Halvor Halvorsen

Halvor Halvorsen (1903)

Halvor Halvorsen (* 15. September 1845 in Stavanger, Königreich Norwegen; † 11. Juli 1921 ebenda) war ein norwegisch-amerikanischer lutherischer Geistlicher und Kirchenfunktionär. Er hatte eine Reihe von hochrangigen Ämtern in der Norwegischen Synode inne.

Biographie

Halvorsen wurde in Stavanger geboren und besuchte ab 1855 die dortige Lateinschule. 1860 wechselte er an Gjertsens Lateinschule in Christiania, bevor er ab 1868 ein Theologiestudium an der Universität Christiania aufnahm. Dort legte er das examen artium, das examen philosophicum und 1872 das theologische Embetseksamen ab. Im selben Jahr wurde er ordiniert, wanderte in die Vereinigten Staaten aus und übernahm die Pfarrei der Norwegischen Synode in Westby, Wisconsin. Sein Pfarrsprengel umfasste dabei bis zu 13 Gemeinden in der Region, darunter auch die heute denkmalgeschützte Country Coon Prairie Lutheran Church, deren Bau er 1910 verantwortete. Halvorsen wechselte nie seine Pfarrstelle und blieb 49 Jahre lang bis zu seinem Tod 1921 Pfarrer in und um Westby.[1]

Neben der Gemeindearbeit hatte Halvorsen auch eine Vielzahl von leitenden Ämtern in der Synode inne. Ab 1886 war er Sekretär des Östlichen Distrikts der Synode, 1889 stieg er zum Vizepräsidenten und 1893 schließlich zum Präsidenten dieses Distrikts auf, der die Gemeinden der Synode östlich des Mississippi umfasste. Ab 1888 gehörte er auch dem Kirchenrat der Gesamtsynode an, war von 1887 bis 1896 deren Sekretär und von 1899 bis 1905 ihr Vizepräsident. Zwischen 1900 und 1917, als die Synode in der Norwegischen Lutherischen Kirche von Amerika aufging, war er als Trustee für das Finanzwesen der Synode verantwortlich.[1]

Die Country Coon Prairie Lutheran Church wurde unter Halvorsens Pastorat errichtet.

Halvorsen heiratete 1871 Marie Magdalena Olsen, die 1918 verstarb. Das Paar hatte sieben Kinder. Halvorsen selbst starb während eines Besuches in seiner Heimatstadt Stavanger am 11. Juli 1921 an einem wiederkehrenden Krebsleiden.[2] Er wurde am 17. August in Westby bestattet.[3] 1923 wurde ein großes Denkmal zu seinen Ehren auf seinem Grab errichtet, zu dessen Einweihung neben zahlreichen hochrangigen Geistlichen auch 3.000 weitere Gäste kamen.[4]

Schriften

Halvorsen betätigte sich, obwohl nie im theologischen Lehrbetrieb tätig, rege als Autor theologischer Schriften.

  • H. Halvorsen: Skal der blive fred? Nogle velmente ord i naadevalgstriden til overveielse for kirkefolket i den norske synode. Amerikas bogtrykkeri, Chicago 1887 (norwegisch).
  • H. Halvorsen: Indledningsforedrag holdt ved diskussionsmödet i Coon Prairie menighed, 8de febr. 1888. Den Norske Synodes forlag, Decorah (Iowa) 1888 (norwegisch).
  • H. Halvorsen: Festskrift til den Norske Synodes jubilæum. 1853–1903. Den Norske Synodes forlag, Decorah (Iowa) 1903 (norwegisch).
  • H. Halvorsen: Duen in den gamle pagt. Augsburg Publishing House, Minneapolis 1914 (norwegisch, Kommentar zu Jona).

Einzelnachweise

  1. a b Rasmus Malmin / Olaf Morgan Norlie / O. A. Tingelstad: Who’s Who among pastors in all the Norwegian Lutheran synods of America, 1843-1927. Augsburg Publishing House, Minneapolis 1928, S. 208 (englisch, archive.org).
  2. Obituary – Rev. Halvorsen. In: Vernon County Censor. Viroqua (Wis.) 27. Juli 1921, S. 3 (englisch).
  3. Funeral to be August 17. In: Vernon County Censor. Viroqua (Wis.) 10. August 1921, S. 1 (englisch).
  4. Unveil Monument with huge crowd attending service. In: La Crosse Tribune. La Crosse (Wis.) 17. September 1923, S. 9 (englisch).
VorgängerAmtNachfolger
Ole JuulPräsident des
Östlichen Distrikts

1893–1903
Andreas Sagen

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