Ferdinand Weller
Ferdinand Weller (* 17. Januar 1825 in Bruneck; † 28. Januar 1869 in Bozen) war ein Südtiroler Dichter.
Leben
Weller stammte aus einfachen Verhältnissen und studierte Rechtswissenschaft an der Universität Innsbruck. 1848 wurde er zum Doktor der Rechte promoviert. Sein Vater wurde im selben Jahr Rentmeister auf der Fürstenburg im Vinschgau.
Im April 1848 drohten italienische Freischärler und Truppen während des ersten italienischen Unabhängigkeitskrieges, über die Grenzen nach Tirol vorzudringen. Weller meldete sich freiwillig, wurde zum Hauptmann gewählt und führte die Vinschgauer Schützen in den Kampf gegen die Italiener im Münstertal. Durch den Erfolg der Kaiserlichen Armee unter Josef Wenzel Radetzky von Radetz stabilisierte sich die Lage für Österreich und Tirol im Sommer 1848 wieder.[1] Unter dem Eindruck der Kämpfe verfasste Weller 1848 das patriotische Lied Stimme des Tirolers, auch bekannt unter dem Titel Sie sollen sie nicht haben, des Brenners Scheidewand.
Anschließend war Weller als Konzipient (Rechtsanwaltsanwärter) in den Kanzleien der Rechtsanwälte von Zallinger und von Larcher in Bozen. Im Tiroler Kulturkampf war er Vertreter der Deutschfreiheitlichen, so schrieb er anlässlich der Eröffnung der Brennerbahn 1859: „Dann reichen sich die Brüderhände, der Süden und der rauhe Nord.“
Für das Schillerfest in Bozen, das 1859 wie fast überall im deutschsprachigen Raum anlässlich von Friedrich Schillers 100. Geburtstag und der 10-jährigen Wiederkehr der Revolution 1848/1849 stattfand, verfasste Weller ein Festspiel.
Weller wurde 1860 Rechtsanwalt in Landeck und übersiedelte 1861 nach Bozen, wo er in die Anwaltskanzlei des damaligen Bozner Bürgermeisters Joseph Streiter einstieg. Zum von Streiter veranstalteten Bozner Lichtfest steuerte er den Prolog bei. 1863 verfasste er gemeinsam mit Streiter das Festspiel Jägertreue.
1862 heiratete Weller Antonie Streiter, eine Tochter des Joseph Streiter. Weller übernahm daraufhin die Leitung der liberalen und antiklerikalen Bozner Zeitung, für die er bereits zuvor als Redakteur tätig war. Er gab diese jedoch aus Zeitmangel wieder ab. 1866 machte sich Weller als Rechtsanwalt selbstständig, 1867 wurde er in den Gemeindeausschuss von Bozen gewählt. Er verstarb im Januar 1869 wenige Tage nach seinem 44. Geburtstag.
Literatur
- Vinzenz Gasser: Erstes biographisch-literarisches Schriftstellerlexikon von Tirol. Band IV. 1896. S. 166.
- Hans Giebisch, Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hollinek, Wien 1963. S. 452.
- Ferdinand Weller In: Mike Malm (Red.): Deutsches Literatur-Lexikon. Band 30: Weiss–Werdum. 3. völlig neu bearbeitet Auflage, de Gruyter, Berlin [u. a.] 2010, ISBN 978-3-11-023159-5.
Weblinks
- Wer war Ferdinand Weller? In: demanega.com. 12. September 2025.
- Biographie: Ferdinand Weller. In: sagen.at.
- Ferdinand Weller. In: literaturtirol.at.
Einzelnachweise
- ↑ Die Verteidigung der Südgrenze Tirols 1848. In: demanega.com. 21. November 2025, abgerufen am 4. August 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Weller, Ferdinand |
| KURZBESCHREIBUNG | Südtiroler Dichter |
| GEBURTSDATUM | 17. Januar 1825 |
| GEBURTSORT | Bruneck |
| STERBEDATUM | 28. Januar 1869 |
| STERBEORT | Bozen |
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