Sachsenwaldschule

Sachsenwaldschule
Schulform Gymnasium
Schulnummer 0705753[1]
Gründung 1924
Adresse Schulstraße 19
21465 Reinbek
Ort Reinbek
Land Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 30′ 53″ N, 10° 14′ 56″ OKoordinaten: 53° 30′ 53″ N, 10° 14′ 56″ O
Träger Stadt Reinbek
Schüler 1117
Lehrkräfte 86
Leitung Sebastian Stemmler[2]
Website www.sachsenwaldschule.org

Die Sachsenwaldschule (SWS) ist ein Gymnasium in Reinbek bei Hamburg.

Geschichte

Luftbild: Schulhof und Schulgebäude

Am 18. Dezember 1924 schlossen sich zwölf Gemeinden zu einem Zweckverband mit dem Ziel zusammen, den Bau eines Reform-Realgymnasiums in Reinbek zu initiieren und zu realisieren. Dieser Tag gilt als die Geburtsstunde des heutigen Gymnasiums der Stadt Reinbek, der Sachsenwaldschule (SWS). Ursächlich für den Schulgründungsimpuls war es, dass das Schulgeld für den Besuch einer höheren Schule in Hamburg im Laufe der beginnenden 1920er extrem stark angehoben worden war. Die ortsansässigen Familien der überwiegend ländlich geprägten Region sahen sich zur Zahlung nicht mehr in der Lage und forderten die Errichtung einer bezahlbaren höheren Bildungsanstalt im schleswig-holsteinischen Osten Hamburgs. Das Gebäude wurde nach Plänen des Architekten Heinrich Bomhoff im Stil des „Backsteinexpressionismus´“ errichtet und offiziell am 24. Juni 1926 eingeweiht. Bereits zwei Jahre später wurde der Südflügel angebaut. Dr. Wiechern wurde der erste Direktor (1925 bis 1929) des für damalige Verhältnisse modern konzipierten Reformrealgymnasiums (Betonung des Realitätsbezugs, Förderung der „Neuen“ Sprachen, Koedukation von Jungen und Mädchen).

Seit 1937 trägt das Gymnasium den Namen „Sachsenwaldschule Reinbek“, benannt nach dem landschaftsprägenden, nahe gelegenen Sachsenwald. Das Schullogo in Wappenform zieren ein stilisierter Fassadenteil des Altbaus, Eichenlaub und das Wasser der Bille, an welcher Reinbek liegt.

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Schule unversehrt, sie wurde aber zwischenzeitlich für den Schulbetrieb geschlossen, um als Notunterkunft für Ausgebombte zu dienen. 1945 wurde das Gebäude für ein Jahr sogar zum Lazarett umfunktioniert. Nach Wiederaufnahme des Schulbetriebes stieg in den 1960er Jahren dann die Schülerzahl stark an, Zeitzeugen von damals erinnern sich an Unterricht auch im Kellergeschoss des Schulgebäudes. Neben Neubauten – 1964 Turnhalle und naturwissenschaftlicher Trakt – entstand 1968 als Ableger das inzwischen eigenständig etablierte Gymnasium Wentorf.

Weiter steigende Schülerzahlen erforderten 1970 und 1972 auch weitere Anbauten. 1974 wurde die Außenstelle der SWS im Schulzentrum Glinde selbstständig (heute das eigenständige Gymnasium Glinde). Der Zweckverband hatte ausgedient und die Stadt Reinbek ist seitdem alleiniger Schulträger und Gebäudeentwickler. Ende der 1970er Jahre entstanden ein Musikpavillon, ein neuer Sportplatz mit allwettertauglichem Kunststoffbelag und ein neugestalteter Schulhof.

Seit 1986 steht die Altbausubstanz des Gymnasiums aus den 1920er Jahren unter Denkmalschutz, was die identitätsstiftende Gebäudecharakteristik wertschätzt. Im pädagogischen Alltag und hinsichtlich der weiteren Gebäudeentwicklung stellt dies angesichts von i. d. R. nicht veränderbarer Raumeinteilungen aber auch eine Herausforderung dar.

Mitte der 1980er Jahre wurde der erste Computerraum eingerichtet. Die 1990er Jahre brachten der Schule endlich die lang ersehnte neue Zweifeld-Sporthalle (1997/1998; seitdem in Mitnutzung der Reinbeker Sportvereine) und zwei neue, große und helle Musikräume in der „Villa musica“ (1998/1999) anstelle des in die Jahre gekommenen Pavillons. Erneut steigende Schülerzahlen erzwangen die nur in Trockenbau reversibel (Denkmalschutz) ausgeführte Unterteilung der alten Gymnastikhalle in drei Klassenräume.

