Manfred Pohla
Manfred Pohla (* 15. Juli 1937) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er hat bei den Vereinen VfR Harburg und VfB Lübeck in den zwei Runden 1964/65 und 1965/66 in der damals zweitklassigen Fußball-Regionalliga Nord insgesamt 52 Ligaspiele mit 24 Toren absolviert.[1] Im höherklassigen Hamburger Amateurfußball wird er bei Grüber zusätzlich mit 102 Toren in der Amateurliga Hamburg und 70 Toren in der Landesliga aufgeführt.[2]
Spielerlaufbahn
Amateur und erste Station in der Regionalliga Nord, bis 1965
Bei den Rot-Weißen vom Rabenstein, beim VfR Harburg 07, begann 1956/57 die höherklassige Karriere des torgefährlichen Offensivspielers „Moppel“ Manfred Pohla in der Verbandsliga Hamburg, wo er in der Hansa-Staffel zehn Tore beim Erreichen des 6. Tabellenranges erzielte. Überlegen gewann Wilhelmsburg FV 09 die Meisterschaft und die lokalen Derbys gegen FC Borussia, ESV Viktoria und Absteiger FC Normannia ragten für den jungen Angreifer in dieser Runde heraus. In seinem zweiten Jahr, 1957/58, steigerte der sich zumeist über die Flügel kommende Angreifer seine Trefferquote auf 17 Treffer, aber innerstädtisch belegte der VfR 07 trotzdem hinter dem ESV Viktoria und FC Borussia mit seinem 5. Rang lediglich den 3. Platz.
Als Pohla 1958/59 seine Torebilanz gar auf 31 Rundentreffer steigerte, gewann er mit dem VfR 07 mit 45:7 Punkten die Meisterschaft und stieg mit seiner Mannschaft damit in die höchste Staffel im Amateurfußball von Hamburg auf. Auf Anhieb spielte Pohla mit dem Aufsteiger 1959/60 auch im Unterbau der Regionalliga Nord intensiv um die Meisterschaft mit und belegte punktgleich mit dem Lokalrivalen Harburger Turnerbund mit jeweils mit 37:23 Punkten, den 3. Rang. Das Entscheidungsspiel um Platz 2 verlor der VfR 07 am 24. April 1960 am Millerntor vor 12.000 Zuschauer mit 0:1 und deshalb zog der HTB in die Aufstiegsspiele zur Oberliga Nord ein. Mit 26 Toren belegte Pohla den 1. Rang in der Torschützenliste und verwies damit Spieler wie Hans Knubbe (ETV), Walter Cohrs (HEBC) und Erich Rohrschneider (HTB) auf die Plätze.
In den folgenden drei Runden, 1960/61 bis 1962/63, erzielte der Torjäger für den VfR 07 insgesamt 75 weitere Treffer, obwohl die Rot-Weißen vom Rabenstein in diesen Jahren nicht um die vorderen Plätze in der Amateurliga mitspielen konnten; der VfR 07 belegte 1960/61 den 8. Rang (21 Pohla-Treffer), 1961/62 den 10. (31 Treffer und damit elf Toren vor dem 2. Platz der Torschützenliste) und 1962/63 den 9. Rang (23 Tore).[3] Zur Saison 1963/64 wurde die Amateurliga zur Landesliga Hamburg umbenannt. Die Saison beendete Pohla mit dem VfR 07 punktgleich mit jeweils 37:23 Punkten wie der TSV Uetersen auf dem 3. Rang. Das Entscheidungsspiel gewann er mit Harburg am 3. Mai 1964 mit 2:1 gegen Uetersen und da der Vizemeister Hamburger SV Am. keine Aufstiegsberechtigung hatte, nahm der Dritte der Landesliga Hamburg – neben Meister VfL Pinneberg – an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord im Mai/Juni 1964 teil. Pohla hatte in der Verbandsrunde 36 Tore erzielt.
Mit seinem Hattrick am 10. Mai 1964 zum 3:0-Heimerfolg gegen den SV Meppen brachte Linksaußen Pohla die Mannschaft von Trainer Ludwig Pöhler nach der überraschend deutlichen 0:4-Auftaktniederlage beim VfL Oldesloe wieder in die Spur. Die weiteren Spiele wurden sämtlich gewonnen und mit 10:2 Punkten erreichte der VfR 07 den Aufstieg in die Regionalliga Nord zur Runde 1965/66. An jedem Aufstiegsrundenspiel hatten neben Pohla noch die Mitspieler Reiner Tzscheetzsch, Werner Jackstieß, Heinz Opfer, Ewald Schiemann, Ulf Reder und sein Flügelstürmerkollege Edgar Puchmüller teilgenommen.[4]
Mit Horst Michalke und Horst Offenhauser kamen zwei Neuzugänge von dem Lokalrivalen Harburger TB für die Bewältigung der Anforderungen der zweitklassigen Regionalliga Nord zu den Rot-Weißen. Den Klassenerhalt erreichte Harburg 1964/65 aber nicht, mit 18:46 Punkten belegte der VfR den 17. Rang und stieg wieder umgehend in die Amateurklasse ab. Mit Puchmüller auf Rechtsaußen, Offenhauser als Mittelstürmer und vor allem Pohla auf Linksaußen, hatte der Aufsteiger konkurrenzfähige Angreifer aufgeboten. Pohla erzielte in 27 Ligaeinsätzen 14 Tore. Die gravierende Schwäche in den Auswärtsspielen – 5:27 Punkte und 14:53 Tore – verhinderte aber den erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt.
