Eric Mellink
Eric Mellink Bijtel (* 1955 in Amsterdam, Niederlande[1]) ist ein mexikanischer Agraringenieur, Ökologe und Naturschutzbiologe niederländischer Herkunft. Seine Forschung befasst sich mit der Wildökologie in ariden und semiariden Gebieten sowie mit der Ökologie und dem Schutz von Nagetieren, Küsten- und Seevögeln.
Frühe Jahre und Ausbildung
Mellink wanderte 1958 in die Huasteca Potosina im mexikanischen Bundesstaat San Luis Potosi aus.[1] 1966 zog seine Familie in die Nähe von Ozumbilla im Bundesstaat México und 1968 nach Caborca im Bundesstaat Sonora.[1]
1978 schloss er die Escuela Nacional de Agricultura, heute Universidad Autónoma Chapingo, mit einem Bachelor of Science als Agraringenieur mit Spezialisierung auf Tierhaltung ab.[1] Anschließend arbeitete er 15 Monate als Forschungstechniker in der Abteilung für Weidelandmanagement des Instituto Nacional de Investigaciones Pecuarias auf dessen neu eingerichteter Versuchsstation Campo Experimental Vaquerías in Ojuelos de Jalisco.[2] Danach war er zwei Jahre Forschungsassistent am Centro de Botánica del Colegio de Postgraduados und dessen damals im Aufbau befindlichen Centro Regional de Estudios en Zonas Áridas y Semiáridas (CREZAS).[2]
1986 wurde Mellink unter der Betreuung von Paul S. Martin mit der Dissertation Some Ecological Characteristics of Three Dry Farming Systems in the San Luis Potosi Plateau, Mexico an der University of Arizona zum Ph.D. promoviert.[3] Sein Hauptfach war Ressourcenwissenschaften für Trockengebiete, sein Nebenfach Wildökologie.
Nach seiner Promotion arbeitete Mellink bis Dezember 1988 erneut am CREZAS, wo er den Bereich für Wildtierkunde aufbaute.
Wissenschaftliche Laufbahn
Seit Januar 1989 ist Mellink leitender Forscher am Centro de Investigación Científica y de Educación Superior de Ensenada (CICESE). Er trat als „terrestrischer Ökologe“ in das Zentrum ein. Seine ersten Arbeiten befassten sich mit der Bestimmung des Status der Inselnagetiere des Bundesstaates Baja California.[2]
In den folgenden Jahren arbeitete er vor allem zu marinen Lebensräumen und Inseln sowie mit See- und Küstenvögeln. Ende 2002 wechselte er in das neu gegründete Departamento de Biología de la Conservación der División de Biología Experimental y Aplicada.[2] Daneben arbeitete er weiterhin mit dem Graduiertenprogramm für Meeresökologie zusammen und setzte seine Forschung zu ariden und semiariden Lebensräumen fort.[2]
Seine Forschungstätigkeit erstreckt sich auf den Nordwesten Mexikos, insbesondere den Golf von Kalifornien, die Pazifikküste mit Schwerpunkten in Colima und Guerrero sowie das südliche Mexikanische Hochland mit dem Nordosten Jaliscos, angrenzenden Gebieten von Aguascalientes und Zacatecas und den ariden Regionen von San Luis Potosí und Zacatecas. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Wildökologie arider und semiarider Gebiete sowie die Ökologie und der Schutz von Küsten- und Seevögeln. In den Llanos de Ojuelos befasst er sich mit der Naturschutzbiologie in einer stark anthropogen geprägten semiariden Landschaft. Gemeinsam mit der Biologin Mónica Riojas untersuchte er zudem die historische Ökologie und rekonstruierte die Entwicklung der Graslandlandschaft unter nahezu 500-jähriger Beweidung im südlichen Mexikanischen Hochland.
Zu Mellinks Forschungsprojekten am CICESE zählen der Erhaltungszustand und die Naturschutzprobleme von Landwirbeltieren in empfindlichen Lebensräumen sowie die Bedeutung xerophiler Systeme für die ökologische Integrität anthropogen geprägter semiarider Landschaften.
