Eduard Labitzky
Eduard Labitzky (* 17. November 1828 in Petschau; † 1. September 1903 in Brünn) war ein deutsch-böhmischer Architekt, Bauingenieur und Bauunternehmer, sein Hauptwirkungsort war die Stadt Troppau (Opava).[1]
Leben und Wirken
Sein Vater war der Kapellmeister und Gründer des Kurorchesters in Karlsbad Joseph Labitzky (1802–1881). Er studierte an der Deutschen Technischen Hochschule in Prag und anschließend an der Akademie der bildenden Künste Wien bei August Sicard von Sicardsburg (1813–1868). Seit 1851 war er verheiratet und hatte eine Tochter Wilhelmina und einen Sohn Eduard Labitzky jun. (* um 1855; † nach 1927). Er arbeitete zunächst als Bauunternehmer in Karlsbad, wo er gemeinsam mit Ludwig Renner und Gustav Hain das Kurbad (Lázně III) im Rundbogenstil (Arkadenstil) entworfen hat. Dieser Stil prägte Labitzkys frühe Schaffensphase bis in die 1860er Jahre. Seine späteren Bauten basierten auf dem Stil des Historismus, der Neogotik, der Neorenaissance und des Spätklassizismus.
Im Mai 1864 wurde er zum Stadtbaumeister (Stadtingenieur) der Stadt Troppau berufen, 1875 erhielt er den Titel des Oberbaumeisters und 1891 wurde er Mitglied des Baurats der Stadt. Er war Mitglied und ab 1880 auch im Vorstand des Troppauer Handwerkervereins. Außerdem spielte er eine zentrale Rolle beim Aufbau des Bauamts der Stadt. Ab Ende der 1860er Jahre war er maßgeblich an der Stadtplanung beteiligt, insbesondere an den Plänen zur Anlage einer Ringstraße (nach dem Vorbild der Wiener Ringstraße) an der Stelle der abgerissenen Stadtmauer. Sein Stadtentwicklungsplan für Troppau wurde 1873 erfolgreich auf der Wiener Weltausstellung vorgestellt und war für die städtebaulichen Planungen der Stadt bis zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert von grundlegender Bedeutung.
Labitzky gehörte zur Elite der deutschen Gesellschaft von Troppau und wurde für seine Verdienste um die Stadtentwicklung mit dem Franz-Josephs-Orden ausgezeichnet. Als Inhaber eines erfolgreichen Bauunternehmens setzte er nicht nur seine eigenen Entwürfe um, sondern realisierte als Stadtbaumeister auch städtische Projekte anderer namhafter Architekten (z. B. Umbauten am Stadttheater und Rathaus sowie die Errichtung des Schlesischen Landesmuseums). Nach seiner Pensionierung übersiedelte er zu seinem Sohn nach Brünn, wo er 1903 starb und auf dem Zentralfriedhof beigesetzt wurde. Sein Grab existiert heute nicht mehr.[2][3]
Bauten in Troppau
Während seiner Zeit im städtischen Bauamt von Troppau von 1864 bis 1891 war er an der Planung und dem Bau nahezu aller städtischen Gebäude beteiligt. Seine ersten Projekte realisierte er im Rundbogenstil, später setzte er die städtebaulichen Akzente auf monumentale Neorenaissance-Bauten.
- 1865: Gartenrestaurant im Stadtpark (später abgerissen)
- 1867: Realgymnasium, heute Teil der Schlesischen Universität, Bezručovo náměstí[2]
- 1869/70: Grund- und Mittelschule für Knaben mit Arkadengang, Dvořákovy sady 174/4[4]
- 1870: Villa Adolf Trinks, Olomoucká
- 1872/73: Städtische Turnhalle, heute Teil der Schlesischen Universität, Hauerova 728/4[5]
- 1887–1889: Rudolf-Kaserne, Sokolovská 314/2, nach Plänen von Ferdinand Puchner, Eduard Labitzky, Moritz Hartel[6]
- 1873: Umbau des Rathauses, Horní náměstí 382/69[1]
- 1874/75: Errichtung eines Wasserwerks zur Wasserversorgung der Stadt[1]
- 1875: Mietshaus Carl Stadler, Masarykova třída
- 1879–1882: Josephsschule (Josefská škola)[1]
- 1882/83: Umbau des Stadttheaters, Horní náměstí 195/13[7]
- 1883–1885: Schlesisches Landesmuseum, Komenského 419/10, nach dem Projekt der Architekten Johann Scheiringer und Franz Kachler[2]
- 1891: Eigenes Mietshaus, Sněmovna
- 1890/91: Gründung des Stadtfriedhofs und Bau der Säulenhalle, Otická[8][9]
- 1894: Villa Dr. Steiner, Na Rybníčku
Galerie seiner Bauten und Umbauten
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Kurbad III in Karlsbad
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Ehem. Städtische Turnhalle
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Umbau des Rathauses
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Umbau des Stadttheaters
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Schlesisches Landesmuseum
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Säulenhalle mit Kolumbarium auf dem Städtischen Friedhof
Weblinks
- Opavský architektonický manuál (OPAM) - Troppauer Architektur Handbuch, auch Online
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Labitzky, Eduard auf OPAM (tschech.) (abgerufen am 31. Juli 2026)
- ↑ a b c Architekt Eduard Labitzky auf prázdné domy (tschech.) (abgerufen am 31. Juli 2026)
- ↑ Labitzky, Eduard (tschech.) (abgerufen am 31. Juli 2026)
- ↑ Chlapecká obecná a měšťanská škola (tschech.) (abgerufen am 31. Juli 2026)
- ↑ Městská tělocvična (tschech.) (abgerufen am 31. Juli 2026)
- ↑ Rudolfova kasárna (tschech.) (abgerufen am 31. Juli 2026)
- ↑ Městská divadlo (tschech.) (abgerufen am 31. Juli 2026)
- ↑ Städtischer Friedhof (abgerufen am 31. Juli 2026)
- ↑ Kolumbarium (tschech.) (abgerufen am 31. Juli 2026)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Labitzky, Eduard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-böhmischer Architekt |
| GEBURTSDATUM | 17. November 1828 |
| GEBURTSORT | Petschau |
| STERBEDATUM | 1. September 1903 |
| STERBEORT | Brünn |
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