Sabine Meine

Sabine Meine (* 1966) ist eine deutsche Musikwissenschaftlerin und seit 2017 Professorin für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Werdegang

Sabine Meine studierte von 1986 bis 1992 Musikwissenschaft, Romanistik, Schulmusik und Musikpädagogik in Hannover und Paris. Anschließend war sie als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsdisposition an der Hochschule für Musik und Theater Hannover tätig. 1998 wurde sie bei Arnfried Edler mit einer Dissertation über den Pariser Zwölftonkomponisten René Leibowitz promoviert, nachdem sie für ihre Doktorarbeit Forschungsstipendien der Paul-Sacher-Stiftung, der Graduiertenförderung des Landes Niedersachsen sowie des Evangelischen Studienwerkes Villigst erhielt. Nach ihrer Promotion absolvierte Sabine Meine ein Referendariat und erlangte das 2. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien mit den Fächern Musik und Französisch.[1]

Anschließend war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Musik und Theater Hannover (2000–2004), am Deutschen Historischen Institut in Rom (2004–2008) sowie am Hannoveraner Forschungszentrum Musik und Gender (2008–2010). 2007 habilitierte sich Sabine Meine an der Hochschule für Musik und Theater Hannover mit einer Arbeit über die Frottola als höfische Renaissancemusikkultur und erhielt die Venia legendi für das Fach Musikwissenschaft.[1] Von 2010 bis 2014 leitete Sabine Meine das Deutsche Studienzentrum in Venedig als Direktorin. Im April 2014 wurde Sabine Meine auf eine Professur am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn berufen und wechselte 2017 in gleicher Funktion an die Hochschule für Musik und Tanz Köln, wo sie unter anderem als Vorsitzende des Instituts für Historische Musikwissenschaft und Prodekanin des Fachbereichs 5 tätig ist.[2]

Sabine Meine war Beirätin der Gesellschaft für Musikforschung und ist Mitglied in den Wissenschaftsvereinen Deutsches Studienzentrum in Venedig e.V. und Villa Vigoni e.V. Zudem ist sie Mitglied in der Arbeitsgruppe Barock im Norden der Universität Paderborn und in der Fachgruppe Frauen- und Genderstudien der Gesellschaft für Musikforschung. Bis 2023 war sie Beirätin des Deutschen Historischen Instituts in Rom. Seit 2026 ist sie Vertrauensperson der Gesellschaft für Musikforschung[3] sowie 1. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte.[4] Weiterhin ist sie Herausgeberin der Buchreihe Musik – Kultur – Geschichte (gemeinsam mit Arnold Jacobshagen und Michael Rappe) und Beirätin der Buchreihen Culturae – Historische Anthropologie und Intermedialität und Voci di Scena. Culture per lo spettacolo sowie der Fachzeitschrift Musica Veneta online.

Forschung und Publikationen (Auswahl)

Sabine Meine ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Schriften zu diversen Fragen der Musikgeschichte. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Musikkulturen Italiens und Frankreichs der Frühen Neuzeit und der Moderne, Aneignungs- und Transferprozessen sowie Gender-Studies.

Monografien

  • Die Frottola. Musik, Diskurs und Spiel an italienischen Höfen 1500–1530. London: 2013.
  • Ein Zwölftöner in Paris. Studien zu Biographie und Wirkung von René Leibowitz (1913–1972). Augsburg: 2000.

