Die Herren von Beneschau (auch von Benešov, tschechisch: Páni z Benešova, Benešovici) waren ein böhmisches Adelsgeschlecht, dessen Besitzungen überwiegend in Mähren lagen. Ihr Stammsitz soll das gleichnamige Beneschau südlich von Prag gewesen sein[2]. Um 1300 sollen sie ihren Sitz auf die nahe Burg Konopischt verlegt haben. 1327 übertrug König Johann von Luxemburg die Herrschaft Konopischt an die Herren von Sternberg.
Als älteste Vertreter der Herren von Beneschau, von denen sich eine ganze Reihe böhmischer Adelsfamilien ableitet, nennt Siebmacher[3]
Benesch der Ältere von Beneschau, belegt 1162–1170
Benesch/Beneš (I.) der Jüngere von Beneschau, der nähere Stammvater des Geschlechts der Herren von Beneschau, der für die Jahre 1219 bis 1222 belegt ist. Zwei seiner Söhne und vier seiner Enkelsöhne begründeten weitere Familienzweige.
Stammliste der Herren von Beneschau/Benešov
Beneš (I.) von Beneschau (Beneš z Benešova), belegt 1219–1222
Wok (Vok z Benešova), belegt 1218–1250
Tobias von Bechin, 1278–1296 Bischof von Prag; in tschechischen Quellen wird er häufig auch als Tobias von Beneschau (Dobeš z Benešova) bezeichnet.
Milota von Dědice, belegt 1252–1307, wurde wie sein Bruder Beneš des Verrats verdächtigt, jedoch begnadigt. Er war vorher (1275/76) Hauptmann der Steiermark. Außerdem war er Kämmerer von Olmütz. Dem Kloster Velehrad soll er 1302 die Ortschaft Leskovec geschenkt haben.[4]
vermutlich: Wok von Krawarn und Beneschau (Vok z Kravař a Benešova), belegt 1274–1283, begründete den Familienzweig der Herren von Krawarn (Páni z Kravař a Benešova)
vermutlich: Zbyslav, belegt 1281–1293, begründete den Familienzweig der Herren von Stralek (Páni ze Štralek)
vermutlich: Johann/Jan, belegt 1288–1298, begründete den Familienzweig der Herren von Butschowitz (Páni z Bučovic)
Matthias/Matouš, belegt 1233, begründete den Familienzweig der Herren von Duba (Páni z Dubé)
Andreas/Ondřej (I.), belegt 1225–1248
Drslav (Dirslaw), belegt 1234–1255, möglicher Begründer der Familienzweige von Bechin (Páni z Bechyné) und/oder Štítina (Páni ze Štítiny)
Benedikt von Štítina (Stettin) und Choltitz, der älteste Sohn des Drslav war der Stammvater der Sedlnitzky von Choltitz[5]
Literatur
Tomáš Baletka: Páni z Kravař – Z Moravy až na konec světa, 2004, ISBN 80-7106-682-6, Stammliste auf S. 426f.
Zdeňka Hledíková: Art. Tobias (Dobeš) von Bechyne (Benešov) († 1296). 1278–1296 Bischof von Prag. In: Erwin Gatz (Hrsg.), Clemens Brodkorb (Mitarb.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1198 bis 1448. Ein biographisches Lexikon. Band I, Berlin 2001, ISBN 3-428-08422-5, S. 583–585.
J. Siebmacher´s großes Wappenbuch Band 26; Die Wappen des Adels in Niederösterreich Teil 2, S – Z, Seite 117; Reprintausgabe der Bearbeitung durch Johann Baptist Witting (Nürnberg 1918), Verlag Bauer und Raspe, Inhaber Gerhard Geßner, Neustadt an der Aisch, 1983
Einzelnachweise
↑Aus dem gleichnamigen Artikel in tschechischer Sprache übernommen.
↑Der Historiker Tomaš Baletka (s. Literaturang. S. 23f.) ist der Ansicht, es sei wegen der mährischen Besitzungen Beneschau bei Troppau gewesen
↑J. Siebmacher´s großes Wappenbuch Band 26; Die Wappen des Adels in Niederösterreich Teil 2, S – Z, Artikel „Sedlnitzky von Choltitz“ Seite 117; Reprintausgabe der Bearbeitung durch Johann Baptist Witting (Nürnberg 1918), Verlag Bauer und Raspe, Inhaber Gerhard Geßner, Neustadt an der Aisch, 1983.
↑Angabe zweifelhaft, da Leskovec nach Weblink erstmals 1361 genannt wird; möglicherweise handelt es sich hier um eine Verwechslung mit der Adelsfamilie Leskovec, denen die Herrschaft Kamenice gehörte
↑J. Siebmacher´s großes Wappenbuch Band 26; Die Wappen des Adels in Niederösterreich Teil 2, S – Z, Seite 117; Reprintausgabe der Bearbeitung durch Johann Baptist Witting (Nürnberg 1918), Verlag Bauer und Raspe, Inhaber Gerhard Geßner, Neustadt an der Aisch, 1983.