WZ.at
| WZ.at
| |
|---|---|
| Beschreibung | österreichisches öffentlich-rechtliches Onlinemedium |
| Sprache | Deutsch |
| Verlag | Wiener Zeitung GmbH (Österreich) |
| Hauptsitz | Wien |
| Erstausgabe | 1. Juli 2023 |
| Erscheinungsweise | fortlaufend online; unregelmäßig gedruckt |
| Chefredaktion | Katharina Schmidt, Sebastian Pumberger und Aleksandra Tulej |
| Herausgeberin | Wiener Zeitung GmbH |
| Geschäftsführerin | Antonia Bittermann (interimistisch) |
| Weblink | wienerzeitung.at |
wienerzeitung.at, kurz WZ.at, ist ein österreichisches öffentlich-rechtliches Onlinemedium, das seit dem 1. Juli 2023 erscheint. Herausgeberin und Medieninhaberin ist die Wiener Zeitung GmbH, deren Alleingesellschafterin die Republik Österreich ist.[1]
Das Medium entstand im Zuge der gesetzlich geregelten Neuaufstellung der Wiener Zeitung GmbH, nachdem die gedruckte Wiener Zeitung mit der Ausgabe vom 30. Juni 2023 eingestellt worden war. Es verbreitet journalistische Beiträge über seine Website, soziale Netzwerke, Newsletter, Podcasts und fallweise gedruckte Ausgaben.
Geschichte und gesetzlicher Auftrag
Im Mai 2023 beschloss der österreichische Nationalrat das Bundesgesetz über die Wiener Zeitung GmbH und die Einrichtung einer elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes, kurz WZEVI-Gesetz. Das Gesetz trat mit 1. Juli 2023 in Kraft.[2] Am 30. Juni 2023 erschien die letzte Ausgabe der bis dahin gedruckten Tageszeitung.[3]
Die Wiener Zeitung (WZ) erscheint seit dem 1. Juli 2023 als öffentlich-rechtliches, primär digitales Medium und richtet sich mit ihrem Angebot insbesondere an ein junges Publikum in Österreich. Grundlage für den neuen Auftrag ist das WZEVI-Gesetz, auf dessen Basis die WZ ihren öffentlich-rechtlichen Informationsauftrag erfüllt.[4]
Der gesetzliche Informationsauftrag umfasst die Veröffentlichung von Beiträgen über zeitgeschichtliche und aktuelle Ereignisse sowie über historische, demokratiepolitische, wissenschaftliche, gesellschaftspolitische, wirtschaftliche und kulturelle Themen. Dabei sollen insbesondere Sachverhalte mit Bezug zu Österreich und dessen Rolle innerhalb der Europäischen Union behandelt werden.[2]
Die redaktionelle Unabhängigkeit gegenüber der Eigentümerin und der Geschäftsführung wird durch ein Redaktionsstatut geregelt. Darin bekennt sich die Redaktion unter anderem zu journalistischer Unabhängigkeit, Objektivität, Meinungsvielfalt und dem Ehrenkodex des Österreichischen Presserats.[5]
Angebot und redaktionelles Konzept
Die WZ veröffentlicht Texte, Videos und Audioformate auf der Website wienerzeitung.at. Weitere Verbreitungswege sind Instagram, TikTok, YouTube, Newsletter und Podcasts. Zusätzlich erscheinen unregelmäßig gedruckte Magazine und Sonderausgaben.[4]
Die Redaktion bezeichnet konstruktiven und investigativen Journalismus als Schwerpunkte ihrer Arbeit. Neben tagesaktuellen Beiträgen veröffentlicht sie Erklärstücke, Reportagen, Kommentare, Kolumnen und längerfristig angelegte Recherchen.[6]
Gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag informiert die WZ über zeitgeschichtliche und aktuelle Ereignisse mit besonderem Fokus auf historische, demokratiepolitische, wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Aspekte. Ziel ist es, das Verständnis und das Interesse der Leser an politischen Prozessen, kulturellen und wissenschaftlichen Entwicklungen zu fördern und das demokratiepolitische Bewusstsein zu stärken. Darüber hinaus behandelt die Redaktion auch wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Themen mit Blick auf Österreich und seine Rolle in der Europäischen Union.
