Hella Robels
Hella Robels (* 30. November 1922 in Köln; † 14. Oktober 2002 in Köln-Junkersdorf[1]) war eine deutsche Kunsthistorikerin. Sie war Kuratorin am Wallraf-Richartz-Museum, Leiterin des Kupferstichkabinetts und Autorin sowie Herausgeberin zahlreicher Publikationen. Hauptwerk ihrer wissenschaftlichen Forschung ist eine umfassende Monografie zu dem flämischen Maler Frans Snyders von 1989.
Werdegang
Hella Robels wurde als Tochter von Else Robels (geb. Merzenich) (1892–1945) und deren Ehemann, dem Juwelier Karl Robels (1892–1963), in Köln geboren. Eine städtische Oberschule für Mädchen in Bayenthal verließ sie im März 1941 mit dem Reifezeugnis.[2]
Nach Arbeits- und Kriegshilfsdienst[3] studierte sie ab dem Wintersemester 1942/43 Kunstgeschichte mit den Nebenfächern Archäologie und mittelalterliche Geschichte[Anm. 1] an der Universität zu Köln,[Anm. 2] wo sie 1950 bei Hans Kauffmann mit einer Arbeit zu der niederländischen Tradition in der Kunst des Rubens promovierte.[4][Anm. 3]
Nach einigen Monaten als „Hilfsassistentin“ am Kunsthistorischen Institut der Kölner Universität war Robels ab Anfang 1951 am Wallraf-Richartz-Museum beschäftigt, zunächst als wissenschaftliche Volontärin und ab 1952 festangestellt. Von 1957 bis zum Eintritt in den Ruhestand im Februar 1984 war sie Leiterin des Kupferstichkabinetts. Sie forschte, kuratierte und publizierte in dieser Position zu den unterschiedlichsten Stilrichtungen und Kunstepochen, von der Gotik[5] bis hin zur frühen Graphik des Expressionismus oder zu Louise Rösler.[6][7] Einige der von ihr konzipierten Ausstellungen wurden international – etwa im Louvre oder der National Gallery of Art in Washington – gezeigt. Ihr Nachfolger Uwe Westfehling würdigte ihre maßgebliche Erschließungsarbeit der Sammlung sowie ihre erfolgreiche Bemühungen, das Kupferstichkabinett im Wallraf-Richartz-Museum „aus dem Verborgenen geholt und ihm Strahlkraft verliehen“ zu haben.[3]
Ihr Hauptforschungsinteresse galt jedoch der Kunst des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden und Belgien. Sie publizierte bereits 1969 zu Frans Snyders; erst im Ruhestand konnte sie sich dann einer „bahnbrechenden“ Monografie zu diesem flämischen Maler zuwenden, die auf ihrer lebenslangen Forschungsarbeit zu dessen Werken beruhte und 1989 erschien. Ihre Expertise zu Urheberschaft und unklaren Zuschreibungen von Snyders-Gemälden wurde von zahlreichen Museen, Auktionshäusern sowie dem Kunsthandel herangezogen.[1]
Bis ins hohe Alter korrespondierte sie zu Frans Snyders, bis eine Alzheimer-Erkrankung sie im Jahr 2000 zur Einstellung ihrer wissenschaftlichen Arbeit zwang.[1] Hella Robels starb 2002 und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt.[8]
Sammlung und Nachlass
Die Kunsthistorikerin hatte auch selbst gesammelt: Bereits 1996 ging eine Beweinung Christi von Ernst Deger als Schenkung an das Wallraf-Richartz-Museum,[9] und aus ihrem Nachlass wurden im Jahr 2004 eine Reihe von Zeichnungen im Auktionshaus Lempertz zur Versteigerung gebracht, darunter Stücke von Carl Spitzweg und Franz Ittenbach.[10]
Ihr wissenschaftlicher Nachlass, der hauptsächlich aus ihrer Korrespondenz und Fotografien besteht, wird im RKD-Archiv unter der Signatur NL-HaRKD-0488 aufbewahrt.[11]
Veröffentlichungen (Auswahl)
Als Autorin
Monografien
- Die niederländische Tradition in der Kunst des Rubens. Dissertation. Köln 1952.
- Christus und Maria. Westdeutsche Kunstwerke der Gotik. Ausstellung veranstaltet zum Katholikentag im Wallraf-Richartz-Museum, Aug./Sept. 1956. Stadt Köln, Köln 1956.
- Wallraf-Richartz-Museum (Hrsg.): Aquarelle und Handzeichnungen, Sammlung Haubrich. Wallraf-Richartz-Museum, Köln 1958.
- Aquarelles, dessins rehaussés d’expressionnisme du Musée Wallraf-Richartz de Cologne. Fotos: H. Doppelfeld. Musée Wallraf-Richartz, Köln 1965 (Farbdias: H. Doppelfeld).
- Katalog ausgewählter Handzeichnungen und Aquarelle im Wallraf-Richartz-Museum (= Kataloge des Wallraf-Richartz-Museums. Band 4). Wallraf-Richartz-Museum, Köln 1967.