Gewonnen hatte man die Spiele gegen VfB Oldenburg (4:2), VfL Wolfsburg (2:1), ASV Bergedorf 85 (2:1), VfV Hildesheim (4:1), SC Göttingen 05 (3:0) und Concordia Hamburg (2:1). Zwei deutliche Schlappen hatte es gegen Arminia Hannover am 21. März 1965 mit 0:10 und am 9. Mai 1965 mit 1:8 im letzten Rundenspieltag gegen den Meister Holstein Kiel gegeben. Gegen die „Störche“ war der VfR mit einem Treffer von Pohla in der 17. Minute mit 1:0 in Führung gegangen und der Halbzeitstand hatte mit 1:2 noch nicht auf die hohe Schlappe mit 1:8 zum Endstand hingedeutet.[5] Zur Saison 1965/66 schlossen sich Pohla dem VfB Lübeck und Puchmüller Concordia Hamburg an und damit spielten sie weiter als Vertragsspieler in der Regionalliga Nord.
VfB Lübeck 1965/66
Zur Mannschaft von Trainer Heinz Lucas war noch von Eintracht Braunschweig im Sommer 1965 Mittelfeldspieler Helmut Hosung gekommen um die Spielmacherrolle bei den Grün-Weißen vom Stadion an der Lohmühle zu übernehmen. Beide Neuzugänge, Hosung (31/7) und Pohla (25/10), erfüllten die Erwartungen und daneben überraschten auch die zwei aus der VfB-Jugend übernommenen Talente Gerd Freyer (22/0) und Georg Bednorz (16/5) mit ihren Spieleinsätzen im Verlauf der Runde. Da sich auch noch die Systemumstellung, weg vom alten WM-System hin zu 4-2-4 und der Installierung des Liberos Jürgen Brinckmann als gelungen herausstellte, war der Rundenverlauf mit dem Erreichen des 5. Ranges mehr wie gut zu bezeichnen. Vom 11. Rang des Vorjahres sprang der VfB mit Spielmacher Hosung und Torschütze Pohla in die Spitzengruppe und das machte sich auch bei den Zuschauerzahlen bemerkbar. Zur Halbserie weisen die offiziellen NFV-Zahlen eine Verdoppelung des Besucherschnitts an der Lohmühle auf 6162 aus.[6] In der Rückrunde ging dem VfB auf der Zielgeraden die Kraft aus und mit den Punktverlusten am 24. April beim 0:0 gegen Göttingen 05 (10.302 Zuschauer) und der 0:2-Heimniederlage am 8. Mai 1966 gegen Holstein Kiel (9.848 Zuschauer) verabschiedeten sich die Mannen um Pohla im Kampf um die Plätze zum Einzug in die Bundesligaaufstiegsrunde. Eine besondere Vorstellung hatte der Neuzugang aus Harburg am 12. Dezember 1965 beim 3:0-Heimerfolg gegen TuS Bremerhaven 93 abgeliefert: Pohla zeichnete sich kurz vor Weihnachten als dreifacher Torschütze aus.
Nach Rundenschluss schloss sich Pohla wieder seinem Stammverein VfR Harburg an und kehrte mit der Runde 1966/67 wieder in den Hamburger Amateurfußball zurück.
Dort war Pohla noch bis 1982/83 bei den Vereinen Borussia Harburg, Harburger SC und HNT aktiv, bis er seine Spielerkarriere mit über 40 Jahren beendete.
Literatur
- Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4. S. 387.
- Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine Norddeutschland. Agon Sportverlag. Kassel 2004. ISBN 3-89784-223-8. S. 301–305.
- Christian Jessen: VfB Lübeck. Ein Jahrhundert Fußballgeschichte in der Hansestadt. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2019. ISBN 978-3-7307-0460-8.
- Harald Igel/Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken (Hrsg.): Regionalliga Nord 1963 – 1974, Band 1: 1963 bis 1969. Sulingen 2024.
- Walter Grüber (Hrsg.): Fußball-Torjägerstatistik Deutschland 1945 bis 2011/Spezialteil Hamburg. Books on Demand, Norderstedt 2011. ISBN 978-3-8448-6248-5.
Einzelnachweise
- ↑ Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. S. 387
- ↑ Walter Grüber: Fußball-Torjägerstatistik Deutschland/Spezialteil Hamburg. S. 278, 283/284
- ↑ Walter Grüber: Fußball-Torjägerstatistik Deutschland/Spezialteil Hamburg. S. 278, 254/255
- ↑ Harald Igel/DSFS: Regionalliga Nord 1963 bis 1974, Band 1: 1963 bis 1969. Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken. Sulingen 2024, S. 53/54
- ↑ Harald Igel/DSFS: Regionalliga Nord 1963 bis 1974, Band 1: 1963 bis 1969. Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken. Sulingen 2024, S. 53/54, 78/97
- ↑ Christian Jessen: VfB Lübeck. S. 95
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pohla, Manfred |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fußballspieler |
| GEBURTSDATUM | 15. Juli 1937 |
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