SST (Band)
| SST | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Genre(s) | Pop, Rock |
| GrĂŒndung | 1984 |
| Auflösung | 1992 |
| GrĂŒndungsmitglieder | |
| Sandra TrĂŒmmel | |
Keyboard, Gesang |
Susanne TrĂŒmmel |
Gitarre, Gesang |
Tanja TrĂŒmmel |
SST (auch bekannt als Sandra, Susanne, Tanja) war eine deutsche MÀdchen-Pop-Rock-Band aus Gummersbach bzw. Jennecken bei Wiehl, die vor allem in der zweiten HÀlfte der 1980er Jahre aktiv war. Die Band absolvierte Konzerte vor mehreren tausend Zuschauern sowie verschiedene TV-Auftritte und veröffentlichte mehrere Schallplatten.
Die fast ausschlieĂlich deutschsprachigen Texte, die ĂŒberwiegend von Tanja TrĂŒmmel, der Ă€ltesten der drei Schwestern, geschrieben wurden, behandelten ĂŒberwiegend Jugendthemen: Alltagssorgen, Liebe, Schule etc., jedoch auch Politik und Umweltschutz. Der Bandname setzte sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der drei Bandmitglieder zusammen, der Schwestern Sandra, Susanne und Tanja TrĂŒmmel, die bei der Veröffentlichung der ersten Single Tu dies, tu das im Jahr 1986 erst 15, 13 und neun Jahre alt waren.
Bandgeschichte
Die Band formierte sich Mitte der 1980er Jahre in Gummersbach als die drei Schwestern Sandra (* 1976), Susanne (* 1971) und Tanja (* 1969) TrĂŒmmel nach und nach begannen, Musikinstrumente zu erlernen. Die Eltern, selbst musikbegeistert, unterstĂŒtzten ihre Töchter und schafften u. a. Schlagzeug und Klavier an. Nach ersten Auftritten im Jahr 1984 auf verschiedenen Festen in Gummersbach, wurde man mit dem Schulsong Wochensieger bei einem Wettbewerb fĂŒr Nachwuchsbands auf Radio Luxemburg. Im August folgte der erste gröĂere Auftritt â vor 800 Zuschauern â bei einem Open-Air-Festival im Strandbad Bruch. Durch Zeitungsberichte wurde man im benachbarten Köln auf die Band aufmerksam; Auftritte am Kölner Tanzbrunnen (vor 2500 Zuschauern), in der UniversitĂ€t zu Köln, im Stollwerckhalle[1] und im Stern-Kino in Köln-MĂŒlheim folgten. Im Jahr 1985 wurde SST erstmals zu Fernsehauftritten eingeladen. Bei RTL und in der Aktuellen Stunde mit Sigi Harreis prĂ€sentierte man jeweils eigene Songs.
Im gleichen Jahr wurde man von einem Musikmanager kontaktiert, der einen Vertrag mit Coconut Records / BMG Ariola vermittelte. Nach der deutschsprachigen DebĂŒtsingle von 1986, die ein solides Radio-Airplay erhielt, folgten Auftritte beim IV. Rheinkultur-Festival in der Bonner Rheinaue (vor mindestens 7.000 Zuschauern)[2] und im Vorprogramm von Herman Brood bzw. Frankie Miller im Kölner Luxor-Club,[3] wo man wenig spĂ€ter, an der Seite der belgischen Band La Cosa Nostra,[4] auch bei einem Konzert zugunsten krebskranker Kinder auftrat. Im Jahr 1986 zog man auĂerdem nach Jennecken in ein gröĂeres Haus, wo den Schwestern ein eigener Proberaum zur VerfĂŒgung stand. Es folgte die Aufnahme des englischsprachigen Liebesliedes Why do I fall in loveâŠ, das jedoch weniger Beachtung fand. Nach dieser ebenfalls von Coconut-EigentĂŒmer Tony Hendrik (u. a. Produzent bei Bad Boys Blue, Wolfgang Petry und Xanadu) veröffentlichten Single trennte man sich von Manager und Plattenfirma, da man mit der âmusikalischen GlĂ€ttungâ des ursprĂŒnglich rockigen Songs Tu dies, tu das durch den Produzenten â einer musikalischen Entwicklung, die sich mit der zweiten Single noch fortsetzte â nicht lĂ€nger einverstanden war. Die Band wollte lieber weiterhin rockigere und kritischere Lieder spielen und auf Deutsch singen.[5]
Obwohl man nun zunĂ€chst ohne Plattenvertrag dastand, wuchs die Bekanntheit und PopularitĂ€t der Band weiter, wodurch man in der Folge zu einigen Konzert- und TV-Auftritten kam. SST spielten in Alfred Bioleks Sendung Mensch Meier, Sandra TrĂŒmmel trat solo und mit Udo Lindenberg in Frank Elstners Show Nase vorn auf,[6] sowie mit anderen Musikern auf den Wuppertaler Jazztagen 1987; Stern und Bunte[7] berichteten ĂŒber die Band. Das junge Alter der Schwestern und die Tatsache, dass es sich um eine reine MĂ€dchenband handelte, trug zur Aufmerksamkeit bei. So fand die Band auch im Buch proEmotion - Frauen im Rock-Business von 1987 ErwĂ€hnung, in