Hexuma

Hexuma
Entwickler Weltenschmiede
Publisher Software 2000
Leitende Entwickler Harald Evers
Komponist Chris HĂŒlsbeck
Veröffentlichung 1992
Plattform Commodore Amiga, MS-DOS
Genre Textadventure
Medium Diskette
Sprache Deutsch

Hexuma ist ein Textadventure mit Grafiken des deutschen Entwicklungsstudios Weltenschmiede, das 1992 von Software 2000 fĂŒr den Commodore Amiga und DOS-PCs veröffentlicht wurde.

Handlung

Der Spieler ĂŒbernimmt die Rolle eines Angestellten eines MaklerbĂŒros, der in einem englischen Hochmoor ein altes, dem Hörensagen nach verfluchtes Haus inspizieren soll. Das Haus war an einem Ort erbaut worden, an dem im 15. Jahrhundert eine verfluchte Ritterburg stand, und trieb mehrere seiner Bewohner in den Wahnsinn. In den 1920er-Jahren bewohnte und untersuchte ein Wissenschaftler, Owen Jugger, das Haus, verschwand aber nach einiger Zeit spurlos. WĂ€hrend der Spieler im Heute (1992) das Haus in Augenschein nimmt, wird ihm ein Paket zugestellt, das an Jugger adressiert ist, also 65 Jahre unterwegs war. Es enthĂ€lt Juggers Tagebuch, das dessen Forschungen ĂŒber den seit Ewigkeiten schlafenden, grundbösen Gott Kal erwĂ€hnt. Da gemĂ€ĂŸ dem Tagebuch Kal zu erwachen und auf die Erde zurĂŒckzukehren droht, entschließt sich der Spieler, Juggers Arbeit fortzusetzen. Das Haus entpuppt sich als Tor zu unterschiedlichen Zeitaltern der Menschheitsgeschichte. Der Spieler muss fĂŒnf Zeitalter besuchen und fĂŒnf Kristallsplitter bergen, um schließlich Kal besiegen zu können.

Spielprinzip und Technik

Hexuma ist ein Textadventure, das heißt, Umgebung und Geschehnisse werden als Bildschirmtext ausgegeben und die Visualisierung obliegt zum grĂ¶ĂŸten Teil der Fantasie des Spielers. Im Gegensatz zu klassischen Textadventures, die ĂŒber keinerlei grafische AusschmĂŒckung verfĂŒgen, wartet Hexuma mit einem Bild der jeweiligen Umgebung sowie einem Point-and-Click-Interface auf, mit dem sich einfache Kommandos mit der Maus erstellen lassen. FĂŒr komplexe Kommandos muss aber auf Texteingaben zurĂŒckgegriffen werden, die von einem Parser verarbeitet werden. Einige der Standbilder sind anklickbar und enthĂŒllen Detailansichten, die zusĂ€tzliche Informationen bereitstellen.[1] Hexuma enthĂ€lt, fĂŒr ein Textadventure ungewöhnlich, Musik: Die einzelnen Zeitalter sind jeweils mit einem MusikstĂŒck von Chris HĂŒlsbeck unterlegt.

Produktionsnotizen

Hexuma ist das letzte Spiel in einer Trilogie von Textadventures des Herstellers Weltenschmiede; Das Stundenglas erschien 1990 und Die Kathedrale 1992. Alle drei Adventures behandeln die Themen Zeitreisen bzw. MehrdimensionalitĂ€t. Hexuma ist eines von acht Spielen, die der Publisher Software 2000 als „Artventure“ betitelte, wodurch auf eine hohe QualitĂ€t der so bezeichneten Adventures hingewiesen werden sollte. Der Spielverpackung von Hexuma lagen sogenannte „Feelies“ bei, zum Spielgeschehen passende GegenstĂ€nde wie fiktive Dokumente oder Gimmicks, die oft einen tieferen Einblick in die Spielwelt erlauben. Im Falle von Hexuma waren dies eine nachgebildete Kristallscherbe, ein Tagebuch mit fĂŒr die Spiellösung essenziellen Informationen, ein maschinengeschriebener Brief und ein Poster.

Die vierte Zeitsprung fĂŒhrt in eine tropische Inselwelt, die bereits in einem anderen Werk Evers’ vorkam: Karte und Raumbeschreibungen werden im Handbuch zum VorgĂ€nger Die Kathedrale als BeispielrĂ€umlichkeiten genutzt, um die Funktionsweise des Spiels zu erlĂ€utern. Das Handbuch zu Hexuma enthĂ€lt zur ErlĂ€uterung der SpielablĂ€ufe seinerseits ein Szenario aus der Höhlenweltsaga, das laut Handbuch Bestandteil eines weiteren Textadventures von Weltenschmiede namens Hexuma 2 – DĂ€mmerung auf der Höhlenwelt sein sollte, das jedoch nie realisiert wurde und stattdessen inhaltlich im Grafikadventure Die Höhlenweltsaga verarbeitet wurde.

Autor Harald Evers war primĂ€r als Romanautor tĂ€tig; sein bekanntestes Werk ist der Fantasy-Romanzyklus Die Höhlenweltsaga. Die Titelmusik zu Hexuma und die wĂ€hrend des Spiels ablaufenden MusikstĂŒcke wurden von Chris HĂŒlsbeck komponiert. Programmierer Andreas Niedermeier blieb nach dem Aus von Weltenschmiede in der Branche und war fĂŒr heart-line Software unter anderem fĂŒr Entwicklung und Programmierung von Kurt: Der Fussballmanager verantwortlich.

Rezeption

Wertungsspiegel
PublikationWertung
AmigaDOS
ASMk. A.10/12[1]
Amiga Joker82 %[2]83 %
Power Play78 %[3]78 %

Das deutsche Magazin Amiga Joker lobte, das Interface sei gegenĂŒber dem VorgĂ€nger Die Kathedrale konsequent weiterentwickelt worden, außerdem wurde die Grafik der DOS-Version positiv hervorgehoben. Das Magazin zog Parallelen zu den Adventures von Magnetic Scrolls.[2] Auch die Power Play stellte eine positive Entwicklung gegenĂŒber den beiden VorgĂ€ngeradventures fest und wertete, Autor Evers sei auf dem Weg zum „Guru des deutschen Textadventures“. Das Magazin lobte die Spielstory, die EinflĂŒsse von Edgar Allan Poe und H.P. Lovecraft aufweise, primĂ€r aber durch Evers’ eigenen Stil geprĂ€gt sei. In technischer Hinsicht stellte die Power Play die Automapping-Funktion des Spiels heraus.[3] Die ASM lobte Parser, Grafik und Bedienkomfort und zeichnete es mit dem PrĂ€dikat „ASM-Hit“ aus. Das Magazin kritisierte aber die Musik, bezeichnete die Story als unoriginell und wies darauf hin, dass Spielprinzip von Textadventures zum Erscheinungszeitpunkt veraltet gewesen sei.[1]

Bei der Wahl zum Spiel des Jahres 1992 der Zeitschrift Amiga Joker wurde Hexuma zum drittbesten Adventure gewÀhlt.

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c Klaus Trafford: Die Unheimliche Reise. In: ASM. November 1992, S. 48 (archive.org).
  2. ↑ a b Amiga Joker Sonderheft 4, S. 21: Hexuma. Abgerufen am 27. Januar 2017.
  3. ↑ a b Volker Weitz: Hexuma: Das Auge des Kal. In: Power Play. Dezember 1992, S. 53 (kultpower.de).

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