Edward Enninful

Edward Kobina Enninful (* 1972) ist ein ghanaisch-britischer Stylist, Redakteur und Medienunternehmer.[1] Er war von 2017 bis 2024 Chefredakteur der British Vogue und wurde dort als erster Mann an der Spitze der britischen Ausgabe bekannt.[2] Seit 2024 ist er bei Condé Nast globaler Kreativ- und Kulturberater von Vogue und redaktioneller Berater von British Vogue.[3]

Leben

Enninful wurde in Ghana geboren und wuchs in West-London auf; seine Mutter arbeitete als Schneiderin, sein Vater war Offizier der ghanaischen Armee und mit den Vereinten Nationen verbunden.[4] Er wuchs mit fünf Geschwistern auf und lernte Mode zunächst über die Arbeit seiner Mutter kennen, die Kleidung für Frauen aus der lokalen Gemeinschaft nähte.[5] Als 16-Jähriger wurde er in der Londoner U-Bahn vom Stylisten Simon Foxton angesprochen und kam dadurch zunächst zum Modeln und dann zur Arbeit an Modeproduktionen.[6] Seine Familie erwartete zunächst eine akademische oder juristische Laufbahn, doch Enninful entschied sich für Magazine, Styling und visuelles Erzählen.[4] Im Jahr 2016 wurde er für Verdienste um Diversität in der Mode mit einem OBE ausgezeichnet, und 2023 führte er die britische Powerlist der einflussreichsten schwarzen Persönlichkeiten an.[7]

Wirken

Mit 18 Jahren wurde Enninful Fashion Director von i-D; später arbeitete er für Vogue Italia und American Vogue sowie ab 2011 als Kreativ- und Modedirektor des Magazins W.[3] Zu seinen einflussreichen Arbeiten vor der British Vogue gehörten die von Steven Meisel fotografierte Vogue Italia-Strecke Makeover Madness von 2005 und die ausschließlich mit schwarzen Models produzierte Black Issue-Ausgabe von 2008.[4] Im April 2017 gab Condé Nast bekannt, dass Enninful Alexandra Shulman als Chefredakteurin der British Vogue ablösen und das Amt im August 2017 antreten werde.[6] Seine Ernennung wurde als Zeichen für eine Öffnung der Modepublizistik gewertet, weil er der erste Mann an der Spitze der seit 1916 bestehenden britischen Vogue und die erste schwarze Person an der Spitze eines großen internationalen Modemagazins war.[8] Seine erste Ausgabe der British Vogue erschien im Dezember 2017 mit Adwoa Aboah auf dem Cover und setzte bereits den Anspruch, eine inklusivere Zeitschrift für das zeitgenössische Vereinigte Königreich zu machen.[5] 2018 erschien Rihanna als erste schwarze Frau auf dem September-Cover der British Vogue; 2020 zeigte eine von Misan Harriman fotografierte Septemberausgabe Adwoa Aboah und Marcus Rashford.[9] Enninful betonte dabei wiederholt, Repräsentation müsse auch hinter der Kamera und in den Strukturen der Modebranche stattfinden, nicht nur auf den Bildern selbst.[1] Seine letzte British Vogue-Ausgabe war die Märzausgabe 2024 mit 40 Coverstars, darunter Naomi Campbell, Serena Williams, Oprah Winfrey und Victoria Beckham.[2] Nach seinem Abschied vom Chefredakteursposten blieb er bei Condé Nast in beratenden globalen Funktionen für Vogue tätig.[3] 2025 veröffentlichte er mit seiner Schwester Akua Enninful als erstes Projekt des Unternehmens EE72 das vierteljährliche Printmagazin 72, dessen erste Ausgabe Julia Roberts auf dem Cover zeigte.[10]

Einzelnachweise

  1. a b Edward Enninful: ‘Racism is a part of my life’. In: Financial Times. 7. August 2020, abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).
  2. a b Edward Enninful wraps up British Vogue reign with 40 cover stars. In: The Guardian. 8. Februar 2024, abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).
  3. a b c Edward Enninful is taking on a new position at Vogue. In: Vogue. 2. Juni 2023, abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).
  4. a b c Is Edward Enninful the next Anna Wintour? In: The Washington Post. 19. November 2018, abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).
  5. a b New Vogue editor Edward Enninful on catwalks, catfights and why fashion diversity matters. In: Financial Times. 7. November 2017, abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).
  6. a b British Vogue appoints Edward Enninful as new editor. In: The Guardian. 10. April 2017, abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).
  7. British Vogue editor named most influential black person in UK. In: The Guardian. 27. Oktober 2023, abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).
  8. Madonnas Kumpel leitet die britische „Vogue“. In: Süddeutsche Zeitung. 12. April 2017, abgerufen am 17. Mai 2026.
  9. Footballer who tackled poverty stars in British Vogue's Black 'hope' issue. In: Reuters. 4. August 2020, abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).
  10. ‘Print has become more powerful than ever’: Edward Enninful launches new magazine. In: The Guardian. 12. September 2025, abgerufen am 17. Mai 2026 (englisch).

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