dem sich Klaus Farin und Anke Kuckuck mit der Frage beschĂ€ftigten, warum im RockmusikgeschĂ€ft nur relativ wenig Frauen prĂ€sent wĂ€ren und deutsche Musikerinnen, Managerinnen, Technikerinnen und Journalistinnen im MusikgeschĂ€ft der achtziger Jahre interviewt wurden. SST wurde in diesem Buch neben Ă€lteren und meist schon etablierteren KĂŒnstlerinnen, wie Doro Pesch, Dorle Ferber (u. a. Cochise, Elster Silberflug), Ina Deter, Anne Haigis, C. C. Catch und Else Nabu, in einem eigenen Kapitel exemplarisch vorgestellt. Das Emma-Magazin griff die Vorreiterrolle von SST als junge, weibliche Band wiederholt auf. Nachdem man bereits vor 6.000 Zuschauerinnen auf dem âEmma-Fest â 10 Jahre Emmaâ im Juni 1987 in der Kölner Flora aufgetreten war, zierte Schlagzeugerin Sandra TrĂŒmmel im August 1988 sogar das Titelblatt der Emma,[8] mit dem Titelthema Rock â Sandra T und Sheila E heizen ein!.[5]
Im Juni 1988 spielte man u. a. beim âInternationalen Frauen-Rock-Treffenâ unter der Schirmherrschaft von Inga Rumpf im Berliner Tempodrom. Weitere TV-Auftritte, u. a. im ZDF und beim WDR HollymĂŒnd, auf RTL plus (z. B. im Li-La-LaunebĂ€r[6]), im RIAS und spĂ€ter bei Elf 99, folgten.
SchlieĂlich wechselte man 1989 zum Label Rhino Music (inzwischen zu EMI gehörend), das zu dieser Zeit auch KĂŒnstler wie Die Flippers, Costa Cordalis, Patrick Lindner, Freddy Breck, Rex Gildo und Uwe Busse unter Vertrag hatte. Dort arbeitete man mit dem Produzenten Benny Braun[9] (Schlagzeuger und Produzent bei The Touch) zusammen und veröffentlichte 1990 zwei weitere Singles und das Album SST â Sandra, Susanne, Tanja, das deutlich rockiger als die ersten Singles war und auf einer Tournee in den Schulferien u. a. in SaarbrĂŒcken und Stuttgart prĂ€sentiert wurde. Die Single Rockstar wurde am 26. Januar 1990 bei einem Konzert von Udo Lindenberg in Hagen prĂ€sentiert, nachdem die Band bereits mehrfach bei anderen Konzerten Lindenbergs mitgewirkt hatte.[6]
SST hatten auĂerdem Gastauftritte bei internationalen KĂŒnstlern bzw. spielten im Vorprogramm von Osibisa[1][4] Trio Rio, Rory Block und Wolf Maahn.[10][2][7]
Im Jahr 1991 folgten Fernsehauftritte in Wieland Backesâ Talkshow Auf der Couch, zusammen mit Alice Schwarzer, und bei ML Mona Lisa. Nachdem sich die Schwestern allmĂ€hlich musikalisch auseinanderentwickelt hatten, löste sich SST, nach einem letzten gemeinsamen Auftritt auf der documenta IX in Kassel im September 1992, auf.
Diskografie
Singles
- 1986: Tu dies, tu das / TierquÀler (Coconut 108 144 / BMG Ariola; Verlag: Ellensong Edition / Warner Bros. Music)
- 1987: Why Do I Fall in Love... / Universe (Coconut 109 255 / BMG Ariola)
- 1990: Normalerweise / Hoffnung (Dino Music 185)
- 1990: Rockstar / Schatten oder Licht (Dino Music 168)
Alben
- 1990: SST (Dino Music 2201 (LP); 2203 (CD))
SamplerbeitrÀge
- 1994: Vater + Mutter auf der Kompilation 5600 Wuppertal: Die CD zur Stadt (AHO Recording 1018)
Literatur
- Klaus Farin, Anke Kuckuck: proEmotion â Frauen im Rock-Business â Begegnungen â GesprĂ€che â Reportagen. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1987, S. 33â37 (Kapitel Young Music for Young Hearts â SST).
Weblinks
Einzelnachweise
- â a b Namen und Nachrichten. In: Oberbergische Volkszeitung, 7. November 1985.
- â a b Klaus MĂŒller: Schlagzeugerin Sandra (10) war kleinster Star des Tages. In: Bonner Rundschau, 1986, Nr. 172.
- â SST-Trio rockt wieder im Luxor. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 7. Juli 1986.
- â a b Rock-MĂ€dchen und Kölner Kalender. In: Kölner Express, 9. Februar 1986.
- â a b Cornelia Filter: SST. In: Emma, August 1988, S. 16â19.
- â a b c Kirsten Thieme: Bei Rockstar Udo in der Lehre. In: Oberbergische Volkszeitung, 29. Januar 1990.
- â a b Karin Hackenbroich: Rock von zarten MĂ€dchen. In: Bunte, 1987, Nr. 22, S. 104 â VIII f.
- â emma.de
- â bennybraun.de ( des vom 6. MĂ€rz 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Offizielle Presseinformation von Coconut/Ariola zur ersten Single Tu dies, tu das, Redaktion: Albert W. Rottenecker.
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.
