Jonas Tesarz
Jonas Tesarz (* 1979 in Leimen) ist ein deutscher Arzt und Hochschullehrer. Er ist Facharzt für Innere Medizin sowie Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Seit 2024 ist er Universitätsprofessor (W3) und Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz sowie Leiter des Weiterbildungsinstituts für Psychodynamische Psychotherapie (WePP)[1][2]. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Psychosomatik, Schmerzmedizin, Psychotraumatologie und Psychotherapieforschung. Er ist Herausgeber und Autor mehrerer wissenschaftlicher Fachbücher. Er ist Universitätsprofessor und leitet als Direktor die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. Zuvor war er Privatdozent (seit 2017) und außerplanmäßiger Professor[3] am Universitätsklinikum Heidelberg.
Leistungen
Jonas Tesarz studierte von 2004 bis 2005 Philosophie und Linguistik sowie von 2000 bis 2007 Medizin in Heidelberg. Seine Promotion zum Dr. med. erfolgte 2013 über Unterschiede in der spinalen Expression von c-Fos und FosB immunreaktiven Neuronen im Rückenmark der Ratte nach Reizung von nozizeptiven Fasern der Haut und des Muskels bei Siegfried Mense. 2017 erfolgte seine Habilitation mit Venia legendi für das Fach Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik. Von 2008 bis 2014 war Tesarz als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Arzt in Weiterbildung an verschiedenen Einrichtungen des Universitätsklinikums Heidelberg tätig. Nach dem Erwerb der Facharztanerkennung für Innere Medizin im Jahr 2014 war er bis 2017 Facharzt an der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik. Nach seiner Habilitation im Jahr 2017 übernahm er zunächst die Leitung des Psychosomatischen Konsiliar- und Liaisondienstes mit Psychoonkologie sowie der Spezialambulanz für Reizdarmsyndrom. Es folgten die Leitung der Psychotherapiestation mit Tagesklinik sowie seit 2020 die Funktion des geschäftsführenden Oberarztes der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik. Darüber hinaus leitete er die Spezialambulanz für chronische Schmerzen und Fibromyalgie, die internistische Hochschulambulanz sowie die Heidelberger Studienambulanz für klinische Schmerzforschung (HeiSIS). Seit November 2024 ist er Universitätsprofessor (W3) und Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz sowie Leiter des Weiterbildungsinstituts für Psychodynamische Psychotherapie (WePP).
Tesarz ist an mehreren AWMF-Leitlinien beteiligt, darunter den S3-Leitlinien zum Reizdarmsyndrom, zur Langzeitanwendung von Opioiden bei chronischen nichttumorbedingten Schmerzen (LONTS), zur Multimorbidität und zur Neuroborreliose. Er koordiniert nationale und internationale Forschungsverbünde auf den Gebieten der Psychosomatik und Schmerzmedizin und wurde 2026 zum Vizepräsidenten (President-elect) des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM) gewählt[4].
Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen auf der Erforschung der Bedeutung früher Stresserfahrungen und psychischer Traumatisierungen für die Entstehung und Chronifizierung chronischer Schmerzen, der Entwicklung mechanismenbasierter und personalisierter Therapieansätze in der Psychosomatik und Schmerzmedizin sowie der psychischen Gesundheit im Leistungs- und Spitzensport.[3][5][6]
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist er Sprecher des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Deutsch-Chinesischen Alumni-Netzwerks für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (DCAPP) zur Stärkung der China-Kompetenz auf dem Gebiet der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie in Klinik, Lehre, Forschung und Gesundheitswesen.[7]
Er ist Herausgeber der Buchreihe Komplexe Krisen und Störungen bei Klett-Cotta (gemeinsam mit Günter H. Seidler und Annette Streek-Fischer) und Autor mehrerer Bücher.[8] Er ist Herausgeber der Buchreihe Komplexe Krisen und Störungen im Klett-Cotta Verlag (gemeinsam mit Günter H. Seidler und Annette Streek-Fischer) sowie Autor mehrerer Fachbücher[9]. Mit seinem 2026 erschienenen Buch Wenn alles Trauma ist verfolgt er das Ziel, den Traumabegriff interdisziplinär weiterzuentwickeln, indem medizinisch-wissenschaftliche, psychotherapeutische sowie phänomenologisch-philosophische Perspektiven zu einer integrierten Definition psychischer Traumatisierung zusammengeführt werden.
