Monika Njava

Monika Njava (Mitte, beim Rudolstadt-Festival 2019 mit Toko Telo)

Monika Njava (* in Vohipeno als Monique Rasoanirina) ist eine madagassische Sängerin und Songwriterin.

Leben und Wirken

Njava wuchs in Morondava auf der Insel Madagaskar als eines von fünfzehn Geschwistern in einer musikalischen Familie auf. Bereits mit vierzehn Jahren sang sie als Leadsängerin mit ihren älteren Brüdern in einer Band. Sie war beeinflusst von der traditionellen Musik der Bara- und Antandroy-Kulturen, hörte aber auch Miriam Makeba und amerikanischen Soul, vor allem Aretha Franklin und Tina Turner.[1]

Mit achtzehn Jahren zog Njava in die südlich gelegene größere Stadt Toliara, gründete ihre eigene Band und trat dort auf. Gleichzeitig eröffnete sie eine kleine Snackbar mit Livemusik, aus der sich der Club „Galeha Dance“ entwickelte. Mit der Veröffentlichung ihres Hits „Mausole“ wurde sie landesweit bekannt. Der Song, eine Abrechnung mit dem Geld und der Macht der Eliten, wurde im Radio verboten. Doch tourte sie nun im ganzen Land.[1]

Nach ihrem Umzug nach Europa 1991 gründete sie in Belgien mit vier Geschwistern die Gruppe Njava, in der Monika die Leadsängerin war. Der große Durchbruch gelang 1992, als Njava den „Prix Media“ von Radio France Internationale gewann. Dies führte zu einer Welttournee mit Auftritten auf großen Festivals wie WOMAD, Transmusicale, Africa Festival und einem Vertrag mit EMI Records; die Alben Vetse und Source wurden bei dessen Label Hemisphere veröffentlicht.[1]

Daneben sang Njava mit der Gruppe Deep Forest auf deren Album Comparsa (Sony Music) und begleitete die Band auf ihrer anschließenden Welttournee. Sie sang außerdem für Soundtracks von Dokumentarfilmen und Werbespots. 2003 gründete sie mit ihrer Schwester Lala eine Stiftung, um arme Frauen in ihrem Heimatdorf Vohipeno zu unterstützen. Mit der A-cappella-Gruppe Dames d’amour wurde 2005 das Album Partages aufgenommen und veröffentlicht.[1]

2012 erschien Njavas Album Haizina mit Beiträgen von Musikern aus drei Kontinenten; es enthält die nationalen Hits „Ravola“ (ein Lied über die zerstörerische Macht des Geldes) und „Reolo“ (ein Aufruf zum Widerstand gegen Korruption und Ungerechtigkeit).[1] Gemeinsam mit dem Bassisten Linley Marthe veröffentlichte sie 2014 das Album Island Jazz, an dem auch der Gitarristen Joël Rabesolo beteiligt ist. Gemeinsam mit dem Akkordeonisten Régis Gizavo und dem Gitarristen D’Gary gründete sie zudem die Supergroup Toko Telo (ab 2017 nach dem Tod von Gizavo mit Rabelsolo fortgeführt; es entstand das Album Diavola). Daneben bereichert sie als Sängerin Projekte madagassischer Künstler verschiedenster Stilrichtungen.

Einzelnachweise

  1. a b c d e Nago Seck: Monika Njava. In: afrisson.com. Abgerufen am 2. März 2026 (französisch).

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