- Sehnsucht nach Italien. Bilder deutscher Romantiker. Hirmer, München 1974.
- Hella Robels: Niederländische Zeichnungen vom 15. bis 19. Jahrhundert im Wallraf-Richartz-Museum Köln. Hrsg.: Stadt Köln (= Kataloge des Wallraf-Richartz-Museums, Graphische Sammlung. Band 1). Köln 1983.
- Frans Snyders. Stilleben- und Tiermaler, 1579–1657. Deutscher Kunstverlag, München 1989, ISBN 978-3-422-06052-4.
Aufsätze
- Frans Snyders’ Entwicklung als Stillebenmaler. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band 31, 1969, ISSN 0083-7105, S. 43–94, JSTOR:24655920.
- Hella Robels: Neues über das Leben und die Werke Johann Anton de Peters’. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band 34, 1972, ISSN 0083-7105, S. 263–306, JSTOR:24656932.
- Hella Robels: Ein Skizzenbuch Des Kölner Malers Johann Jacob Schmitz (1724–1801). In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch. Band 51, 1990, ISSN 0083-7105, S. 221–240, JSTOR:44650107.
Als Herausgeberin
- Deutsche und niederländische Zeichnungen aus der Sammlung Everhard Jabach im Musée du Louvre, Paris (Cabinet des Dessins). Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum Köln, 11. April – 1. Juni 1975. Wallraf-Richartz-Museum, Köln 1975.
- Rubens und die Tradition der niederländischen Landschaftskunst. Graphik von Hieronymus Cock bis Schelte a Bolswert. (Katalog der) Ausstellung im Museum des Siegerlandes, Oberes Schloß, 28.6. – 31.8.1977. Siegen 1977.
Literatur
- Rainer Budde: Personalia [Hella Robels]. In: Karl Ruhrberg (Hrsg.): Museen der Stadt Köln Bulletin. Nr. 2/1984. Köln 1984.
- Uwe Westfehling: Hella Robels (1922 – 2002). Nachruf. In: Kölner Museums-Bulletin. Nr. 1/2003. Köln 2003, S. 35–36.
- Jan Kosten: In memoriam Hella Robels = Hella Robels 1922–2002. In: RKD bulletin. Nr. 2/2003, 2003, OCLC 922638795, S. 28–29 (rkd.nl [PDF]).
Weblinks
- Hella Robels. In: FrauenGeschichtsWiki. Kölner Frauengeschichtsverein, 2012, abgerufen am 31. Juli 2026.
Anmerkungen
- ↑ im Nachruf Westfehling: Neuere Geschichte, offenbar fehlerhaft, bei Budde analog zu Lebenslauf Mittelalterliche Geschichte
- ↑ Der Lehrbetrieb der Universität war zwischen Oktober 1944 und Dezember 1945 eingestellt.
- ↑ DNB nennt 13. November 1952 als Publikationsdatum, alle angegebenen Publikationen zu Robels und das Original der Dissertation nennen 1950, Datum der mündlichen Prüfung: 31. Juli 1950
Einzelnachweise
- ↑ a b c Jan Kosten: In memoriam Hella Robels = Hella Robels 1922-2002. In: RKD bulletin. Nr. 2/2003, 2003, OCLC 922638795, S. 28–29 (rkd.nl [PDF]).
- ↑ Die niederländische Tradition in der Kunst des Rubens. Dissertation. Köln 1952, S. 125 (Lebenslauf).
- ↑ a b Uwe Westfehling: Hella Robels (1922–2002). In: Bulletin. Museen der Stadt Köln. Band I. Köln 2003, S. 35–36.
- ↑ Die niederländische Tradition in der Kunst des Rubens. In: d-nb.info. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 31. Juli 2026.
- ↑ Christus und Maria : Westdeutsche Kunstwerke der Gotik. Ausstellung veranstaltet zum Katholikentag in Wallraf-Richartz-Museum, Aug./Sept. 1956. In: d-nb.info. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Louise Rösler : Arbeiten aus den Jahren 1947 – 1978. Museum Ludwig Köln 12. September - 28. Oktober 1979. In: d-nb.info. Deutsche Nationalbibliothek, 1979, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Bis zur Gründung des Museum Ludwig 1976 gehörte moderne und zeitgenössische Kunst noch zur Sammlung des Wallraf-Richartz-Museums.
- ↑ Hella Robels in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 21. August 2026.
- ↑ Beweinung Christi. In: kulturelles-erbe-koeln.de. Abgerufen am 31. Juli 2026.
- ↑ Kunsthaus Lempertz (Hrsg.): Alte Kunst : Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen u. a. aus dem Nachlaß der Kölner Kunsthistorikerin Hella Robels und aus zwei süddeutschen Privatsammlungen. Versteigerung 22. Mai 2004. Köln 2004.
- ↑ archief en bibliotheek Hella Robels. In: RKD Research. Abgerufen am 8. August 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Robels, Hella |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Kunsthistorikerin |
| GEBURTSDATUM | 30. November 1922 |
| GEBURTSORT | Köln |
| STERBEDATUM | 14. Oktober 2002 |
| STERBEORT | Köln-Junkersdorf |
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