Ein Merkmal des Onlineangebots ist der bei Beiträgen aufrufbare Abschnitt Infos und Quellen. Dort werden je nach Beitrag dessen Entstehung, verwendete Daten, Gesprächspartner, Quellen, weiterführende Literatur und teilweise nachträgliche Änderungen dokumentiert. Die Redaktion führte dieses Element zum Start des Onlinemediums als sogenannte Transparenzseite ein.[7]
Organisation und Finanzierung
Herausgeberin, Medieninhaberin und Betreiberin des Mediums ist die Wiener Zeitung GmbH mit Sitz in Wien. Das Unternehmen steht vollständig im Eigentum der Republik Österreich.[1]
Interimistische Geschäftsführerin ist seit 2026 Antonia Bittermann. Das Impressum führt Katharina Schmidt, Sebastian Pumberger und Aleksandra Tulej als Chefredaktion an. In der Selbstauskunft der WZ für die Journalism Trust Initiative wird Schmidt als Chefredakteurin bezeichnet; als stellvertretende Chefredakteure werden dort Pumberger, Tulej und Elisabeth Woditschka genannt.[1][8]
Die Herausgabe des Mediums wird überwiegend aus Bundesmitteln finanziert. Die ursprünglich vorgesehenen Mittel von jährlich 7,5 Millionen Euro wurden für die Jahre 2025 und 2026 auf jeweils 5 Millionen Euro reduziert. Nach Angaben der Wiener Zeitung GmbH sollte die Differenz während dieses Zeitraums aus dem Gesellschaftsvermögen finanziert werden.[9]
Die WZ ist eines der Geschäftsfelder der unter der Bezeichnung Mediengruppe Wiener Zeitung auftretenden Wiener Zeitung GmbH. Zu deren weiteren Aufgaben gehören unter anderem Medienausbildung, Medieninnovation und der Betrieb der elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes.[2]
Recherchen und Rezeption
Grundstücksgeschäfte in Grafenwörth
Im Juli und August 2023 veröffentlichten Michael Ortner und Matthias Winterer mehrere Recherchen über Grundstücksgeschäfte des damaligen Präsidenten des Österreichischen Gemeindebundes und Bürgermeisters von Grafenwörth, Alfred Riedl. Die Journalisten werteten nach eigenen Angaben mehr als 70 historische und aktuelle Grundbuchauszüge sowie Kauf- und Schenkungsverträge aus. Dabei berichteten sie unter anderem über ein 4.779 Quadratmeter großes Grundstück, das Riedl im Jahr 2020 für 630 Euro erworben hatte.[10]
ORF.at griff die Recherche unter ausdrücklichem Verweis auf die WZ auf und berichtete über die von ihr gefundenen weiteren Grundstücksgeschäfte.[11]
Preis für Wissenschaftsjournalismus
Für ihren am 30. Oktober 2023 in der WZ veröffentlichten Beitrag Eine Impfung gegen Krebs erhielt die Wissenschaftsjournalistin Eva Stanzl im Jahr 2024 den Preis der Österreichischen Forschungsgemeinschaft für Wissenschaftsjournalismus in der Kategorie Magazine.[12][13]
Recherchen über Wiener Gastronomiebetriebe
Im November 2024 veröffentlichte die WZ eine Recherche über die Betreiber der Wiener Lokale Wirr und Adlerhof. Grundlage waren Gespräche mit mehr als 20 ehemaligen Beschäftigten sowie E-Mails und Videoaufnahmen. Die Betroffenen erhoben unter anderem Vorwürfe wegen körperlicher Übergriffe, sexistischer Beschimpfungen, Drohungen und nicht ausbezahlter Löhne. Die Betreiber bestritten die Vorwürfe.[14]
Der Standard griff die Recherche auf, berichtete über die zugrunde liegenden Aussagen und Dokumente und verwies ebenfalls auf die Stellungnahme der Betreiber.[15]
Im Februar 2025 berichtete die WZ über Vorwürfe ehemaliger Beschäftigter gegen den Wiener Koch und Restaurantbetreiber Konstantin Filippou. Diese betrafen unter anderem die Deklaration verwendeter Zutaten, Arbeitsbedingungen und den Umgang mit Beschäftigten.[16]
Die Recherche wurde unter anderem von ORF.at und weiteren österreichischen Medien aufgegriffen. Filippou wies den Vorwurf eines bewussten Etikettenschwindels zurück, kündigte jedoch an, interne Abläufe und beanstandete Missstände verbessern zu wollen.[17]
Scientology-naher Verein an Schulen
