Als Freier Journalist arbeitete Simon Urban unter anderem für die Zeitschrift Neon und Zeit Online.[7]
2011 erschien Urbans Debütroman Plan D, in dem die DDR nie untergegangen ist und der breite Aufmerksamkeit erregte. „Man liest die erste Seite von Simon Urbans Roman Plan D und weiß: das ist ein Text mit Muskeln“, so die Autorin Juli Zeh. Die Zeit kam zu dem Schluss, dass Plan D eine „Schubkraft literarischer Fantasie“ sowie einen „genialischen Einfallsreichtum“ besitze, der jeden Leser entzücken müsse. Jobst-Ulrich Brand schrieb auf Focus Online, Urban gelinge „die seltene Kombination eines durchaus spannenden, reichlich komischen Thrillers, der auch noch einigen politischen Erkenntnisgewinn über bundesrepublikanische Wirklichkeit zu bieten hat.“ In der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung meinte Jens Dirksen, bei Plan D handele es sich „in seiner politischen und literarischen Intensität“ um „ein Debüt, das – bis hin zum emblematischen Buchumschlag – der Blechtrommel eines Günter Grass“ an die Seite zu stellen sei.[8] Der Roman wurde bislang in 11 Sprachen übersetzt.[9]
2014 erschien sein zweiter Roman Gondwana über eine religiöse Diktatur, in der alle Regeln aller Religionen für die gesamte Menschheit gelten. Der Roman erzählt die Geschichte streckenweise nicht in Prosa, sondern mit Comic-Panels, die von Ralph Niese gestaltet wurden. „Und wenn schon ideologisch auf- und abgeräumt wird, dass es eine Freude ist, dann überschreitet Simon Urban auch gleich die Grenzen der Sprache“, resümierte Jörg Magenau im Deutschlandfunk Kultur. Stephanie Bremerich kam zu dem Ergebnis: „Auf fröhlich-dreiste Weise jongliert Simon Urban in seinem neuen Roman mit Genre-Klischees und rechnet mit männlichen Allmachtsfantasien und religiösem Fanatismus ab.“[10]
Im Auftrag des SWR schrieb Simon Urban die Erzählung Nachspiel, die 2019 in der Anthologie 2029 – Geschichten von morgen erschien und von SWR und NDR unter dem Titel Exit verfilmt wurde.[11] Der Film wurde im Oktober 2020 in der ARD erstausgestrahlt.
Simon Urban lebt in Hamburg und in Techau in Ostholstein.
Peter Paul Schwarz: „Nimm und lies“ – Das ‚Ostdeutsche‘ als Rezeptionsphänomen. In: Viviane Chilese, Matteo Galli (Hrsg.): Im Osten geht die Sonne auf? Tendenzen neuerer ostdeutscher Literatur. Königshausen & Neumann, Würzburg 2015, ISBN 978-3-8260-5395-5, S. 29–45.