Herausgeberschaften

  • Doppelporträt Eduard Erdmann und Maria Herz. Kontinuitäten, Auf- und Abbrüche im Kölner Musikleben zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus (1925–1935). München: 2024. (hg. gemeinsam mit Rainer Nonnenmann).
  • Barbara Strozzi (1619–1677). Musik und Diskurs im Venedig des Seicento. Baden-Baden: 2024. (hg. gemeinsam mit Daria Perocco).
  • It's a man's world. Künstlerinnen in Europas Musik-Metropolen des frühen 20. Jahrhunderts. Würzburg: 2023. (hg. gemeinsam mit Kai H. Müller).
  • Musik im Blick. Visuelle Perspektiven auf auditive Kulturen. Wien: 2023. (hg. gemeinsam mit Carola Bebermeier).
  • Musiklandschaften zwischen Rhein und Weser. Pluralisierung und Verflechtung entlang des Hellwegs in der Frühen Neuzeit. Würzburg: 2023. (hg. gemeinsam mit Johannes Süßmann und Arnold Otto).
  • Klingende Innenräume. GenderPerspektiven auf eine ästhetische und soziale Praxis im Privaten. Würzburg: 2020. (hg. gemeinsam mit Henrike Rost).
  • Musik und Vergnügen am Hohen Ufer. Fest- und Kulturtransfer zwischen Hannover und Venedig in der Frühen Neuzeit. Regensburg: 2016. (hg. gemeinsam mit Nicole K. Strohmann und Tobias C. Weißmann).
  • Ein Jahrhundert nationaler Repräsentation. Der deutsche Pavillon auf der Internationalen Kunstausstellung „La Biennale di Venezia“ 1912–2012. Regensburg: 2015. (hg. gemeinsam mit Jan May).
  • Conflitti culturali a Venezia dalla prima età moderna fino ad oggi. Florenz: 2014. (hg. gemeinsam mit Rotraud von Kulessa und Daria Perocco).
  • Barcarola. Il canto del gondoliere nella vita quotidiana e nell'immaginazione artistica. Rom: 2015. (hg. unter Mitarbeit von Henrike Rost).
  • Spazi veneziani. Topografie culturali di una città (= Venetiana 15). Rom: 2014.
  • Auf schwankendem Grund. Dekadenz und Tod im Venedig der Moderne. Aus Anlass von 100 Jahre „Tod in Venedig“, Novelle von Thomas Mann. München: 2014. (hg. gemeinsam mit Günter Blamberger, Björn Moll und Klaus Bergdolt).
  • Polifonie veneziane (= Venetiana 13). Rom: 2013.
  • Amor docet musicam. Musik und Liebe in der Frühen Neuzeit. Hildesheim: 2012. (hg. gemeinsam mit Dietrich Helms).
  • Musik und Popularität. Aspekte zu einer Kulturgeschichte zwischen 1500 und heute. Münster: 2011. (hg. gemeinsam mit Nina Noeske).
  • „Dahin!...“ Musikalisches Reiseziel Rom. Projektionen und Realitäten. Hildesheim: 2011. (hg. gemeinsam mit Rebecca Grotjahn).
  • Gattungs- als Kulturgeschichte. Festschrift für Arnfried Edler. Hildesheim: 2008. (hg. gemeinsam mit Christine Siegert, Katharina Hottmann, Martin Loeser und Axel Fischer).
  • Puppen, Huren, Roboter. Körper der Moderne in der Musik 1900-1930. Bericht über die Vortragsreihe im Rahmen der Gender Studies an der Hochschule für Musik und Theater WS 2003/04. Schliengen: 2005. (hg. gemeinsam mit Katharina Hottmann).
  • Reihe und System – Signaturen des 20. Jahrhunderts. Symposiumsbericht. Hannover: 2004.
  • Musik, Wissenschaft und ihre Vermittlung. Bericht über die Internationale Musik­wissen­schaftliche Tagung der Hochschule für Musik und Theater Hannover, 26.–29. September 2001. Augsburg: 2002. (hg. gemeinsam mit Arnfried Edler).

Einzelnachweise

  1. a b Prof. Dr. Sabine Meine. Hochschule für Musik Theater und Medien Hannover, abgerufen am 10. August 2026.
  2. Prof. Dr. phil. Sabine Meine. Hochschule für Musik und Tanz Köln, abgerufen am 10. August 2026.
  3. Machtmissbrauchsprävention. Gesellschaft für Musikforschung, abgerufen am 10. August 2026.
  4. Sabine Meine ist neue Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte. Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte, abgerufen am 10. August 2026.

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