Jürgen Christian Findorff (* 22. Februar1720 in Lauenburg/Elbe; † 31. Juli1792 in Bremervörde; beigesetzt am 3. August 1792 in Iselersheim bei Bremervörde) ist als Moorkolonisator bekannt geworden. Er hat die Moore zwischen Wümme und Hamme, das Teufelsmoor nordöstlich von Bremen, vermessen, entwässert und durch Kolonisten bevölkert. Durch seinen Einsatz für die Kolonisten bekam er den Beinamen „Vater aller Moorbauern“.
Jürgen Christian Findorff wurde als Sohn des Ratstischlers Hinrich Möller in Lauenburg an der Elbe geboren. Dieser nannte sich laut Kirchbuch ab 1720 „Findorff“. Wie auch sein jüngerer Bruder Johann Dietrich Findorff (1722–1772), der später als Hofmaler am mecklenburgischen Hof tätig wurde, erlernte er zunächst bei seinem Vater das Tischlerhandwerk. Im Alter von 19 Jahren übernahm er die Werkstatt seines Vaters. Aufgrund seines Geschicks förderte ihn der hannoversche Landbaumeister und sorgte für Findorffs weitere Ausbildung in den Bereichen Wasserbau und Landvermessung. Findorff leitete den Bau der Worpsweder Zionskirche (1757–1759), außerdem entwarf und baute er die Kirchen in Grasberg (1781–1789) und Gnarrenburg (1784–1790). Darüber hinaus war er für den Bau von Mühlen, Brücken und Rathäusern verantwortlich.
Am 20. September 1771 wurde er durch eine Urkunde von Georg III. zum offiziellen Moorkommissar ernannt. Dass es Findorff nicht nur um die technische Seite der Landgewinnung, sondern auch um das Wohl der Siedler ging, ist u. a. dem von ihm verfassten Moorkatechismus für Findorff-Siedlungen zu entnehmen.
Ab 1782 verlagerte Findorff seine Tätigkeit bei der Moorkolonisation in die Gegend um Bremervörde. Insgesamt hat er auf 140 km² Moorland 42 neue Dörfer gegründet. 1799 wurde auf dem Weyerberg bei Worpswede ein Obelisk zu seinem Gedenken errichtet.[1]
2012: Die Findorffbrüder – Ausstellung vom 18. März bis 30. September 2012 in der Kunstschau Lilienthal der Lilienthaler Kunststiftung in Lilienthal (bei Bremen)[2]