Landau besuchte die Oberschule in Danzig. 1930 begann er ein Jurastudium an der Universität London, das er 1933 mit einem Bachelor of Laws abschloss. Er wanderte 1933 mit seinen Eltern nach Palästina aus. 1937 erhielt er dort seine Zulassung als Rechtsanwalt und arbeitete in der Kanzlei von Pinchas Rosen und Moses Smoira. Seit 1940 war er unter der britischen Mandatsverwaltung als Amtsrichter (Magistrate Judge) in Haifa tätig. Parallel hierzu war er bis zur Unabhängigkeit Israels juristisch für die paramilitärische zionistische UntergrundorganisationHagana tätig. Von 1953 bis 1982 war er Richter am Obersten Gericht Israels, 1976 bis 1979 als Vizepräsident und von 1980 bis 1982 als Präsident.
Von 1962 bis 1970 war Landau Vorsitzender des unabhängigen Komitees der Gedenkstätte Yad Vashem, das über die Vergabe des Titels Gerechter unter den Völkern entscheidet.[3]
Anders als viele Prozessbeteiligte hat Landau über seine Arbeit und Eindrücke als Richter im Eichmann-Prozess nichts veröffentlicht.
Familie
Landau war der Sohn des Arztes Isaak Landau (1884–1947), eines führenden Mitglieds der Danziger Jüdischen Gemeinde,[4] der 1933 nach Palästina auswanderte.[5] Im Jahre 1937 heiratete Moshe Landau Leah Doukhan.[2]
Literatur
Lisa Hauff: Die Richter im Eichmann-Prozess. In: Werner Renz (Herausgeber): Interessen um Eichmann. Israelische Justiz, deutsche Strafverfolgung und alte Kameradschaften. Campus-Verlag, Frankfurt a. M. 2012, ISBN 978-3-593-39750-4, S. 120f.
Michal Shaked: The Unknown Eichmann Trial: The Story of the Judge. In: Holocaust and Genocide Studies. Band 29, Nummer 1, 2015, S. 1–38, doi:10.1093/hgs/dcv001.
↑Daniel Fraenkel, Jakob Borut: Lexikon der Gerechten unter den Völkern – Deutsche und Österreicher. Wallstein Verlag, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-900-7, S. 16.
↑Günter Grass, Vivian B. Mann, Joseph Gutmann, Sheila Schwartz: Danzig 1939, Treasures of a Destroyed Community. Jewish Museum (New York), Wayne State University Press, 1980, ISBN 081431662X, S. 32 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑Joseph Walk (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. Hrsg. vom Leo Baeck Institute, Jerusalem. Saur, München 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 213.