Georgi Markowitsch Chomsor

Georgi Markowitsch Chomsor (russisch Георгий Маркович Хомзор; eigentlich: Georgi Markowitsch Chomutow, russisch Георгий Маркович Хомутов; geb. 15. April 1914 im Dorf Iwaschki in der Oblast Charkiw (Ukraine); gest. 1990) war ein sowjetischer Fotograf. International bekannt wurden vor allem seine Fotos vom Zusammentreffen US-amerikanischer und sowjetischer Truppen an der Elbe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs.

Leben und Wirken

Chomutow lebte ab 1930, also seit seinem 16. Lebensjahr, in Moskau. Ab 1938 arbeitete er als Fotojournalist für die sowjetische Tageszeitung Iswestija. Seit dem Winter 1940 war Chomutow Leiter der Bildredaktion der Tageszeitung Moskowski Komsomolez, die unter Josef Stalin von 1942 bis 1944 ihr Erscheinen einstellen musste.

Wenige Wochen nach Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges am 22. Juni 1941 (nämlich offenbar am 23. Juli 1941) wurde Chomutow zur sowjetischen Armee eingezogen und zunächst auf die militärpolitische Schule geschickt. Nach Abschluss seiner Ausbildung dort und seiner Beförderung zum Offizier wurde er zunächst zur Kalininer Front im Raum Twer versetzt. Ab 1942 war Chomutow als Front-Fotokorrespondent der sowjetischen Militärzeitung Krasnaja Swesda eingesetzt. Seine Fotografien signierte er mit der Abkürzung „Chom. 30 R.“, wobei „Chom.“ für „Chomutow“ stand und „30 R.“ für seinen Stücklohn von 30 Rubeln. Dieses Signaturkürzel trug ihm den Namen Chomsor (Хомзор) ein: Die Ziffer 3 ähnelt dem kyrillischen Buchstaben З (gesprochen als weiches, stimmhaftes „S“); die Ziffer 0 gleicht dem kyrillischen Buchstaben О; das kyrillische р. (lateinisch: R.) ist die gängige Abkürzung für „Rubel“. Wenn in kyrillisch „Хом. 30 р.“ einschließlich der Ziffern als ein einziges, durchgehendes Wort gelesen wird, ergibt sich „Хом-ЗО-Р“ (lateinisch: „Chom-so-r“). So wurde Georgi Markowitsch Chomutow unter dem Pseudonym Georgi Markowitsch Chomsor bekannt.

Georgi Chomsor war als Soldat der Sowjetarmee 1942 im Kaukasus und ab März 1943 bei der 1. Ukrainischen Front im Einsatz. Er dokumentierte die Überquerung des Dnepr durch die Rote Armee, ihre Rückeroberung Kiews und die Befreiung der Ukraine westlich des Dnepr von den Deutschen Dnepr-Karpaten-Operation. An einem Flugzeug, von dem aus Chomsor über Winnyzja fotografiert hatte, wurden nach der Landung 15 Einschusslöcher gezählt. Seine Aufnahmen lieferte er, wenn man die Kriegsbedingungen berücksichtigt, ungewöhnlich schnell bei der Redaktion ab, nämlich meist schon am zweiten Tag nach den fotografierten Ereignissen.

Chomsor fotografierte (wie auch sein Kamerad Alexander Wassiljewitsch Ustinow) das historische Zusammentreffen US-amerikanischer und sowjetischer Truppen an der Elbe (Elbe Day am 25. April 1945). Er erlebte Teile der Schlacht um Berlin (16. April bis 2. Mai 1945) mit und war bei den sowjetischen Truppen, die am 8. Mai 1945 Dresden und am 9. Mai 1945 Prag einnahmen.

Georgi Chomsor wurde mit dem Orden des Roten Sterns, dem Rotbannerorden und der Medaille „Für die Verteidigung des Kaukasus“ ausgezeichnet. In den Auszeichnungsunterlagen sind sein Geburts- wie auch sein Künstlername – Chomsor-Chomutow – vermerkt. Er erreichte den Rang eines Majors. Ab 1959 war Chomsor wieder bei der Iswestija tätig und stieg dort bis zum Abteilungsleiter auf. Offenbar hat Chomsor 1971 bei Militärmanövern des Warschauer Paktes fotografiert.[1] Georgi Chomsor starb 1990 und wurde auf dem Wagankowoer Friedhof in Moskau beigesetzt.

Literatur

  • Георгий Маркович Хомзор (Хомутов) (dt.: Georgi Markowitsch Chomsor (Chomutow)). Kurzlebenslauf. In: Russisches Fotografiemuseum (MRF), online
  • Освобождение Польши и окончание войны в Германии — Коллекции ранее неизданных фотографий Второй мировой войны (dt.: Die Befreiung Polens und das Kriegsende in Deutschland – Sammlungen bisher unveröffentlichter Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg). In: WWII Arthur Bondar Collection, online
  • Три сотрудника «Московского комсомольца» вошли в число лучших фотокоров Великой Отечественной (dt.: Drei Mitarbeiter der Zeitung „Moskowskij Komsomolez“ zählen zu den besten Fotojournalisten des Großen Vaterländischen Krieges). In: Moskowskij Komsomolez, MK.ru, 4. Mai 2025, online
  • Fotos von Chomsor bei AKG Images online

Einzelnachweise

  1. Sovetskoe foto, 1971, Digitalisat (Auszugsansicht)

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