Composition No. 96
| Composition No. 96 | ||||
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| Studioalbum von Anthony Braxton | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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Format(e) |
LP, CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
2 | |||
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55:35 | ||||
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Besetzung |
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Studio(s) |
Cornish Institute, Seattle | |||
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Composition No. 96 ist ein Musikalbum von Anthony Braxton. Die am 30. Mai 1981 am Cornish Institute, Seattle, entstandenen Aufnahmen erschienen 1989 auf Leo Records.
Hintergrund
„Composition No. 96“ entstand 1979/80, ist in abwechselnde Blöcke gegliedert: einen dichten, turbulenten und einen sanften, ruhigen Teil. Graham Lock, Autor der Monographie Forces in Motion: The Music and Thoughts of Anthony Braxton, beschreibt in den Liner Notes sowohl die Struktur des Stücks als auch dessen philosophische Grundlagen.[1] Das Werk ist Karlheinz Stockhausen gewidmet.
Das für Orchester und vier Diaprojektoren geschaffene Werk besteht aus einer Orchesterpartitur in herkömmlicher Notation sowie einer fotografischen Partitur, die auf zwölf religiösen Symbolen aus antiken Kulturen basiert – darunter keltische, christliche, ägyptische, griechische, hebräische und mykenische Symbole sowie solche der amerikanischen Ureinwohner. Der Fotograf der Dias war dazu eingeladen, Beispiele dieser Symbole in der Natur aufzuspüren und zu fotografieren – „den Davidstern in einer Schneeflocke, in der Textur von Bäumen oder in einer Spiegelung im Wasser zu finden.“ Anschließend wurden die entstandenen Dias bei der Aufführung mit der Musikpartitur synchronisiert. Braxton ermutige den Fotografen mit seiner Partitur dazu, zu „improvisieren“ und als Reaktion auf die Symbole eigene Bilder zu erschaffen. Das sei ein radikales Experiment mit visuellen Impulsen für die Improvisation.[2]
„Composition No. 96“ nimmt Olewick zufolge in Braxtons Werk eine zentrale Rolle ein. Er bezeichnet sie angeblich nicht nur häufig als Schlüsselwerk, entscheidend für seine eigene Entwicklung, sondern sie sei auch eines der am häufigsten in Aufnahmen seiner verschiedenen Ensembles verwendeten Klangfelder. Die vorliegende Aufnahme stammt von einem 37-köpfigen Studentenorchester mit nur zwei Solisten: Dem Klarinettisten Bill Smith und dem Posaunisten Julian Priester. Braxton selbst ist auf dieser Aufnahme nicht selbst zu hören; vielmehr leitet er die Formation.[1]
Eine spätere, nach Graham Locks Urteil sehr andere (und weitaus kürzere) Version von „Composition No. 96“ ist auf Braxtons Album 4 (Ensemble) Compositions—1992 (Black Saint 1993) in einer Besetzung mit 14 Interpreten zu hören.[2]
Titelliste
- Anthony Braxton: Composition No. 96 (Leo Records LR 169)[3]
- A1: Composition No. 96 27:20
- B1: Composition No. 96 28:15
Die Komposition stammt von Anthony Braxton.
Rezeption
Brian Olewnick verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, der Stil des Stücks sei von einer gewissen akademischen seriellen Technik geprägt, das heißt, es gibt kein geradliniges thematisches Material (schon gar nichts, was entfernt an Jazz erinnern würde) und kein festgelegtes Metrum. Der Hörer werde wie in „einem instrumentalen Meer“ hin und her geworfen. Manchmal erinnere der Stil ein wenig an Ornette Colemans symphonisches Werk Skies of America, das Braxton bekanntermaßen bewundern würde, doch meist klingt es wie eine etwas freiere Version vieler zeitgenössischer serieller Kompositionen seit den 50er Jahren. Die ruhigeren Abschnitte sind konsonanter, aber dennoch komplex und bilden eine reiche Stasis, einen Anker, an dem sich der Hörer in einer verfahrenen Situation festhalten kann. Für eingefleischte Braxton-Fans sei Composition 96 ein Muss, allein schon wegen seiner historischen Bedeutung für seine Karriere. Hörer, die mit seinen Jazz-Werken vertraut sind, könnten jedoch von der relativ strengen klassischen Ausrichtung, dem Mangel an Improvisation und dem Fehlen vordergründiger Themen abgeschreckt werden. Die Liner Notes von Graham Lock seien sehr detailliert.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c Besprechung des Albums von Brian Olewnick bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 13. Juli 2026.
- ↑ a b Graham Lock: “What I Call a Sound”: Anthony Braxton’s Synaesthetic Ideal and Notations for Improvisers. In: Critical Studies in Improvisation / Études critiques en improvisation. Band 4, Nr. 1, 2008, S. 1–23.
- ↑ Anthony Braxton – Composition No. 96. In: Discogs. Abgerufen am 13. Juli 2026 (englisch).
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