Erich Grafe
Erich Grafe (* 24. Februar 1881 in Berlin; † 16. Mai 1958 in Florenz)[1] war ein deutscher Mediziner (Innere Medizin) und Hochschullehrer.
Leben
Grafe legte 1899 sein Abitur in Bonn ab und studierte Medizin und Naturwissenschaften in Kiel, Heidelberg, Bonn und Berlin. Zwischendurch leistete er 1901/02 seinen Einjährig-freiwilligen Wehrdienst.
1904 wurde er an der Universität Bonn promoviert.[2] Nach Praktikum an der Universitätsklinik Bonn wurde er 1905 Assistent am Physiologischen Institut. 1906 wechselte er an das Hygienische Institut der Humboldt-Universität Berlin.
1907 wurde er Assistent an der Universitätsklinik Heidelberg, an der er sich 1910 habilitierte[3] und 1916 außerordentlicher Professor wurde.
Nach Teilnahme am Ersten Weltkrieg (1914/15 und 1918) war er zuletzt Stationsarzt in der Nervenabteilung des Reservelazaretts Heidelberg. 1921 wurde er außerordentlicher und 1923 ordentlicher Professor an der Universität Rostock.
An der Universität Würzburg wurde er 1926 Ordinarius für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Klinik und Nervenklinik.
In der NS-Zeit wurde er 1933 förderndes Mitglied der SS. 1934 trat er in die SA ein, am 1. Mai 1937 in die NSDAP mit der Mitgliedsnummer 4 516 344.[4] Im Juli 1945 enthob ihn die amerikanische Militärbehörde seines Amtes. Das Entnazifizierungsverfahren zog sich bis 1948 hin und endete mit der Einstufung in die Gruppe IV der Mitläufer.[5]
Von 1948 bis zu seiner Emeritierung 1952 war er wieder Professor an der Universität Würzburg. Sein Nachfolger war der aus der Emigration von Schweden nach Deutschland zurückgekehrte Ernst Wollheim.
Schwerpunkt seiner Arbeiten waren Stoffwechsel und Stoffwechselkrankheiten. Am Handbuch der inneren Medizin beteiligte er sich entsprechend mit dem Beitrag "Innersekretorische und Stoffwechselkrankheiten" (4. Auflage, Band 7, 1955).
1956 ernannte ihn die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin zum Ehrenmitglied[6], ungeachtet seiner Nähe zum Nationalsozialismus.
1956 verlieh ihm die Universität Würzburg die Rinecker-Medaille für „Mediziner und Naturwissenschaftler mit besonderen Beziehungen zu Würzburg“.[7]
Grafe war mit Anna Hoffmann verheiratet. Die gemeinsamen Söhne Dietrich (1911–1942) und Albrecht (1913–1941) fielen im Zweiten Weltkrieg.[8]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die pathologische Physiologie des Gesamtstoff- und Kraftwechsels bei der Ernährung des Menschen. J. F. Bergmann, München 1923.
- mit J. H. Otto-Martiensen: Hygiene der Lunge im gesunden und kranken Zustande. Bücherei der Gesundheitspflege 8a, Stuttgart 1925.
- Innere Sekretion und Zirkulationsapparat, Sammlung zwangloser Abhandlungen aus dem Gebiete der Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Band 10, Heft 2, Halle 1927
- Die Krankheiten des Stoffwechsels und ihre Behandlung. Springer 1931.
Weblinks
- Eintrag zu Erich Grafe im Catalogus Professorum Rostochiensium
- Erich Grafe im Würzburg-Wiki
Einzelnachweise
- ↑ Lebensdaten Eintrag zu Erich Grafe im Catalogus Professorum Rostochiensium. Laut GND in Garmisch-Partenkirchen verstorben
- ↑ Die Urnieren-Pfortader beim Hühnerembryo
- ↑ Beiträge zur Kenntnis des Stoffwechsels im protrahierten Hungerzustande
- ↑ Gregor Aisch, Jakob Bauer, Paul Blickle, Max Boenke, Matthias Giordano, Andreas Loos, Selina Rudolph, Juliane Schäuble, Nico Scordialo, Shairal Sharma, Christian Staas, Julian Stahnke, Sven Stockrahm, Benja Zehr: SS-Akten: Durchsuchen Sie die Personalakten von SA und SS nach Ihrer Familie. In: Die Zeit. 14. Juli 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 28. Juli 2026] ; online).
- ↑ Ralf Forsbach, Hans-Georg Hofer: Aus der Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM): Teil 2: Die DGIM in der Nachkriegszeit. In: DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift. Band 143, 2018, S. 201–206 (thieme-connect.de [PDF]).
- ↑ Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin: Ehrenmitgliedschaften in der DGIM. Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ Universität Würzburg. Medizinische Fakultät: Preise und Ehrungen. Verleihung der Rinecker-Medaille. Universität Würzburg, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ Marc Zirlewagen: Die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs und die Opfer des Nationalsozialismus der Schule Schloss Salem – Ein biographisches Gedenkbuch. Books on Demand, Hamburg 2026 (Beiträge zur Geschichte der Schule Schloss Salem; 9), ISBN 978-3-6957-4798-6, S. 73f.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grafe, Erich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Internist |
| GEBURTSDATUM | 24. Februar 1881 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 16. Mai 1958 |
| STERBEORT | Florenz |
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.