Im September 2025 veröffentlichte die WZ eine Recherche über den Verein Sag NEIN zu Drogen, der an österreichischen Schulen Veranstaltungen zur Drogenprävention durchführte. Der Beitrag thematisierte Verbindungen des Vereins zu Scientology sowie Warnungen der Bundesstelle für Sektenfragen vor dessen Unterrichtsmaterialien.[18]
Am 2. Oktober 2025 brachten die Nationalratsabgeordneten Sigrid Maurer und Barbara Neßler eine schriftliche parlamentarische Anfrage an den Bildungsminister ein, die sich ausdrücklich auf die Recherche der Wiener Zeitung bezog.[19]
Kritik
Der Verein Freunde der Wiener Zeitung kritisierte 2024 die gegenüber der früheren Tageszeitung verkleinerte Redaktion sowie die Ausrichtung und Ansprache des neuen Mediums. Die WZ verwies demgegenüber auf ihren geänderten gesetzlichen Auftrag und die festgelegte jüngere Zielgruppe.[20]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c Impressum. In: Wiener Zeitung. Abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ a b c Bundesgesetz über die Wiener Zeitung GmbH und die Einrichtung einer elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes – WZEVI-Gesetz. In: Rechtsinformationssystem des Bundes. Bundeskanzleramt, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Regierung besiegelt Ende der „Wiener Zeitung“ als Tageszeitung. In: Der Standard. 27. April 2023, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ a b Evaluierung der Wiener Zeitung GmbH gemäß § 15 WZEVI-Gesetz. (PDF) Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, 27. Juni 2025, S. 11, 18–20, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Redaktionsstatut. In: Wiener Zeitung. Abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Redaktionelle Leitlinien. In: Wiener Zeitung. Abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Qualitätsjournalismus geht auch ohne Papier. In: Wiener Zeitung. 1. Juli 2023, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Journalism Trust Initiative. In: Wiener Zeitung. Abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Regierung kürzt Mittel für digitale „Wiener Zeitung“ um ein Drittel. In: Der Standard. 13. Mai 2025, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Michael Ortner; Matthias Winterer: Alfred Riedl: Der Schnäppchenjäger von Grafenwörth. In: Wiener Zeitung. 28. Juli 2023, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Grundstücksdeals: WZ fand Riedl 70-mal im Grundbuch. In: ORF.at. 28. Juli 2023, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Eva Stanzl: Eine Impfung gegen Krebs. In: Wiener Zeitung. 30. Oktober 2023, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Preis der ÖFG für Wissenschaftsjournalismus 2024. Österreichische Forschungsgemeinschaft, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Markus Hagspiel: Gewalt, Sexismus, Drohungen: Vorwürfe gegen Gastronomen. In: Wiener Zeitung. 26. November 2024, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Gewalt und sexistische Beleidigungen: Vorwürfe gegen Betreiber von Wirr und Adlerhof. In: Der Standard. 27. November 2024, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Schwere Vorwürfe gegen Sternekoch Konstantin Filippou. In: Wiener Zeitung. 19. Februar 2025, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Sternekoch Filippou weist Vorwürfe zurück. In: ORF.at. 21. Februar 2025, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Chiara Swaton: Trotz Warnungen: Scientology-Verein an Österreichs Schulen. In: Wiener Zeitung. 15. September 2025, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Scientology-Workshop an Österreichs Schulen. (PDF) Parlamentarische Anfrage 3520/J. Österreichisches Parlament, 2. Oktober 2025, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Cornelius Obonya und „Freunde der Wiener Zeitung“ vermissen ihr Blatt. In: Der Standard. 1. Juli 2024, abgerufen am 29. Juli 2026.
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.