Markus Mitterhauser
Markus Mitterhauser (* 19. Mai 1970 in Wien) ist ein österreichischer Radiopharmazeut und Experte für Radiopharmakaentwicklung und experimentelle Nuklearmedizin. Er ist Universitätsprofessor und leitet die Abteilung Radiopharmakaentwicklung und Strahlenbiologie in der klinischen Abteilung für Nuklearmedizin an der Medizinischen Universität Wien.
Leben und Ausbildung
Mitterhauser maturierte 1988 am Humanistischen Gymnasium Kollegium Kalksburg in Wien und begann danach mit dem Studium der Pharmazien. 1998 folgte die Approbation als Apotheker und 2003 wurde er an der Universität Wien zum Doktor der Naturwissenschaften promoviert. 2006 erfolgte die Habilitation für Radiopharmazie an der Medizinischen Universität Wien, und im selben Jahr erhielt er auch die Approbation als Krankenhauspharmazeut. Zwischen 1998 und 2024 war er Leiter der Isotopenapotheke.[1]
Aufgrund persönlicher Erfahrungen mit Krebs gründete Mitterhauser 2016 im Rahmen des Ludwig Boltzmann Instituts für Angewandte Diagnostik die Initiative Patient Involvement in Oncology (PATIO), die sich darauf fokussiert, die Lebensqualität von Menschen mit Prostatakrebs zu verbessern und diese in die wissenschaftliche Forschung einzubeziehen.[2]
Wissenschaftliche Leistung
In seinen Forschungsarbeiten entwickelt Mitterhauser neue radiopharmazeutische Marker und Bildgebungstechniken, etwa zur frühzeitigen Erkennung und Bekämpfung von Krebserkrankungen.[3] Gemeinsam mit Markus Hacker und Werner Langsteger betreibt er seit 2023 das Theranosticum,[4] das in der Privatklinik Döbling situiert ist. Neben moderner Bildgebung werden dort personalisierte nuklearmedizinische Therapien wie Lu177-Radioligandentherapie für verschiedene Krebsarten angeboten.
Öffentlichkeitsarbeit
Mitterhauser beschäftigt sich aktiv mit personalisierter Medizin.[5][6] 2018 gründete er die Initiative PATIO (Patient Involvement in Oncology), die Betroffene und Co-Betroffene von Prostatakarzinomen systematisch als Akteure und Akteurinnen in Forschungsprozesse mit einbezieht.[7] Diese ist Teil der Citizen-Science-Plattform Österreich forscht[8] und kooperiert eng mit der Österreichischen Selbsthilfe Prostatakrebse.[9] In diesem Kontext beschreibt Mitterhauser die Betroffenen als Co-Forschende und Experten ihrer eigenen Erkrankung und vergütet finanziell deren Mitwirken. Er argumentiert, dass die Verbesserung der Lebensqualität effizienter stattfindet, wenn fundamentale wissenschaftliche Fragestellungen und Forschungsdesigns im Bereich der Therapien gemeinsam mit Betroffenen ausgearbeitet werden. Unter anderem entstand so die von Spotteron entwickelte App PATIOSpots, innerhalb welcher Nutzende anonym auf einer digitalen Landkarte für Krebsbetroffene wichtige Orte wie Toiletten und Behandlungszentren eintragen können. Durch seine Arbeit erweiterte Mitterhauser die vorwiegend quantitative und datengetriebene österreichische Citizen-Science Landschaft durch ein medizinisches Beispiel der partizipativen und ko-kreativen Form. Für seine Arbeit und Engagement im Bereich PPIE erhielt Mitterhauser 2021 den ersten Boltzmann Leadership Award.[10]
Aufgrund seines Einsatzes für die Einbeziehung von Patienten in die Forschung wurde Mitterhauser mehrfach zu Fernseh- und Radioprogrammen des ORF eingeladen. Dort thematisiert er die Sprachlosigkeit von krebsbetroffenen Männern und die Notwendigkeit, Patienten in Forschungsstrukturen einzubinden.[11][12][13][14]
Ämter und Mitgliedschaften
- Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Applied Diagnostics (2016 bis 2023)[15]
- Präsident des e. V. “Patienteneinbindung in der Onkologie (PATIO)”[16]
- Koordinator der Joint Facility Applied Medicinal Radiochemistry an der Medizinische Universität Wien und der Universität Wien[17]
- Koordinator Radiopharmazie und Nuklearmedizin am Zentrum für Translationale Medizin der Medizinischen Universität Wien (CTM)
- Sprecher der naturwissenschaftlichen Fächer im Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Nuklearmedizin und Theranostik (OGNT), u. a. im Kongress-/Programmausschuss[18]
- Mitglied des Advisory Board Committee der Core Facility „Alternative Biomodels and Preclinical Imaging“ der Medizinische Universität Graz[19]
- Mitglied im Editorial Board der Fachzeitschrift The Open Nuclear Medicine Journal
Weblinks
- Profile auf Google Scholar, ResearchGate und Scopus
- Lebenslauf von Markus Mitterhauser auf der Website der Medizinischen Universität Wien
Einzelnachweise
- ↑ Öffentlicher Lebenslauf https://researcherprofiles.meduniwien.ac.at/backend/db_files/cv_769_5f58aa80318ca.doc
- ↑ PATIO - PatioSpots. Abgerufen am 22. April 2026 (deutsch).
- ↑ Google Scholar. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Theranosticum | Über uns. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ "Müssen personalisierte Medizin breiter denken". Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Jonas Winter: Interview mit PATIO-Gründer Univ.-Prof. Dr. Markus Mitterhauser - PatioSpots. Abgerufen am 22. April 2026 (deutsch).
- ↑ PATIO - PatioSpots. Abgerufen am 22. April 2026 (deutsch).
- ↑ Leistungsbericht 2023 – Österreich forscht. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Partner – Prostatakrebs. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Verleihung des Boltzmann Leadership Awards beim LBG Weinherbst. Abgerufen am 22. April 2026 (deutsch).
- ↑ Barbara Karlich - Talk um 4. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Bewusst Gesund - Das Magazin. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ oe1.orf.at: Movember - Männer unter der Gürtellinie | DO | 13 11 2025 | 16:05. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ oe1.orf.at: Das Ö1 Gesundheitsmagazin | Mehr Patientenrechte!| MI | 07 04 2021 | 16:40. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ LBI for Applied Diagnostics. Abgerufen am 22. April 2026 (deutsch).
- ↑ Das Team - PatioSpots. Abgerufen am 22. April 2026 (deutsch).
- ↑ Medizinischen Universität Wien: Joint Applied Medicinal Radiochemistry Facility | MedUni Wien. Abgerufen am 22. April 2026.
- ↑ Kongress – Nuklearmedizin Austria. Abgerufen am 22. April 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Medical University of Vienna: Markus Mitterhauser appointed to Advisory Board-Committee of the Core Facility Alternative Biomodels and Preclinical Imaging of MedUni Graz | MedUni Vienna. Abgerufen am 22. April 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mitterhauser, Markus |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Radiopharmazeut |
| GEBURTSDATUM | 19. Mai 1970 |
| GEBURTSORT | Wien |
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.