YOLO Caucus
Als YOLO Caucus wird eine Gruppe von Politikern bezeichnet, die der Republikanischen Partei in den Vereinigten Staaten angehören oder bis noch vor kurzem dieser angehörten.[1] YOLO steht für „you only live once“ (du lebst nur einmal).[1]
Im Mai 2026 wurden mehrere Mitglieder der Republikanischen Partei bei den Vorwahlen (primaries) aufgrund einer Empfehlung (endorsement) von Präsident Donald Trump parteiintern aus dem Rennen für eine Wiederwahl geworfen. Diese Politiker sowie weitere, die schon zuvor mit Trump gebrochen hatten, bilden in den letzten Monaten vor den Halbzeitwahlen (midterms) im Herbst 2026 und der Konstituierung der frisch gewählten Abgeordneten und Senatoren des US-Kongresses eine Gruppe von republikanischen Politikern, die nicht mehr auf die Unterstützung von Trump angewiesen sind. Zu dieser Gruppe von Politikern gehören:
- Don Bacon (* 1963), US-Abgeordneter für Nebraska
- Bill Cassidy (* 1957), US-Senator für Louisiana
- John Cornyn (* 1952), US-Senator für Texas
- Nancy Mace (* 1977), US-Abgeordnete für South Carolina
- Thomas Massie (* 1971), US-Abgeordneter für Kentucky
- Mitch McConnell (* 1942), US-Senator für Kentucky
- Lisa Murkowski (* 1957), US-Senatorin für Alaska
- Dan Newhouse (* 1955), US-Abgeordneter für Washington
- Ralph Norman (* 1953), US-Abgeordneter für South Carolina
- Rand Paul (* 1963), US-Senator für Kentucky
- Thom Tillis (* 1960), US-Senator für North Carolina
Cassidy, Cornyn und Massie unterlagen in den Vorwahlen. Bacon, Mace, McConnell, Newhouse, Norman und Tillis kandidieren nicht mehr für ihr Amt. Mace und Norman schieden bei den Vorwahlen zur Gouverneurswahl in South Carolina aus, während eine von Trump unterstützte Kandidatin in die Stichwahl kam. Für die Stichwahl hob Trump die alleinige Empfehlung für Pamela Evette auf, was linke US-Medien als „Todeskuß“ bezeichneten.[2] Die Wahl ging tatsächlich entsprechend aus, was so interpretiert wurde, dass Trump nicht auf der möglichen Verliererseite stehen wollte. Für Murkowski und Paul ist eine Wiederwahl erst 2028 anstehend.
Es gab mehrere republikanische Politiker wie John Hoeven (US-Senator für North Dakota) oder John Kennedy (US-Senator für Louisiana), die die Wahlempfehlungen von Trump nicht guthießen.[3]
Weiterhin gibt es Politiker, denen knappe Halbzeitwahlen vorhergesagt werden, die nicht mit einer Unterstützung von Trump für eine Wiederwahl rechnen und denen es wahrscheinlich vorteilhafter erscheint, einen Abstand zu Trump aufzubauen. Zu diesen Politikern zählen:
- Lauren Boebert (* 1986), US-Abgeordnete für Colorado
- Susan Collins (* 1952), US-Senatorin für Maine
- Brian Fitzpatrick (* 1973), US-Abgeordneter für Pennsylvania
- Jeff Hurd (* 1979), US-Abgeordneter für Colorado
- Kevin Kiley (* 1985), mittlerweile parteiloser US-Abgeordneter für Kalifornien
Die Nominierung für die republikanischen Vorwahlen bzw. deren Durchführung ist in den Wahlkreisen von Boebert und Collins schon vorüber. Boebert hatte sich bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten mit Trump überworfen. Collins kandidiert in einem US-Bundesstaat, in dem sie eher als "Unabhängige" gewählt werden würde. Die Wahlkreise von Fitzpatrick und Hurd könnten bei den Halbzeitwahlen an die Demokratische Partei fallen.[4] Kiley trat nach dem Neuzuschnitt von Wahlkreisen aus der Partei aus und kandidiert als Parteiloser.[4]
Die Politiker, die dem YOLO Caucus zugeordnet werden, gelten als potentielle Abweichler bei anstehenden Wahlen im US-Repräsentantenhaus und im US-Senat.[3] Es gibt weitere republikanische Politiker, die bisher nicht dem Caucus zugeordnet werden und sich bisher als loyal zu Trump erklärten.
Es handelt sich um keine offizielle Gruppierung innerhalb der Republikanischen Partei. Die zuvor genannten Politiker „outeten“ sich nicht als YOLO-Mitglieder. Deren anstehendes Abstimmungsverhalten wird zumindest von der Presse entsprechend gedeutet werden.
Abstimmungsverhalten der Mitglieder
Wahl von Blanche als Attorney General
Cornyn und Tillis verlangten Ende Juli 2026 von Todd Blanche, dem Kandidaten für das Amt des United States Attorney General, eine schriftliche Bestätigung, dass der Versuch der Einrichtung eines Entschädigungsfonds für Trump endgültig beendet sei und dass die nachträgliche Steuerbefreiung von Trump und anderen stark eingeschränkt würde.[5] Collins und Murkowski votierten bei der eigentlichen Wahl gegen die offizielle Ernennung von Blanche.[6] Da jedoch Bill Cassidy offenbar einen Deal erreichen konnte, gab er die entscheidende Stimme für Blanche ab.[7]
Einzelnachweise
- ↑ a b Steven Sloan, Joey Cappelletti: The GOP’s YOLO caucus is small but growing. That may spell trouble for Trump’s congressional agenda. In: apnews.com. The Associated Press (AP), 20. Mai 2026, abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Will McDuffie: Trump tries dual endorsement in South Carolina as his pick for governor flounders in polls. MS Now, 22. Juni 2026, abgerufen am 22. Juni 2026 (englisch).
- ↑ a b YOLO for GOP members? What unencumbered Republicans could mean for Trump's agenda. In: www.pbs.org. PBS News, 20. Mai 2026, abgerufen am 29. Mai 2026 (englisch).
- ↑ a b Meet the YOLO Republicans: Lawmakers with nothing to lose are threatening Trump’s grip on Congress. In: www.politico.com. Politico LLC, 13. Februar 2026, abgerufen am 29. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Mychael Schnell: The GOP revolt over Todd Blanche is suddenly very real. In: www.ms.now. Abgerufen am 30. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Kaanita Iyer, Hannah Rabinowitz: Murkowski to oppose Todd Blanche nomination, narrowing his path to confirmation. 7. August 2026, abgerufen am 13. August 2026 (englisch).
- ↑ Sen. Cassidy announces he will support Todd Blanche's nomination for attorney general. In: edition.cnn.com. 7. August 2026, abgerufen am 13. August 2026 (englisch).
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