In Deutschland wird er als einer der Experten für EMDR angesehen.[10][11][12]
Auszeichnungen
- Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung (2015)[13]
- Günter-Jantschek-Forschungspreis des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM) (2018)[14]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- gemeinsam mit Siegfried Mense: Tetrodotoxin-resistant fibres and spinal Fos expression: differences between input from muscle and Skin. Experimental Brain Research, 224(4), 2013, S. 571–580.
- mit Günter H. Seidler, Wolfgang Eich: Schmerzen behandeln mit EMDR. Das Praxishandbuch. Klett-Cotta, Stuttgart 2015; 2. Auflage 2016, ISBN 978-3-608-94881-3 (Rezension, socialnet.de).
- Psychosomatik in der Schmerztherapie. Klett-Cotta, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-608-96152-2.
- gemeinsam u. a. mit Wolfgang Eich: Widespread pain is a risk factor for cardiovascular mortality: results from the Framingham Heart Study. European Heart Journal, 40(20), 2019, S. 1609–1617.
- Psychosomatik in der Schmerztherapie. Klett-Cotta, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-608-96152-2.
- gemeinsam mit Günter H. Seidler: Wenn alles Trauma ist. Warum wir präziser über den Traumabegriff sprechen müssen. Klett-Cotta, Stuttgart 2026, ISBN 978-3-608-98974-8[15].
Weblinks
- Bericht über die Wirkung von EMDR, 2015, auf Stern.de
- EMDR-Therapie hilft bei chronischen Schmerzen, 2016, auf NDR.de
Einzelnachweise
- ↑ webmaster: Weiterbildungsstudiengang Psychodynamische Psychotherapie | Übersicht. Archiviert vom am 12. Oktober 2024; abgerufen am 22. Juli 2026.
- ↑ Klinikdirektion – Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Archiviert vom am 18. Januar 2026; abgerufen am 22. Juli 2026.
- ↑ a b Universitätsklinikum Heidelberg: apl. Prof. Dr. med. Jonas Tesarz. Abgerufen am 23. Juni 2022.
- ↑ Präsidium – DKPM. Abgerufen am 22. Juli 2026 (deutsch).
- ↑ tesarz[author] - Search Results - PubMed. Abgerufen am 23. Juni 2022 (englisch).
- ↑ Jonas Tesarz. Abgerufen am 22. Juli 2026.
- ↑ DCHAN | Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Abgerufen am 23. Juni 2022.
- ↑ Klett-Cotta – Jonas Tesarz Biographie, Bücher, Informationen. Abgerufen am 23. Juni 2022.
- ↑ Jonas Tesarz. Archiviert vom am 16. November 2024; abgerufen am 22. Juli 2026 (deutsch).
- ↑ EMDR als neue Schmerztherapie rp-online.de
- ↑ Hokuspokus oder hilfreich bei chronischen Schmerzen? Der Stern
- ↑ EMDR lindert chronische Rückenbeschwerden ( des vom 6. Dezember 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Bild der Frau
- ↑ Preisträger 2015. Abgerufen am 9. Oktober 2019.
- ↑ PD Dr. med. Jonas Tesarz. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 5. Oktober 2019; abgerufen am 9. Oktober 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Jonas Tesarz, Günter H. Seidler: Wenn alles Trauma ist: Warum wir präziser über den Traumabegriff sprechen müssen. 1. Auflage 2026. Klett-Cotta, Stuttgart 2026, ISBN 978-3-608-98974-8.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tesarz, Jonas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Arzt, Facharzt für Innere Medizin |
| GEBURTSDATUM | 1979 |
| GEBURTSORT | Leimen |
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