Paola Maranta

Paola Maranta (* 1959 in Chur) ist eine diplomierte Schweizer Architektin nach ETH SIA BSA. Sie gehört zu den prägenden Schweizer Architektinnen der Gegenwart. Ihr Werk im Rahmen des Architekturbüros Miller & Maranta in Basel wird international wahrgenommen.

Leben und Ausbildung

Paola Maranta studierte Architektur an der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) sowie an der ETH Zürich und diplomierte 1986 dortselbst. 1990 absolvierte sie einen Master of Business Administration (MBA) am IMD Lausanne. Sie lebt in Riehen, in einem von ihr selbst umgebauten Haus aus den 1930er Jahren.[1]

Karriere

Von 1991 bis 1994 war Maranta als Unternehmensberaterin bei McKinsey & Company in Zürich tätig. Sie ist Mitinhaberin des 1994 gemeinsam mit Quintus Miller gegründeten Architekturbüros Miller & Maranta in Basel, welches aus der Zusammenarbeit mit Quintus Miller hervorging. Das Büro ist national und international in den Bereichen Architektur, Umbau und Städtebau tätig und arbeitet nach eigenem Verständnis kontextbezogen und materialbewusst.

Paola Maranta war zudem in der akademischen Lehre tätig, unter anderem im Semester 2000–2001 als Professeure invitée an der EPFL, 2007–2008 als Gastprofessorin an der Accademia di Architettura in Mendrisio sowie 2008 bis 2010 als Gastdozentin an der ETH Zürich.

Seit 2018 ist sie Mitglied des Fachhochschulrats der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW),[2] des strategischen Aufsichts- und Führungsorgans der Hochschule. Zuvor war sie Mitglied der Stadtbildkommission Basel-Stadt (2001–2005) sowie der Ortsbildkommission Riehen (2003–2019).[3] In der Jury des Architektur- und Ingenieurpreises Erdbebensicheres Bauen war sie in den Jahren 2007 und 2010 Mitglied.

Bedeutung und Werk

Paola Maranta gehört zu den prägenden Schweizer Architektinnen der zeitgenössischen Architektur. Neben ihrer Tätigkeit als Architektin ist sie auch in strategischen und institutionellen Gremien des Schweizer Hochschul- und Bauwesens engagiert.

Für die Architektur von Miller & Maranta werden neben der bereits genannten kontextbezogenen und materialbewussten Entwurfshaltung sorgfältig entwickelte räumliche Atmosphären sowie eine präzise Auseinandersetzung mit Ort, Konstruktion und Licht als charakteristisch genannt. Beispielhaft kann hierzu die einstimmige Entscheidung des Beurteilungsgremiums für die Nachverdichtung des Lonza-Areals zitiert werden, für die Miller & Maranta im Jahr 2024 den Studienauftrag gewonnen haben: Die filigrane Fassade der beiden neuen Türme referenziert die Eleganz des Hochhauses von Suter + Suter aus den späten 1960er-Jahren.[4]

Von 1997 bis 2000 realisierte sie in Basel für zwölf Primarschulklassen mit dem sogenannten Volta-Schulhaus einen Neubau mit Doppelturnhalle und nutzte dabei den Abbruchbereich eines Schweröltanklagers, in dem die Betonwände der Turnhalle in die erhalten gebliebene Wanne des Tanklagers errichtet wurden.[5] Es folgten die Markthalle auf dem Färberplatz in Aarau 2002 und die Wohnüberbauung Schwarzpark, Basel, im Jahr 2004 sowie parallel dazu die Erweiterung der Villa Garbald in Castasegna, welche 2013 für das Ensemble die Auszeichnung Gute Bauten Graubünden erhielt.[6] Zum Umbau des Alten Hospizes auf dem Gotthardpass in ein Hotel, der zwischen 2008 und 2010 erfolgte, 2020 erschien 2012 die Dokumentation als Buch. Es folgten im Jahr 2013 Neubauten am Rande des Patumbah-Parks, private Hälfte, in Zürich,[7] von 2013 bis 2018 der Doppel-Kindergarten Paradiesstrasse mit Tagesstruktur in Riehen[8], den der Basler Heimatschutz mit der Auszeichnung guter Bauten prämierte, und 2021 der Pavillon des Gletschergartens in Luzern, dessen Beton ca. zur Hälfte aus dem Ausbruchmaterial der neuen Felsenwelt erstellt wurde.[9]

Publikationen (Auswahl)

  • Architectural Concrete in Detail: Four Buildings by Miller & Maranta. Quart Verlag, 2011, ISBN 978-3-03-761046-6.
  • Florian Kirfel, Daniel Reich: Sichtbeton im Detail – Vier Bauten von Miller & Maranta. Quart Verlag, 2011, ISBN 978-3-03-761045-9.
  • Altes Hospiz St. Gotthard – Umbau des Hospizes auf dem Gotthardpass durch Miller & Maranta. Park Books, 2012, ISBN 978-3-906027-10-4.
  • AMAG 33 – Miller & Maranta. AMAG Publishers, Basel, 2023, ISBN 978-989-35304-4-3.
  • And now the Ensemble! Ausstellungskatalog Schweizer Pavillon, Architekturbiennale Venedig, Lars Müller Publishers, 2012, ISBN 978-3-03-778311-5.

Einzelnachweise

  1. Line Numme, Rita Palanikumar: Ein Haus ist wie eine Bühne. In: annabelle. 13/18.
  2. Porträt von Paola Maranta. FHNW.
  3. Profil. Miller & Maranta, abgerufen am 31. Mai 2025.
  4. Zwei neue Türme neben Lonza-Hochhaus: Miller & Maranta gewinnen Studienauftrag. In: architektur-basel-ch abgerufen am 31. Mai 2026 (Quelle: lindenhofareal.ch).
  5. Projektbeschrieb zum Neubau des Schulhauses Volta. Kanton Basel-Stadt, abgerufen am 2. Juni 2026.
  6. Philipp Hofer: Beschreibung der Erweiterung der Villa Garbald. In: Architekturbibliothek. Abgerufen am 2. Juni 2026.
  7. Broschüre zum Gartendenkmal Patumbah Park. Stadt Zürich, abgerufen am 2. Juni 2026.
  8. Lina Schmid: Kindergarten Paradiesstrasse 45/47. In: Lexikon der Gemeinde Riehen, Rubrik Orte. Abgerufen am 2. Juni 2026.
  9. Stefan Dähler: Mit der Eröffnung des Sandstein-Pavillons ist der Gletschergarten-Ausbau nun fertig. In: Luzerner Zeitung. 20. Juni 2022, abgerufen am 2. Juni 2026.

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