anderem bei Wettkämpfen am Holmenkollen an und gewann 1924 das Internationale Feldberg-Springen.[2]

Auch im Skilanglauf und der Nordischen Kombination war Blytt aktiv und erfolgreich.[3]

Andere Sportarten

1934 erhielt Blytt den "Eichenkranz" des Turnvereins Bergen, 1939 die goldene Medaille des Ruderclubs Bergen und war zudem ausgebildeter Segelflieger.[4]

Widerstandskampf

Gedenkstein für Finn Blytt

Nach der Besetzung Norwegens engagierte sich Finn frühzeitig bei der Widerstandsorganisation Milorg. Er organisierte unter anderem Grenzanwohnerausweise und Reisebewilligungen zur Unterstützung des Shetland Bus. Am 26. August 1941 wurde er ein erstes Mal verhaftet und sollte eigentlich vor einem deutschen Kriegsgericht angeklagt werden, doch das Verfahren wurde am 6. November 1941 eingestellt. Nach einer zweiten Verhaftung im Jahr 1944 wurde Blytt in die Gestapo-Zentrale Veiten 3 in Bergen gebracht, wo er sich während eines Verhörs aus einem Fenster des fünften Stocks stürzte und am 1. Februar 1944 verstarb, wovon seine Familie erst im November 1944 durch das Rote Kreuz erfuhr.

Ein in den Bürgersteig eingelassener Gedenkstein vor dem Gestapomuseum Bergen erinnert heute an Finn Blytt. Seine Arbeitskollegen im Kaufhaus Wallendahl stifteten dort zu seinen Ehren eine Büste Blytts, angefertigt von Bildhauer Sofus Madsen.[1]

Familie

Im Januar 1940 heiratete er Johanne Steen, mit der er zwei Kinder bekam: Finn (* 12. September 1941) und Sissel, die am 13. Juli 1944, fast ein halbes Jahr nach dem Tod ihres Vaters, zur Welt kam. Sein Sohn Finn nahm als Jugendlicher ebenfalls an Skispringen teil.[5]

Die Kunsthistorikerin und Politikerin Aslaug Blytt (1899–1966) war seine ältere Schwester. Sein Cousin Per Evald Blytt war Pilot der Norwegischen Luftstreitkräfte und starb beim Absturz seiner Maschine vor den Shetland-Inseln am 20. März 1944.

Finn Blytt Pokal

Die Zeitung Morgenavisen vergab ab 1945 über viele Jahre den Finn Blytts Pokal für die beste oder überraschendste Leistung eines Bergenser Sportlers oder Vereins.

Jahr Name / Mannschaft Sportart / Disziplin Leistung / Grund der Auszeichnung
1946 Knut Nordgren Leichtathletik Sprung von 7,01 Meter im Länderkampf gegen Dänemark
1947 Carl H. Frønsdal Rudern Teilnahme am Rudereinzel-Finale der Henley Royal Regatta 1947
1948 Achter des Fana Ruderclub (1) Rudern Bronzemedaille bei den Olympische Sommerspielen 1948
1949 Harry Hansen Boxen Nationaler Boxtitel im Bantamgewicht
1950 SK Brann (1) Fußball Finalteilnahme bei der Norgesmesterskap i fotball 1950
1951 Vierer ohne Steuermann des Fana Ruderclub (2) Rudern Erreichen des Halbfinales der Ruder-EM in Macon, Frankreich
1953 Stanley Kvamme Schießsport Gewinn des Titels „Skyttarkonge“ (Landesweiter Schützenkönig)
1956 Christian Evaldt
Arne Hamarsland (1)
Leichtathletik Weltrekord im Standweitsprung
Erfolge im 1500-Meter-Lauf
1958 Arne Hamarsland (2) Leichtathletik 2. Auszeichnung; Nordischer Rekord von 3.39,8 Minuten über 1500 Meter
1960 Leni Kristiansen
Rolf Birger Pedersen
Roald «Kniksen» Jensen
Schwimmen
Fußball
Leistungen als Schwimmerin
Leistungen als Fußballnationalspieler
Leistungen als Fußballnationalspieler
1961 Svein Hove Leichtathletik Norwegischer Meister im Zehnkampf
1962 SK Brann (2) Fußball 2. Auszeichnung; Meistertitel der Norwegischen Liga 1962
1963 Øyvind Hopland Leichtathletik Norwegischer Weitsprungrekord von 7,40 Meter
1964 Jan Erik Korsvold Schwimmen Mehrere norwegische Meistertitel
1965 Inger Johanne Alfstad Schwimmen Norwegische Schwimmrekorde 1965
1966 Åge Hadler Orientierungslauf Weltmeistertitel im Orientierungslauf
1967 Ørjan Madsen Schwimmen Mehrere norwegische Meistertitel
1968 Arne Risa Leichtathletik 8. Platz bei den Olympischen Sommerspielen 1968
1969 Per Kristian Vik Leichtathletik Gewinn der Norwegischen Meisterschaft im Hochsprung
1970 Sverre Kile Schwimmen Für seinen Einsatz bei den Schwimmeuropameisterschaften 1970
1971 Sverre Sørnes Leichtathletik Gewinn der Norwegischen Meisterschaft im 3000-Meter-Hindernislauf
1972 SK Brann (3) Leichtathletik 3. Auszeichnung; Gewinn des Norwegischen Fußballpokals der Männer 1972
1974 Jan Fjærestad Orientierungslauf Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften im Orientierungslauf
1981 Ulf Rasmussen Tischtennis Überraschungssieg gegen Josef Dvořáček

In den Jahren 1952, 1954, 1955, 1957 und 1959 wurde der Pokal aufgrund mangelnder geeigneter Kandidaten nicht vergeben.

Literatur

  • Blad av svømmingens historie : 1908-1958 : Bergens svømme club 50 år. Bergen, 1958
  • Truls Synnestvedt: Litt Hitler i Bergen: Nazisme på norsk i 1930-årene. Bodoni Verlag, 2020, S. 97–99. ISBN 978-82-8403-067-8
  • Haakon J. Henrikssen: "Her kommer vi...." : Bergens handelsgymnasiums kull 1923 ved 25 års jubileet 1948. Redaksjonskomitéen, 1948
  • Arnfinn Haga: Dette er vinteren. Eide Verlag, 1976, S. 161–169 & S. 180–181

Einzelnachweise

  1. a b Finn Blytts minne hedres. Bergens Arbeiderblad, 1. Februar 1946
  2. Ergebnislisten bei skisprungschanzen.com. (PDF), abgerufen am 22. Juni 2016
  3. Finn Blytt var bestemann i hopprennet og ble tildelt "Bergens Tidende"s pokal. Bergens Tidende, 6. März 1933
  4. Fortegnelse over utdannede glideflyvere i tiden 1.april-1.aug. 1938. In: FLY Luftfartsbladet, 1938, 6. Jg., Nr. 8
  5. Gide skihoppere. Bergens Arbeiderblad, 11. Februar 1952

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.