Das gleiche Schicksal ereilte im Jahr 2000 das ehemalige Direktorenhaus, in dem heute (Stand 05/2026) allerdings statt der zwischenzeitlich geschaffenen, aber zu kleinen und ungünstig geschnittenen Unterrichtsräume die Büros der Stufenleitungen, Koordinationen und der Schulsozialpädagogin zu finden sind. Die Oberstufe nutzt zudem auch aktuell noch 12 Unterrichtsräume der benachbarten Volkshochschule – was eigentlich vor dem Jahr 2000 nur als Provisorium gedacht war. 2004 wurden der naturwissenschaftliche Trakt sehr aufwendig sowie die Cafeteria saniert und erweitert. 2012 entstand ein als „temporäres Gebäude“ errichteter, frei stehender Ergänzungsbau südlich der Schule mit sieben Klassenräumen und einer Mensa. Infolge der starken Nachfrage gymnasialer Schulplätze wurden im Jahr 2023 vier weitere Klassenräume in Containerbauweise auf dem zentralen Schulhof errichtet. Der aktuelle Gebäudebestand ist zwar präsentabel gepflegt, ist aber geprägt durch Fragmentierung infolge der zahlreichen An-, Erweiterungs- und Ergänzungsbauten. Gemeinsam mit dem Schulträger, der Stadt Reinbek, wird an der Erstellung eines finanzierbaren Gebäudekonzeptes gearbeitet, das das traditionsreiche und renommierte Gymnasium, das zu den größten des Bundeslandes zählt, hinsichtlich der Lernbedingungen zeitgemäß zukunftsfähig sowie energetisch nachhaltig und barrierefrei aufstellt. Die Grundlage dafür (Bedarfserhebung und Machbarkeitsstudie) wurde im Rahmen der Phase-0 gemeinsam mit Fachleuten der Firma Luchterhand & Partner, Hamburg in den Jahren 2023/2024 bereits erarbeitet.

Schulleben und Schulgemeinschaft

Die Schule identifiziert sich gemäß des erarbeiteten Schulprofils über die Leitbegriffe „Interesse“, „Zeit“ und „Mittelpunkt“. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Zeit steht das Interesses an der Entwicklung der anvertrauten jungen Menschen.

Aktuell werden 1117 Schüler in 50 Klassen und Profilen von 86 Lehrkräften unterrichtet. Die Klassenzügigkeit variiert zwischen 5- und 7-zügig. Für das Schuljahr 2025/2026 wird innerhalb des dann in Gänze wieder aufgewachsenen G9-Bildungsgangs von ca. 1250 Schülerinnen und Schülern ausgegangen.

Die Sachsenwaldschule hält neben dem verbindlich zu erteilenden Fachunterricht durch Fachlehkräfte eine Vielzahl an außerunterrichtlichen Angeboten bereit. Ein reiches AG-Leben, engagierte Gremienarbeit und damit praktisch zu erlebende Demokratiestärkung, Feste und Feiern, Informations- und Präventionsveranstaltungen machen dieses Angebot zu etwas Besonderem. Die Schule ist Kompetenzzentrum für Begabungsförderung, Zukunftsschule und kann alljährlich überdurchschnittliche Ergebnisse und herausragende Leistungsträgerinnen und -träger vorweisen. Wertgeschätzt werden aber auch die leisen, kleinen Erfolge; gesehen werden soll hinter der Rolle immer der Mensch und dessen Entwicklung, einerlei ob Schülerin oder Schüler, Lehrkraft oder Erziehungsberechtigte.

Neben zahlreichen kulturellen Veranstaltungen in der Aula ist das Gymnasium bekannt für seine sportlichen Veranstaltungen wie die Sportwoche im Januar. Im bundesweiten Wettbewerb Jugend trainiert für Olympia erreichte die Sachsenwaldschule mehrfach das Bundesfinale, z. B. im Tennis. Jedes Jahr veranstaltet die Schule einen Basar zugunsten des SOS-Kinderdorfes in Lütjenburg.

Internationalität, Sprachkompetenz und kulturelles Interesse werden im Rahmen der Austauschprogramme, insbesondere im Rahmen von Erasmus+, gefördert.

Schon Mitte der 1960er Jahre waren mehrere Austauschschüler aus Schweden und den USA an der SWS, seither pflegt die Schule einen regelmäßigen Austausch mit Schulen in:

Persönlichkeiten

Schüler

Lehrer

Commons: Sachsenwaldschule – Sammlung von Bildern

Belege

  1. Sachsenwaldschule. In: secure-lernnetz.de. Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein, abgerufen am 22. November 2020.
  2. Schulleitung. In: sachsenwaldschule.de. Abgerufen am 22. November 2020.

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