Driving Europe
| Film | |
| Titel | Driving Europe |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch, Englisch, Georgisch, Usbekisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 86 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Bardamu Film |
| Stab | |
| Regie | Felix Länge |
| Drehbuch | Felix Länge |
| Produktion | Lennart Heidtmann |
| Musik | Florian Paul |
| Kamera | Matthias Kofahl
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| Schnitt | Christoph Hans |
| Besetzung | |
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Driving Europe ist ein deutscher Dokumentarfilm von Felix Länge aus dem Jahr 2025 über den Streik von Lkw-Fahrern auf der Autobahnraststätte Gräfenhausen.
Inhalt
Etwa einhundert Lkw-Fahrer traten im Juli 2023 auf der Autobahnraststätte Gräfenhausen in einen wilden Streik. Sie kommen überwiegend aus Usbekistan und Georgien und haben teils seit Monaten keinen Lohn mehr erhalten. Theoretisch arbeiten sie zwar für unterschiedliche Unternehmen, diese werden aber alle vom polnischen Spediteur Mazur kontrolliert, für den über 1000 Lkw durch Europa fahren.[1] Unterstützt werden die Streikenden vom niederländischen Gewerkschafter Edwin Atema und einer Übersetzerin. Er koordiniert die Fahrer und hält die Moral hoch.
Der Film begleitet öfter den georgischen Fahrer Aleko, der durch das LKW-Fahren die Schulden seiner Familie bezahlen will. Er berichtet, mit hohen sicheren Gehältern nach Europa gelockt worden zu sein, die von Beginn an nicht bezahlt wurden. Zwischendurch werden sein Sohn und seine Frau in Georgien interviewt, die sich seine Rückkehr wünschen. Andere Fahrer berichten, dass ihre Familien nicht glauben könnten, dass in Deutschland solch ein Unrecht möglich sei. Aleko erzählt, dass er meist zwischen neun und vierzehn Stunden am Tag arbeiten musste. Essen haben er und Kollegen meist bei Discountern in der Umgebung gekauft, um Kosten zu sparen. Für Duschen oder Toiletten auf Rastplätzen habe er sowieso kein Geld.
Auf Initiative Edwins sammeln die Fahrer ihre Frachtpapiere und öffnen die Anhänger, um herauszufinden, für welche Unternehmen sie eigentlich Ware transportieren. Darunter sind viele Automobilhersteller wie Audi, Porsche, Volkswagen oder Mercedes, allerdings auch Bauhaus oder IKEA. Unter den Unternehmen sind aber auch Spediteure wie DB Schenker oder DHL. Offenkundig vergeben Großunternehmen ihre Speditionsaufträge an Subunternehmen und Sub-Subunternehmen wie die von Mazur. In einem Einzelfall erhalten die Streikenden eine Auslöse für eine Wagenladung von einem Unternehmen für 20.000 Euro, um ihre Kosten zu decken. Dies stößt bei den Fahrern als unsolidarisch auf Kritik.

Nach sechs Wochen Streik scheitert eine Online-Verhandlung mit Mazur, der zu keinen Zugeständnissen bereit ist. Zwischendurch werden Medienberichte eingespielt, die über den Streik berichten. Einige Abgeordnete setzen sich im Europaparlament für die Fahrer ein, können aber aufgrund von Bürokratie und unterschiedlichen nationalen Zuständigkeiten nichts ausrichten. Schließlich entscheiden sich zehn Fahrer für einen Hungerstreik, der erneut zu medialer Aufmerksamkeit führt. Nach Einschaltung des BAFA kommt Bewegung in die Angelegenheit und einige ungenannte Unternehmen bieten an die Lohnforderungen in Höhe von 300.000 Euro zu übernehmen. Die Auszahlung führt zu großer Freude bei den Fahrern, die endlich zu ihren Familien zurückkehren können.
Zurück in Georgien schließt Aleko seine Familie überglücklich in die Arme. Er kann endlich wieder mit seinem Sohn Fußball spielen. Allerdings kehrt Aleko bald wieder nach Europa zurück und wird erneut von Spediteuren ausgebeutet. Zwar erhält er regelmäßig Gehalt, aber selten pünktlich und nie in der vereinbarten Höhe. Zum Ende des Films wurde er bereits zweimal gefeuert. Im Abspann werden Presseerklärungen von Betroffenen Unternehmen gezeigt, die eine Zusammenarbeit mit Mazurs Unternehmen abstreiten.
Produktion
Driving Europe ist der Abschlussfilm von Regisseur Felix Länge, der den Streik über Wochen hinweg begleitete. Nach eigenen Angaben wurde er erst nach einem Monat von den Streikenden akzeptiert, die ihn zuvor für einen Spion des polnischen Spediteurs hielten. Dadurch seien ihm sehr intime Einblicke in die Lebenswelt der Fahrer gelungen. Nach dem Streik arbeitete er mit dem Produktionsunternehmen Bardamu Film an der Finalisierung des Films. Durch Förderung war es Länge möglich, Alekos Familie in Georgien zu besuchen und dort zu filmen. Trotz des pessimistischen Endes findet Länge den Film wichtig, um zu zeigen, dass Zusammenarbeit und Kampf für Menschenrechte wichtig sind.[2]
Der Film wurde 2025 veröffentlicht und im April 2026 gab es in Berlin eine vom DGB organisierte Vorführung mit Diskussion.[3] Im Mai wurde der Film beim DOK.fest München in der Reihe Brave New Work? gezeigt und ist dort im Wettbewerb DOK.deutsch nominiert.[4]
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2026: DOK.fest-München-Nominierung im Wettbewerb DOK.deutsch
- 2026: VFF Nachwuchs-Dokumentarfilm-Produktionspreis für Lennart Heidtmann und Artur Althen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Konsequenzen aus Gräfenhausen | ver.di. Abgerufen am 11. Mai 2026.
- ↑ Geoffrey Macnab: DOK.fest Munich German Comp: Driving Europe by Felix Lange. In: Business Doc Europe. 9. Mai 2026, abgerufen am 11. Mai 2026 (britisches Englisch).
- ↑ Driving Europe | ver.di. Abgerufen am 11. Mai 2026.
- ↑ DRIVING EUROPE. In: dokfest-muenchen.de. Abgerufen am 11. Mai 2026.
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