Feuerle Collection
Die Feuerle Collection in Berlin zeigt seit 2016 die private Kunstsammlung des deutschen Kunsthistorikers und Kurators Désiré Feuerle. Zeitgenössische Kunstpositionen werden in dem Museum kaiserlich-chinesischem Mobiliar und antiken Skulpturen aus Südostasien gegenübergestellt.
Gebäude und Architektur
Die Kunstsammlung befindet sich im Berliner Bezirk Kreuzberg, unweit des Gleisdreiecks und gegenüber dem Deutschen Technikmuseum. Untergebracht ist sie in einem rund 7.300 m2 großen ehemaligen Telekommunikationsbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Der sogenannte BASA-Bunker in Berlin fungierte im Zweiten Weltkrieg als einer der Schutzbauten für das Fernmeldenetz der Deutschen Reichsbahn. Der Berliner Bunker war die zentrale Leitstelle. (Weitere BASA-Bunker standen in Köln, München und Nürnberg.)
Der britische Architekt John Pawson baute den Bunker federführend zum Museumsgebäude um. Dabei ging er sehr zurückhaltend mit der vorhandenen Substanz um, beschränkte sich auf wenige Durchbrüche und erhielt die Patina des Bunkers. Neben wenigen Einbauten entstanden ein Apartment auf dem Dach des Gebäudes sowie Büroräume auf der Rückseite. Die Ausstellungsfläche befindet sich auf zwei Ebenen, die von massiven quaderförmigen Betonpfeilern gegliedert werden.[1]
Sammlung und Ausstellungskonzept
Die Feuerle Collection wurde 2016 von Désiré Feuerle und seiner Ehefrau Sara Puig gegründet. Désiré Feuerle fungiert als Kurator und künstlerischer Leiter seiner Sammlung.[2] Deren Ausstellungskonzept beruht auf der Gegenüberstellung verschiedener Epochen und Kulturen. So werden zeitgenössische Kunstpositionen auf kaiserlich-chinesisches Mobiliar und auf antike Skulpturen aus Südostasien bezogen. Werke, die zur Sammlung gehören, sind unter anderem Khmer-Skulpturen aus dem 7. bis 13. Jahrhundert sowie kaiserlich-chinesische Lack- und Steinmöbel aus der Zeit von ca. 200 v. Chr. bis zum 18. Jahrhundert. Zu den zeitgenössischen Stücken zählen Werke von Cristina Iglesias, Anish Kapoor, Zeng Fanzhi, Nobuyoshi Araki, Adam Fuss oder James Lee Byars.[3] Ein besonderes Merkmal der Sammlungspräsentation ist die Einbeziehung weiterer Sinne: So können Besucher an einer traditionellen chinesischen Duftzeremonie teilnehmen.
Ausstellungen
Der Besuch des Museums verläuft als geführter Parcours durch mehrere inszenierte Räume. Dieser beginnt in einem abgedunkelten Raum im Untergeschoss, in dem eine Komposition von John Cage zu hören ist. Die nächste Station bildet ein Saal mit einer flachen Wasserfläche hinter einer Glasscheibe. Hier befindet sich ebenfalls der abgeschlossene Bereich, in dem die Duftzeremonien stattfinden.
In der Haupthalle des Erdgeschosses wird die Dauerausstellung präsentiert. Ein weiterer Raum von 400 m2 ist Sonderausstellungen, Performances, Künstlergesprächen, Filmvorführungen oder Konzerten vorbehalten.[4]
Bildung und Vermittlung
Im Sinne des Konzepts „Slow Art“ sollen die Besucher einen entschleunigten Kunstgenuss erleben. So erfolgt der Zutritt nur in Kleingruppen. Auf Beschriftungen oder Audioguides wurde bewusst verzichtet. Die Besucher können und sollen ihren individuellen Weg zu den Exponaten finden.[5]
Trägerschaft
Träger der Sammlung ist The Sara Puig Institute for the Arts, eine spanische GmbH mit dem Zweck, Feuerles Kunstsammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gründerin ist die Ehefrau von Feuerle, Sara Puig. Sie leitet zudem als Präsidentin das Museum Fundació Joan Miró in Barcelona. Der Betrieb der unabhängigen Privatsammlung wird durch private Mittel der Gründer sowie durch Eintrittsgelder gedeckt. Über ein Freundeskreis-Programm sollen zusätzlich Partner und Sponsoren gewonnen werden.
Rezeption
Die Feuerle Collection hat seit ihrer Eröffnung in der Berliner, überregionalen und internationalen Presse überwiegend wohlwollende Beachtung gefunden.[1][4]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Kirsten Klingbeil: Der Bunker am Halleschen Ufer in Berlin. In: Bauwelt. 2016, abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ Sammlung. In: Website Feuerle Collection. Abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ The Feuerle Collection. In: e-flux. 13. Oktober 2016, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ a b Maria Golz: The Feuerle Collection: Private Sammlung im Bunker am Halleschen Ufer in Berlin. In: Detail. 17. November 2016, abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ Birgit Rieger: Berliner Feuerle Collection: „Slow Art“ statt Massendrang. In: Der Tagesspiegel. 25. Mai 2020, abgerufen am 16. November 2025.
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