Erhard Klein

Erhard Klein (* 27. November 1938) ist ein deutscher Galerist sowie Herausgeber von Editionen und Kunstbüchern.

Er gilt als einflussreicher Vermittler zeitgenössischer Kunst und arbeitete mit zahlreichen renommierten Künstlerinnen zusammen, deren Werke heute in bedeutenden Museen der Welt vertreten sind.[1]

Jugend und Ausbildung

Vor seiner Karriere im Kunstbetrieb war Klein als Diplom-Bibliothekar an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn tätig. Ein Kollege weckte dort sein Interesse an der bildenden Kunst. Für den Schritt in die Selbstständigkeit gab Klein schließlich seinen Beamtenstatus auf.[2]

Galerie Erhard Klein

Im November 1970 eröffnete er die Galerie Erhard Klein in der Bonner Königstraße 71. Die erste Ausstellung war dem Künstler Rupprecht Geiger gewidmet. Klein spezialisierte sich in der Folgezeit vor allem auf die rheinische Kunstszene aus Köln und Düsseldorf.[2]

Ein früher Erfolg als Galerist gelang ihm 1972 mit dem Verkauf von Sigmar Polkes Rasterbild „Die Menschenmenge“[3] an das Kunstmuseum Bonn für 4500 DM.[2]

Im Jahr 1973 fand die erste Ausstellung mit Joseph Beuys statt.[4] Durch den engen Kontakt zu Beuys baute Klein Verbindungen zu dessen Schülern an der Kunstakademie Düsseldorf auf, darunter Imi Knoebel, Katharina Sieverding, Blinky Palermo sowie Jonas Hafner und Johannes Stüttgen. Es entstanden enge Freundschaften zu den vertretenen Künstlerinnen und Künstlern.

Vernetzung und Umzug

Klein pflegte enge Beziehungen zur rheinischen Avantgarde. Er besuchte regelmäßig den Gaspelshof in Willich, wo Sigmar Polke mit Freunden lebte und arbeitete. 1978 lernte er bei einer Polke-Eröffnung im Guggenheim Museum in New York Andy Warhol kennen. Neben dem Galeriebetrieb baute Klein ein umfangreiches Werk an Editionen und Kunstbüchern auf. 1994 verlegte er den Sitz der Galerie von Bonn nach Bad Münstereifel-Mutscheid.[2]

Im gleichen Jahr übergab er das Archiv seiner bisherigen Galerietätigkeit dem Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung (ZADIK). Erhard Klein legte im Laufe der Jahre die weltweit vollständigste Literatursammlung über Joseph Beuys an.[5]

Nach über 35 Jahren beendete er im Jahr 2006 die Galerietätigkeit.[6] Die letzte Ausstellung war Jürgen Klauke gewidmet.

Ehrung

Im Jahr 2007 wurde Klein mit dem Art-Cologne-Preis ausgezeichnet.[7]

Zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2018 würdigte das Kunstmuseum Bonn sein Lebenswerk und seinen Beitrag zur rheinischen Kunstgeschichte mit einer eigenen Ausstellung.[8]

Von der Galerie ehemals vertretene Künstler (Auswahl)

Editionen (Auswahl)

  • Beuys, Joseph, „Erhard Klein unkonzentriert“ (1984): überstempelte Einladungskarte, 10 × 15 cm, signiert und nummeriert.
  • Kippenberger, Martin, „Warhol ist nicht Klein“ (1990) Farbsiebdruck auf Karton (chamois), 6 Blätter, 119 × 83,5 cm, signiert, datiert und nummeriert, Auflage: 48 Exemplare.
  • Knoebel, Imi, Hartfaserquadrat (Ehre an Kasimir Severinowitsch Malewitsch). 1991. Holz, Hartfaserplatte. 30 × 30 × 7,5 cm. Signiert, datiert, nummeriert. Auflage: 300 Exemplare.
  • Polke, Sigmar: Hallo Shiva (1974), Farboffsetdruck, Format 40 × 35 cm, Auflage 80 Exemplare.
  • Polke, Sigmar: Spiegelung I und Spiegelung II, 1992, Farbserigrafien auf Karton, 78 × 58 (Darstellung); Auflage je signierte, datierte und 70 nummerierte Exemplare.[9]
  • Dahn, Walter / Droese, Felix / Stüttgen, Johannes, Omnibus für Direkte Demokratie in Deutschland. Volksabstimmung. 1990. Bearbeiteter Spielzeugbus, 27,5 × 9 × 12 cm, nummeriert und beschriftet. Signiert von Dahn, Droese, Stüttgen, Christine Butler, Brigitte Krenkers. 70 Exemplare wurden realisiert.

Ausstellungen (Auswahl)

  • Beuys, Joseph, 10.04.1973 – Multiples, Bücher und Kataloge.
  • Polke, Sigmar, 24.04.1974 – Hallo Shiva … Neue Bilder.
  • „Sieht man ja, was es ist“ – Die Editionen der Galerie Klein, Bonner Kunstverein, 17.02.2013.

Literatur (Auswahl)

  • Werkverzeichnis der Editionen 1977–2010. Band 1: 1977–1991, Herausgeber: Erhard Klein. Text: Carl Vogel. Bearbeiter des Werkverzeichnisses: Stefan Möller; Band 2: 1992–2002, Herausgeber Erhard Klein, Textbeitrag von Wolfgang Vomm; Band 3: 2003–2010, Herausgeberin: Artax Kunsthandel, Düsseldorf.
  • Sieht man ja, was es ist: Editionen und Multiples der Galerie Erhard Klein 1972–2006, Herausgeberin: Bonner Kunstverein, Bonn 2013.

Einzelnachweise

  1. "Sieht man ja, was es ist": Die Editionen der Galerie Erhard Klein 1972 - 2006. Bonner Kunstverein, abgerufen am 9. März 2026.
  2. a b c d Sabine Oelze, Marion Ritter: Erhard Klein. In: Audioarchiv Kunst. Abgerufen am 9. März 2026.
  3. Birgit Koelgen: Der Meister und die Anderen: Polke in der Kunsthalle Düsseldorf. In: Ddorf-Aktuell - Internetzeitung Düsseldorf. 12. November 2021, abgerufen am 9. März 2026.
  4. Erhard Klein | VOLLKONZENTRIERT | Galerie Klein 1970 - 2006. In: ZADIK | Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung. Universität zu Köln, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 15. Oktober 2025; abgerufen am 9. März 2026.
  5. ZADIK | Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. März 2025; abgerufen am 16. März 2026.
  6. Andreas Denk: Ende und Anfang einer Geschichte. In: www.kunstforum.de. Abgerufen am 9. März 2026.
  7. Helga Meister: »Ich bin ein bescheidener Mann«. In: kulturwest.de. 1. April 2007, abgerufen am 9. März 2026.
  8. Peter Köster: Kunstmuseum ehrt Galeristen Erhard Klein mit besonderer Ausstellung. In: TalkingArt. Abgerufen am 9. März 2026.
  9. Becker, Jürgen/von der Osten, Claus: Sigmar Polke - Editionen 1963-2000. In: Werkverzeichnis. Ostfildern-Ruit 2000, S. WVZ.-Nr. 95 und 96.

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.