2006 bündelte Mellink seine Forschungsprojekte mit denen der Biologin Mónica Riojas von der Universidad de Guadalajara. Aus der Zusammenarbeit gingen 33 gemeinsame wissenschaftliche Veröffentlichungen und 40 Kongressbeiträge hervor. Von August 2008 bis Juli 2009 sowie von August 2017 bis Juli 2018 arbeiteten beide im Rahmen von Sabbatjahren am Laboratoire de Chrono-Environnement der Universität der Franche-Comté in Frankreich zur Landschaftsökologie.[2]
Funktionen
2003 wurde Mellink Mitglied des Waterbird Conservation Council und in dessen Exekutivkomitee gewählt. Von 2005 bis 2007 war er Präsident des Leitungsgremiums der Organisation.[2]
Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des San Diego Natural History Museum. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Arizona-Sonora Desert Museum und des Centro Intercultural de Estudios de Desiertos y Océanos (CEDO).[2]
Wissenschaftliche Leistungen
Mellink veröffentlichte über 220 wissenschaftliche Beiträge,[2] darunter Artikel, wissenschaftliche Mitteilungen, Buchkapitel, darunter im Werk The Mammals of Mexico von Gerardo Ceballos (2014), und Beiträge in Kongresspublikationen, ferner 17 Beiträge zur Wissenschaftskommunikation und sechs Bücher. 2002 veröffentlichte er einen Artikel über den Rückgang der Guarda-Hirschmaus,[4] 2023 über die Wiederentdeckung der San-Quintin-Kängururatte.[5] Er war an 142 wissenschaftlichen Kongressbeiträgen beteiligt und hielt 50 Vorträge.[2] Er betreute sechs Doktorarbeiten, 26 Masterarbeiten und zehn Bachelorarbeiten.[2]
Auszeichnungen
2010 erhielt Mellink den Premio al Mérito Ecológico in der Kategorie Forschung der Secretaría de Medio Ambiente y Recursos Naturales (SEMARNAT).[2]
2012 erhielt er den Premio a la Investigación Científica en Conservación Biológica, der von Volkswagen im Rahmen des Programms Por Amor al Planeta verliehen wurde.[2][6]
Weitere Anerkennungen erhielt er 2010 vom Club de Tiro y Caza 30-30 in Ensenada, 2013 von der Sociedad de la Antigua California, dem Instituto Municipal de Cultura de Ensenada und dem Centro Estatal de las Artes in Ensenada sowie 2019 den Reconocimiento al Mérito Faunístico der Organisatoren der Zweiten Nationalen Konferenz über Management und Schutz wildlebender Tiere in San Luis Potosí.[2]
Weblinks
- Datos Personales: Mellink Bijtel Erik. In: CICESE. Gobierno de México (spanisch).
- Eric Mellink bei Google Scholar (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Redacción, El Vigía: Premio internacional a investigador local. In: el Vigia. 9. Februar 2013, abgerufen am 24. August 2026 (spanisch).
- ↑ a b c d e f g h i j k l m n Eric Mellink: ¡Bienvenidos a la página de Eric! In: Offizielle Website von Eric Mellink. Abgerufen am 24. August 2026 (spanisch).
- ↑ Eric Mellink: Some ecological characteristics of three dry farming systems in the San Luis Potosi Plateau, Mexico. Ph.D. Dissertation an der University of Arizona. Hrsg.: The University of Arizona. 1986 (englisch).
- ↑ Eric Mellink, Gerardo Ceballos, Jaime Luévano: Population demise and extinction threat of the Angel de la Guarda deer mouse (Peromyscus guardia). In: Biological Conservation. Band 108, Nr. 1, November 2002, S. 107–111, doi:10.1016/S0006-3207(02)00095-2 (englisch).
- ↑ Jorge Andrade-Sánchez, Maria Clara Arteaga, Eric Mellink: Was the San Quintín kangaroo rat really rediscovered? In: Canadian Journal of Zoology. Band 101, Nr. 2, 1. Februar 2023, ISSN 0008-4301, S. 114–121, doi:10.1139/cjz-2022-0082 (englisch).
- ↑ Eric Mellink gana premio de Volkswagen en Conservación. In: El Economista. 11. Februar 2013, abgerufen am 24. August 2026 (spanisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mellink, Eric |
| ALTERNATIVNAMEN | Mellink Bijtel, Eric (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländisch-mexikanischer Wildökologe, Agraringenieur und Naturschutzbiologe |
| GEBURTSDATUM | 1955 |
| GEBURTSORT | Amsterdam, Niederlande |
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